ITALIENER

Welche Versicherungen braucht ein Italiener in Deutschland zuerst?

Neu in Deutschland? Diese Versicherungen brauchen Italiener wirklich: Krankenversicherung ist Pflicht, Privathaftpflicht der wichtigste freiwillige Schutz. Reihenfolge, Kosten und Tipps von einer zweisprachigen Maklerin.

Alessandra Massaro

Alessandra Massaro

Versicherungsvermittlerin nach § 34d GewO

Aktualisiert am 01. Juni 2026

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Erste Versicherungen für Italiener neu in Deutschland

Kurze Antwort

Die Krankenversicherung ist in Deutschland ab dem ersten Tag Pflicht und der wichtigste Schritt: Angestellte landen meist über den Arbeitgeber in der gesetzlichen Kasse (GKV). Danach folgt die Privathaftpflicht, der wichtigste freiwillige Schutz für rund 3 bis 5 € im Monat. Hausrat, KFZ und Berufsunfähigkeit kommen je nach Lebenssituation dazu.

Krankenversicherung: Pflicht ab dem ersten Tag

Wer nach Deutschland zieht, braucht zuerst eine Krankenversicherung. Sie ist gesetzlich vorgeschrieben und gilt ab dem ersten Tag des Aufenthalts. Ohne Versicherungsnachweis bekommen Sie weder einen sauberen Arbeitsvertrag noch eine reibungslose Anmeldung beim Bürgeramt. Das ist der wichtigste Punkt auf der Liste.

Es gibt zwei Welten. Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) mit Kassen wie TK, AOK, Barmer oder DAK und die private Krankenversicherung (PKV). Als Angestellter werden Sie in der Regel automatisch über Ihren Arbeitgeber in der GKV angemeldet. Der Beitrag liegt bei rund 15 bis 16 Prozent des Bruttolohns, je zur Hälfte von Ihnen und vom Arbeitgeber getragen. Familienmitglieder ohne eigenes Einkommen sind oft kostenlos mitversichert.

Die PKV kommt für Selbstständige, Freiberufler und Angestellte über einer bestimmten Gehaltsgrenze infrage. Sie bietet oft mehr Leistungen, ist aber langfristig eine andere Entscheidung. Wer frisch in Deutschland ankommt und angestellt ist, bleibt fast immer in der GKV. Welche Kasse Sie wählen, dürfen Sie selbst entscheiden, die Leistungen unterscheiden sich in Details und Zusatzangeboten.

Die Reihenfolge: was zuerst, was später

Damit Sie den Überblick behalten, hier alle wichtigen Versicherungen sortiert nach Priorität für jemanden, der gerade erst angekommen ist. So sehen Sie auf einen Blick, was Pflicht ist und was sich später lohnt.

VersicherungPflicht oder freiwilligTypische KostenPriorität
Krankenversicherung (GKV)Pflicht ab Tag 1ca. 15 bis 16 % vom Brutto, halb ArbeitgeberSofort
Privathaftpflichtfreiwillig, dringend empfohlenca. 3 bis 5 € / MonatSehr hoch
Hausratversicherungfreiwilligca. 5 bis 12 € / MonatMit eigener Wohnung
KFZ-VersicherungPflicht, wenn Sie ein Auto habenje nach Fahrzeug und SF-KlasseBei Autokauf
Berufsunfähigkeitfreiwilligab ca. 30 bis 60 € / MonatWenn eingelebt
Private Altersvorsorgefreiwilligfrei wählbar ab ca. 25 € / MonatMittelfristig

Die ersten beiden Zeilen sind für jeden gleich. Alles darunter hängt von Ihrer Lebenssituation ab: eigene Wohnung, Auto, Familie, fester Job. Niemand braucht am ersten Tag alles auf einmal.

Privathaftpflicht: der wichtigste freiwillige Schutz

Die Privathaftpflicht ist in Deutschland keine Pflicht, aber sie ist die wichtigste freiwillige Versicherung überhaupt. Praktisch jeder Haushalt hier hat eine, und das aus gutem Grund. Sie zahlt für Schäden, die Sie anderen zufügen. Wer in Deutschland einen Schaden verursacht, haftet dafür unbegrenzt mit seinem gesamten Vermögen, das steht so im Bürgerlichen Gesetzbuch.

Ein Beispiel: Sie stoßen beim Nachbarn ein teures Notebook vom Tisch, oder Ihr Kind beschädigt fremdes Eigentum, oder Sie verursachen als Radfahrer einen Unfall mit Personenschaden. Ohne Haftpflicht zahlen Sie das aus eigener Tasche, und bei Personenschäden geht es schnell um sechsstellige Beträge. Mit Police übernimmt der Versicherer die berechtigten Forderungen und wehrt unberechtigte ab.

Das Beste daran ist der Preis. Eine gute Privathaftpflicht mit hoher Deckungssumme kostet etwa 3 bis 5 € im Monat, für Familien oft kaum mehr. Für so wenig Geld bekommen Sie keinen besseren Schutz. Deshalb empfehle ich sie jedem direkt nach der Krankenversicherung, am besten in den ersten Wochen nach der Ankunft.

