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Altersvorsorge für Selbstständige: Rürup, private Rente oder ETF?

Die meisten Selbstständigen haben keine gesetzliche Rente. Rürup, private fondsgebundene Rente und ETF-Depot im ehrlichen Vergleich: Steuer, Flexibilität, Pfändungsschutz und Auszahlung.

Alessandra Massaro

Alessandra Massaro

Versicherungsvermittlerin nach § 34d GewO

Aktualisiert am 01. Juni 2026

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Altersvorsorge für Selbstständige: Rürup, private Rente und ETF im Vergleich

Kurze Antwort

Die meisten Selbstständigen zahlen nicht automatisch in die gesetzliche Rente ein und müssen selbst vorsorgen. Drei Wege führen zum Ziel: die Rürup Rente (hohe Steuerersparnis, aber starr), die private fondsgebundene Rente wie Best Invest (flexibel, Auszahlung als Rente oder Kapital) und das reine ETF-Depot (günstig, voll selbst gesteuert). Welcher Weg passt, hängt vom Einkommen, der Steuerlast und dem Wunsch nach Flexibilität ab.

Warum Selbstständige beim Thema Rente besonders aufpassen müssen

Wer angestellt arbeitet, zahlt jeden Monat automatisch in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Bei Selbstständigen ist das anders. Die meisten Freiberufler, Gewerbetreibenden und Soloselbstständigen stehen ohne diese automatische Absicherung da und müssen ihre Altersvorsorge komplett selbst organisieren. Wer das verschiebt, riskiert im Alter eine spürbare Lücke.

Es gibt allerdings Ausnahmen, bei denen auch Selbstständige pflichtversichert sind. Dazu zählen unter anderem:

  • Künstler und Publizisten über die Künstlersozialkasse.
  • Handwerker in zulassungspflichtigen Gewerken, für die ersten 18 Jahre der Selbstständigkeit.
  • Freie Berufe mit eigenem Versorgungswerk wie Ärzte, Anwälte, Steuerberater oder Architekten.
  • Hebammen, Lehrer und Pflegepersonen auf eigene Rechnung sowie selbstständige Erzieher.

Alle anderen, und das ist die große Mehrheit, bauen ihre Rente privat auf. Genau dafür gibt es drei klare Wege.

Die drei Wege im Überblick: Rürup, private Rente, ETF-Depot

Bevor wir ins Detail gehen, hier der direkte Vergleich der drei Optionen entlang der vier Punkte, die für Selbstständige am meisten zählen: Steuer, Flexibilität, Pfändungsschutz und Auszahlung.

MerkmalRürup / BasisrentePrivate Rente (Best Invest)ETF-Depot
SteuerBeiträge 2026 voll absetzbar bis 29.344 € (ledig)12/62 Regel: halber Ertrag steuerfrei bei AuszahlungKeine Förderung, Abgeltungsteuer auf Gewinne
FlexibilitätStarr, keine Pause und keine Kündigung mit AuszahlungBeiträge anpassbar, Pausen und Zuzahlungen möglichVoll flexibel, jederzeit kaufen und verkaufen
PfändungsschutzHoch, in der Ansparphase weitgehend geschütztBedingt schützbar je nach VertragsgestaltungKein besonderer Schutz, voll pfändbar
AuszahlungNur lebenslange Rente, kein Kapital, nicht vererbbarWahl: lebenslange Rente oder Kapital auf einen SchlagFreie Entnahme, Kapital jederzeit verfügbar

Die Tabelle zeigt schon das Grundmuster: Die Rürup Rente spielt ihre Stärke bei der Steuer aus, ist aber unflexibel. Die private Rente liegt in der Mitte und bleibt beweglich. Das ETF-Depot ist am günstigsten und freiesten, bringt aber keine Förderung und keinen Schutz vor Gläubigern.

