Altersvorsorge ab 40: So schließen Sie Ihre Rentenlücke
Altersvorsorge ab 40: Mit 27 Jahren bis zur Rente wirkt der Zinseszins noch stark. Rentenlücke, drei Säulen, fondsgebundene Rente und ein konkretes Beispiel ab 200 € im Monat.

Alessandra Massaro
Versicherungsvermittlerin nach § 34d GewO
Aktualisiert am 01. Juni 2026
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Kurze Antwort
Mit 40 anzufangen lohnt sich. Bis zum Renteneintritt mit 67 bleiben rund 27 Jahre, in denen der Zinseszins weiter kräftig arbeitet. Wer 250 € im Monat in eine fondsgebundene Rentenversicherung mit ETF-Anteil zahlt, kommt bei 6 % Rendite auf rund 200.000 € Kapital. Wichtig sind ein früher Start, niedrige Kosten und ein Aktienanteil, der zur langen Laufzeit passt.
Ist es mit 40 zu spät für die Altersvorsorge?
Die kurze Antwort: nein. Wer mit 40 startet, hat bis zum gesetzlichen Renteneintritt mit 67 noch rund 27 Jahre Zeit. Das ist ein langer Anlagehorizont, und genau auf diese Laufzeit kommt es beim Zinseszins an. Die ersten Jahre legen das Fundament, die letzten Jahre bringen den größten Zuwachs, weil dann auch die bereits erwirtschafteten Erträge mitverzinst werden.
Natürlich gilt: Wer mit 25 anfängt, muss für dasselbe Endkapital deutlich weniger im Monat zur Seite legen. Aber das ist kein Grund zu resignieren, sondern ein Grund, jetzt zu starten statt mit 45 oder 50. Jedes Jahr früher senkt die nötige Sparrate spürbar. Der teuerste Tag ist der, an dem man weiter wartet.
Die Rentenlücke: warum die gesetzliche Rente nicht reicht
Das gesetzliche Rentenniveau liegt bei rund 48 %. Das bedeutet: Die gesetzliche Rente ersetzt am Ende nur etwa die Hälfte des früheren Durchschnittseinkommens, und das auch nur nach einem vollen Erwerbsleben. Die Differenz zwischen dem, was Sie im Alter brauchen, und dem, was die gesetzliche Rente zahlt, ist Ihre Rentenlücke.
Ein einfaches Beispiel: Wer heute 3.500 € netto verdient und im Alter etwa 80 % davon braucht, also 2.800 €, bekommt aus der gesetzlichen Rente vielleicht 1.600 bis 1.700 €. Es fehlen also gut 1.100 € im Monat. Diese Lücke muss aus eigener Vorsorge kommen. Wer sie kennt, kann gezielt dagegen sparen, statt sich später zu wundern.
Die drei Säulen der Altersvorsorge
Die deutsche Altersvorsorge ruht auf drei Säulen. Mit 40 sollten Sie wissen, wo Sie stehen, bevor Sie eine neue Police abschließen.
- Gesetzliche Rente: die erste Säule, finanziert über Ihre Beiträge als Angestellter. Sie ist die Basis, deckt aber wie beschrieben nur rund die Hälfte des Bedarfs.
- Betriebliche Altersvorsorge: die zweite Säule. Viele Arbeitgeber bezuschussen sie, und Beiträge fließen aus dem Bruttogehalt. Fragen Sie aktiv nach, oft bleibt Geld liegen.
- Private Vorsorge: die dritte Säule, in Ihrer Hand. Hierzu zählen die private Rentenversicherung, die fondsgebundene Rente, Rürup für Selbstständige und der freie ETF-Sparplan. Genau hier haben Sie mit 40 den größten Hebel.
Fondsgebundene Rentenversicherung: ideal für den Start mit 40
Mit 27 Jahren Laufzeit können Sie noch einen ordentlichen Aktienanteil fahren. Genau deshalb passt eine fondsgebundene Rentenversicherung auf ETF-Basis gut zu einem 40-Jährigen. Sie verbindet drei Vorteile:
- Renditechance: Das Kapital wird in Fonds und ETFs angelegt, nicht im klassischen Garantiezins. Über lange Zeiträume sind so im Schnitt 5 bis 7 % pro Jahr realistisch.
- Langer Horizont: 27 Jahre reichen, um Marktschwankungen auszusitzen. Kurzfristige Tiefs gleicht die Zeit aus.
- Steuervorteil 12/62: Wer den Vertrag mindestens 12 Jahre hält und die Auszahlung frühestens mit 62 nimmt, versteuert bei Kapitalauszahlung nur die Hälfte der Erträge mit dem persönlichen Steuersatz. Bei Verrentung bleibt der Steuervorteil ebenfalls erhalten.
Eine moderne, kostengünstige Fondspolice wie Best Invest von Helvetia und Baloise setzt genau hier an: niedrige laufende Kosten, große ETF-Auswahl und der steuerliche Rahmen einer Versicherung. Für jemanden, der mit 40 anfängt und auf jeden Prozentpunkt Rendite achten muss, ist das ein sinnvoller Baustein.
Konkretes Beispiel: 200 bis 300 € im Monat ab 40
Rechnen wir nüchtern durch, was bis 67 zusammenkommt. Annahme: Start mit 40, 27 Jahre Laufzeit, 6 % Rendite pro Jahr nach Kosten.
| Sparrate / Monat | Eingezahlt bis 67 | Endkapital bei 6 % p.a. |
|---|---|---|
| 150 € | rund 48.600 € | rund 120.000 € |
| 200 € | rund 64.800 € | rund 160.000 € |
| 250 € | rund 81.000 € | rund 200.000 € |
| 300 € | rund 97.200 € | rund 240.000 € |
Man sieht sofort: Der größte Teil des Endkapitals stammt nicht aus den Einzahlungen, sondern aus dem Zinseszins. Bei 250 € im Monat zahlen Sie rund 81.000 € ein und bekommen am Ende rund 200.000 € heraus. Würde dieselbe Rate nur 3 % pro Jahr bringen, lägen es etwa 120.000 €. Die Rendite und damit die niedrigen Kosten der Police entscheiden über das Ergebnis.
Rürup für Selbstständige und Gutverdiener
Für Selbstständige ohne gesetzliche Rente und für Angestellte mit hohem Steuersatz lohnt sich oft die Rürup-Rente (Basisrente). Ihr Vorteil liegt in der Steuer: Die Beiträge sind 2026 zu 100 % als Sonderausgaben absetzbar, bis zu den jährlichen Höchstgrenzen. Wer einen hohen Grenzsteuersatz hat, holt sich so einen erheblichen Teil der Einzahlung über die Steuererstattung zurück.
Der Preis dafür ist weniger Flexibilität: Rürup wird nur als lebenslange Rente ausgezahlt, eine Kapitalauszahlung am Stück ist nicht möglich, und der Vertrag lässt sich nicht beleihen oder kündigen. Für wen sich Rürup, fondsgebundene Rente oder eine Kombination lohnt, hängt vom Einkommen, vom Steuersatz und vom Wunsch nach Flexibilität ab. Das ist genau die Frage, die eine unabhängige Beratung klärt.
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