Hausrat und KFZ: sobald Wohnung und Auto da sind

Sobald Sie eine eigene Wohnung haben, lohnt sich die Hausratversicherung. Sie schützt Ihren Besitz in der Wohnung, also Möbel, Elektronik, Kleidung und Wertsachen, gegen Feuer, Leitungswasser, Einbruchdiebstahl und Sturm. Die Kosten liegen je nach Wohnungsgröße und Ort bei rund 5 bis 12 € im Monat. Gerade in den ersten Jahren, wenn Sie sich neu einrichten, ersetzt sie im Schadenfall genau das, was Sie mühsam angeschafft haben.

Bringen Sie ein Auto aus Italien mit oder kaufen sich hier eines, ist die KFZ-Haftpflicht Pflicht. Ohne sie dürfen Sie das Fahrzeug nicht zulassen und nicht fahren. Wichtig für Italiener: Ihre italienische Schadenfreiheitsklasse, die classe di merito, kann unter Umständen auf die deutsche SF-Klasse angerechnet werden. Das spart bares Geld, weil der Beitrag dann nicht bei null startet. Dafür brauchen Sie eine Bestätigung Ihres italienischen Versicherers über die schadenfreien Jahre. Ich helfe gern bei der Übersetzung und dem Antrag, damit die Jahre nicht verloren gehen.

Berufsunfähigkeit und Altersvorsorge: der nächste Schritt

Wenn Sie sich eingelebt haben, ein festes Einkommen beziehen und der Alltag läuft, kommt der nächste Block: die Absicherung Ihrer Arbeitskraft und Ihrer Zukunft. Diese Policen sind nicht dringend für die ersten Wochen, aber sie gehören mittelfristig dazu.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt eine monatliche Rente, wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen Ihren Beruf nicht mehr ausüben können. Der gesetzliche Schutz dafür ist in Deutschland sehr gering, deshalb ist eine private Lösung für viele der sinnvollste Baustein nach der Haftpflicht. Je jünger und gesünder Sie beim Abschluss sind, desto günstiger der Beitrag, der ab etwa 30 bis 60 € im Monat liegt.

Bei der privaten Altersvorsorge gilt dasselbe Prinzip: Wer früh anfängt, profitiert über die Jahre vom Zinseszins. Die gesetzliche Rente allein reicht in den meisten Fällen nicht. Schon kleine Raten ab 25 € im Monat bauen über die Zeit ein spürbares Polster auf.

Ankommen in Deutschland: Anmeldung, Konto und Beratung

Versicherungen hängen mit den ersten Behördenschritten zusammen. Nach dem Umzug melden Sie sich innerhalb von zwei Wochen beim Bürgeramt an und bekommen eine Meldebescheinigung. Die brauchen Sie für fast alles, auch für ein deutsches Bankkonto, über das Beiträge per Lastschrift abgebucht werden. Erst mit Anmeldung, Konto und Steuer-ID läuft der Rest rund.

  • Schritt 1: Anmeldung beim Bürgeramt, Meldebescheinigung sichern.
  • Schritt 2: Deutsches Bankkonto eröffnen für Lastschriften.
  • Schritt 3: Krankenversicherung klären, meist über den Arbeitgeber (GKV).
  • Schritt 4: Privathaftpflicht abschließen, der günstige Basisschutz.
  • Schritt 5: Hausrat, KFZ und Vorsorge je nach Situation ergänzen.

Genau hier setze ich an. Als zweisprachige Versicherungsmaklerin begleite ich italienische Familien und Selbstständige beim Aufbau der richtigen Absicherung von null an, auf Italienisch und auf Deutsch. Ich erkläre die Begriffe verständlich, vergleiche den Markt und sorge dafür, dass Sie nicht zu viel und nicht das Falsche bezahlen. Sie müssen sich nicht durch deutsche Formulare kämpfen, das mache ich für Sie.

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Häufige Fragen

Welche Versicherung braucht ein Italiener in Deutschland zuerst?

Zuerst die Krankenversicherung, denn sie ist ab dem ersten Tag Pflicht. Angestellte werden meist über den Arbeitgeber in der gesetzlichen Kasse angemeldet. Danach folgt die Privathaftpflicht als wichtigster freiwilliger Schutz.

Ist die Krankenversicherung in Deutschland Pflicht?

Ja. Eine Krankenversicherung ist in Deutschland für alle Pflicht und gilt ab dem ersten Aufenthaltstag. Angestellte sind in der Regel gesetzlich versichert (GKV), Selbstständige und Gutverdiener können sich privat (PKV) versichern.

Brauche ich als Auswanderer eine Privathaftpflicht?

Sie ist keine Pflicht, aber dringend zu empfehlen. Sie zahlt für Schäden, die Sie anderen zufügen, und kostet nur rund 3 bis 5 € im Monat. In Deutschland haftet man für verursachte Schäden unbegrenzt mit dem eigenen Vermögen, deshalb hat fast jeder Haushalt diese Police.

Kann ich meine italienische SF-Klasse für die KFZ-Versicherung nutzen?

Oft ja. Die italienische classe di merito kann unter Umständen auf die deutsche Schadenfreiheitsklasse angerechnet werden. Dafür brauchen Sie eine Bestätigung Ihres italienischen Versicherers über die schadenfreien Jahre. Das senkt den Beitrag spürbar.

Wann sollte ich Hausrat und Berufsunfähigkeit abschließen?

Die Hausratversicherung lohnt sich, sobald Sie eine eigene Wohnung haben. Berufsunfähigkeit und private Altersvorsorge folgen, wenn Sie sich eingelebt haben und ein festes Einkommen beziehen. Je früher, desto günstiger der Beitrag.

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Quellen und weiterführende Informationen