Rürup Rente: der Steuerhebel für gut verdienende Selbstständige

Die Rürup Rente, auch Basisrente genannt, ist auf Selbstständige und Freiberufler zugeschnitten. Ihr großer Vorteil ist die Steuer. Im Jahr 2026 lassen sich die Beiträge bis zum Höchstbetrag von 29.344 € für Ledige und 58.688 € für Verheiratete voll als Sonderausgaben absetzen. Wer also hohe Gewinne und eine hohe Steuerlast hat, holt sich über die Rürup Rente einen Teil davon direkt vom Finanzamt zurück.

Der Preis für diesen Steuervorteil ist die Starrheit. Die Rürup Rente kennt klare Grenzen:

  • Auszahlung ausschließlich als lebenslange monatliche Rente, eine Kapitalauszahlung auf einen Schlag ist nicht möglich.
  • Der Vertrag ist nicht kündbar mit Auszahlung und nicht beleihbar.
  • Das Guthaben ist im Regelfall nicht vererbbar, außer es wurden eine Hinterbliebenenrente oder eine Beitragsrückgewähr vereinbart.

Dafür genießt die Rürup Rente in der Ansparphase einen starken Pfändungsschutz. Wer als Selbstständiger ein unternehmerisches Risiko trägt, sieht hier einen echten Vorteil: Das Vorsorgekapital bleibt auch in einer Krise weitgehend unangetastet. Kurz gesagt ist Rürup ideal für gut verdienende Selbstständige, die vor allem Steuern sparen und sicher eine lebenslange Rente aufbauen wollen.

Private fondsgebundene Rente: Flexibilität plus Steuervorteil

Die private fondsgebundene Rentenversicherung, etwa Best Invest von Baloise, ist der bewegliche Gegenentwurf zur Rürup Rente. Das Geld wird in Fonds und ETF angelegt und wächst über die Laufzeit am Kapitalmarkt. Anders als beim reinen Depot steckt die Anlage aber in einem Versicherungsmantel, und genau der bringt den Steuervorteil.

Maßgeblich ist die sogenannte 12/62 Regel: Läuft der Vertrag mindestens 12 Jahre und erfolgt die Auszahlung frühestens mit 62, ist bei der Kapitalauszahlung nur die Hälfte des Gewinns zu versteuern, und auch das nur mit dem persönlichen Steuersatz. Im Vergleich zur Abgeltungsteuer im normalen Depot kann das am Ende mehrere tausend Euro ausmachen.

Die zweite Stärke ist die Flexibilität. Beiträge lassen sich anpassen, Pausen einlegen und Zuzahlungen leisten. Das passt gut zum oft schwankenden Einkommen von Selbstständigen. Zum Rentenbeginn besteht die freie Wahl zwischen einer lebenslangen Rente und der Auszahlung des kompletten Kapitals. Diese Wahlfreiheit fehlt der Rürup Rente vollständig. Für viele Selbstständige ist die private Rente daher der ausgewogene Mittelweg aus Förderung und Beweglichkeit.

ETF-Depot: günstig, frei und in eigener Verantwortung

Das reine ETF-Depot ist die schlankeste Lösung. Es gibt keinen Versicherungsmantel, keine Abschlusskosten und meist nur sehr geringe laufende Gebühren. Wer einen breit gestreuten Welt-ETF bespart, fährt über lange Zeiträume mit niedrigen Kosten und voller Kontrolle. Das Geld ist jederzeit verfügbar, es gibt keine Sperre und keine Mindestlaufzeit.

Diese Freiheit hat zwei Kehrseiten. Erstens fällt auf die Gewinne die Abgeltungsteuer an, ohne den Steuervorteil der 12/62 Regel oder den Sonderausgabenabzug der Rürup Rente. Zweitens ist das Depot voll pfändbar und genießt keinen besonderen Schutz vor Gläubigern. Gerade für Selbstständige mit unternehmerischem Risiko ist das ein Punkt, den man nicht übersehen sollte.

Hinzu kommt die volle Eigenverantwortung: Anlage, Rebalancing und vor allem die Disziplin, in einem Crash nicht zu verkaufen, liegen ganz beim Anleger. Das ETF-Depot ist damit die richtige Wahl für kosten- und renditebewusste Selbstständige, die sich selbst kümmern wollen und keinen Steuer- oder Pfändungsschutz brauchen.

Welcher Weg passt zu Ihnen? Eine ehrliche Entscheidungshilfe

Es gibt nicht die eine beste Lösung, sondern die passende Mischung. In der Praxis funktioniert für viele Selbstständige eine Kombination besser als ein einzelnes Produkt. Die Grundlinie lässt sich so zusammenfassen:

  1. Hohe Gewinne, hohe Steuerlast: Die Rürup Rente holt am meisten heraus. Den Steuervorteil heute nutzen und im Alter eine sichere, lebenslange Rente beziehen.
  2. Schwankendes Einkommen, Wunsch nach Flexibilität: Die private fondsgebundene Rente wie Best Invest verbindet Kapitalmarkt-Rendite mit Steuervorteil und der Freiheit, später zwischen Rente und Kapital zu wählen.
  3. Kostenbewusst und selbst gesteuert: Das ETF-Depot ist am günstigsten, solange Sie den Pfändungsschutz nicht brauchen und die Anlage selbst in die Hand nehmen.

In vielen Fällen ergibt eine Aufteilung Sinn: ein Teil in die Rürup Rente für den Steuerhebel und den Pfändungsschutz, ein Teil in eine flexible private Rente für die freie Verfügung im Alter. Welche Gewichtung zu Ihrem Einkommen und Ihren Zielen passt, lässt sich am besten in einem persönlichen Gespräch klären. Als Versicherungsmaklerin nach § 34d GewO vergleiche ich den Markt unabhängig und erkläre die Unterschiede verständlich, auf Italienisch und auf Deutsch.

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Rürup, private Rente oder eine Kombination: Ich vergleiche den Markt unabhängig und zeige Ihnen, was zu Ihrem Einkommen passt. Erstberatung kostenfrei, auf Italienisch oder Deutsch.

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Häufige Fragen

Müssen Selbstständige in die gesetzliche Rente einzahlen?

Die meisten Selbstständigen nicht. Es gibt aber Ausnahmen mit Pflichtversicherung, etwa Künstler über die Künstlersozialkasse, Handwerker in den ersten 18 Jahren und freie Berufe mit eigenem Versorgungswerk wie Ärzte oder Anwälte.

Wie viel kann ich 2026 über die Rürup Rente von der Steuer absetzen?

Im Jahr 2026 sind die Rürup Beiträge bis 29.344 € für Ledige und 58.688 € für Verheiratete voll als Sonderausgaben absetzbar. Damit ist die Basisrente besonders für gut verdienende Selbstständige attraktiv.

Was ist der Unterschied zwischen Rürup und privater Rente?

Die Rürup Rente bietet den höheren Steuervorteil, zahlt aber nur eine lebenslange Rente aus und ist nicht kündbar. Die private fondsgebundene Rente ist flexibel, erlaubt die Wahl zwischen Rente und Kapital und nutzt die 12/62 Steuerregel.

Ist ein ETF-Depot für die Altersvorsorge sinnvoll?

Ein ETF-Depot ist günstig und voll flexibel, hat aber keinen Steuervorteil und keinen Pfändungsschutz. Es passt zu kostenbewussten Selbstständigen, die sich selbst kümmern und keinen besonderen Schutz vor Gläubigern brauchen.

Kann ich mehrere Vorsorgewege kombinieren?

Ja, und das ist oft die beste Lösung. Ein Teil in die Rürup Rente für Steuer und Pfändungsschutz, ein Teil in eine flexible private Rente für die freie Verfügung im Alter. Die passende Gewichtung hängt vom Einkommen und den Zielen ab.

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Quellen und weiterführende Informationen