VORSORGE

Riester Rente Reform: Was Italiener in Deutschland jetzt wissen müssen

Riester Rente Reform verständlich erklärt: Was ändert sich für Sparer, lohnt sich der Vertrag noch und was gilt für Italiener in NRW? Beratung auf Italienisch.

Alessandra Massaro

Alessandra Massaro

Versicherungsvermittlerin nach § 34d GewO

Aktualisiert am 10. Juli 2026

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Die Riester-Reform soll das alte System vereinfachen: geplant sind ein förderfähiges Altersvorsorgedepot mit höheren Renditechancen, gestaffelte Zulagen und weniger Bürokratie. Bestehende Verträge bleiben geschützt. Ob sich Riester für Sie lohnt, hängt von Einkommen, Kindern und Anlagehorizont ab.

Warum die Riester-Rente überhaupt reformiert wird

Die Riester-Rente wurde 2002 eingeführt, um die Lücke zu schließen, die durch die schrittweise Absenkung des gesetzlichen Rentenniveaus entstanden ist. Der Staat fördert das private Sparen mit Zulagen und Steuervorteilen. Zwei Jahrzehnte später steht das Modell allerdings stark in der Kritik: zu bürokratisch, zu teuer in den Verwaltungskosten und durch die vorgeschriebene Beitragsgarantie in Zeiten niedriger Zinsen kaum noch renditestark.

Genau hier setzt die Reform an. Die Politik hat erkannt, dass viele Menschen ihre Riester-Verträge ruhen lassen oder gar nicht erst abschließen, weil das Produkt als kompliziert und unrentabel gilt. Von den einst über 16 Millionen Verträgen wird ein erheblicher Teil nicht mehr aktiv bespart. Ein System, das eigentlich Altersarmut verhindern soll, aber kaum genutzt wird, erfüllt seinen Zweck nicht.

Für Italienerinnen und Italiener, die in Deutschland arbeiten und Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung zahlen, ist dieses Thema besonders relevant. Viele meiner Kundinnen und Kunden in Köln und im übrigen NRW haben lückenhafte Erwerbsbiografien, weil sie einen Teil ihres Berufslebens in Italien verbracht haben. Gerade dann wird die zusätzliche private Vorsorge wichtig, um im Alter nicht auf eine Mini-Rente angewiesen zu sein.

Es geht bei der Reform also nicht um eine kleine Detailkorrektur, sondern um den Versuch, die staatlich geförderte Vorsorge attraktiver und einfacher zu machen. Was das konkret bedeutet, schauen wir uns jetzt Punkt für Punkt an.

Das geplante Altersvorsorgedepot: mehr Rendite, mehr Risiko

Der Kern der Reform ist ein neues, gefördertes Altersvorsorgedepot. Statt der bisher fast immer vorgeschriebenen vollen Beitragsgarantie soll ein Produkt entstehen, das stärker in Aktien und Fonds investieren darf. Der Gedanke dahinter: Über einen Anlagezeitraum von 20 oder 30 Jahren haben Aktien in der Vergangenheit deutlich höhere Erträge gebracht als sichere, aber renditearme Anlagen.

Die volle Beitragsgarantie hat lange verhindert, dass Riester-Sparer von den Chancen der Kapitalmärkte profitieren. Wenn ein Anbieter am Ende jeden eingezahlten Euro garantieren muss, kann er kaum in renditestarke, aber schwankende Anlagen investieren. Die geplante Lockerung soll das ändern. Statt hundert Prozent Garantie sind niedrigere Garantiestufen im Gespräch, etwa achtzig Prozent, oder sogar ein Verzicht auf jede Garantie bei entsprechend höherer Renditeerwartung.

Das ist eine ehrliche Abwägung, die ich mit jedem Kunden offen bespreche: Mehr Renditechance bedeutet immer auch mehr Risiko. Wer kurz vor der Rente steht, sollte nicht sein gesamtes Kapital in schwankende Anlagen stecken. Wer aber Anfang dreißig ist und noch dreißig Jahre bis zur Rente hat, für den kann ein Depot mit höherem Aktienanteil die deutlich klügere Wahl sein.

  • Junge Sparer mit langem Horizont: höherer Aktienanteil oft sinnvoll
  • Sparer über fünfzig: mehr Sicherheit, weniger Schwankung bevorzugen
  • Wer schlecht schläft bei Kursverlusten: niedrigere Garantiestufe meiden
  • Wichtig: laufende Kosten des Depots vor Abschluss vergleichen

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Zulagen und Förderung: was sich für Familien ändert

Die staatliche Förderung ist das eigentliche Herzstück von Riester und der Grund, warum sich das Produkt für bestimmte Gruppen überhaupt lohnt. Bisher gibt es eine Grundzulage sowie eine Kinderzulage pro förderberechtigtem Kind. Im Rahmen der Reform ist geplant, die Förderung zu vereinfachen und stärker an den tatsächlich eingezahlten Beiträgen auszurichten.

Diskutiert wird ein Modell, bei dem der Staat auf jeden selbst eingezahlten Euro einen festen Betrag als Zulage drauflegt, etwa im Verhältnis drei zu eins bei niedrigen Einkommen. Wer wenig verdient und trotzdem spart, würde also besonders stark gefördert. Für Familien mit Kindern und für Menschen mit mittlerem Einkommen bleibt die Förderung damit ein starkes Argument, auch wenn die genauen Beträge bis zum Inkrafttreten der Reform noch feststehen müssen.

Für italienische Familien in Deutschland ist die Kinderförderung häufig der entscheidende Hebel. Wer zwei oder drei Kinder hat, sammelt über die Jahre spürbare Zulagen an, die die eigene Sparleistung ergänzen. Das macht Riester gerade für kinderreiche Familien mit eher niedrigem bis mittlerem Einkommen oft rentabler als eine ungeförderte private Rentenversicherung.

Ein ehrliches Wort dazu: Wenn Sie sehr gut verdienen und keine Kinder haben, ist die staatliche Zulage im Verhältnis zu Ihrem Beitrag gering. In diesem Fall lohnt sich oft eher der reine Steuervorteil oder eine ganz andere Anlageform. Das rechne ich in der Beratung individuell durch, statt pauschal zu einem Produkt zu raten.

Was mit bestehenden Riester-Verträgen passiert

Die häufigste Sorge, die mir Kundinnen und Kunden schildern, betrifft ihren laufenden Vertrag: Ist mein Geld sicher, muss ich kündigen, verliere ich meine Zulagen? Die gute Nachricht vorweg: Bereits abgeschlossene Riester-Verträge genießen Bestandsschutz. Sie werden durch die Reform nicht ungültig, und die bereits erhaltenen Zulagen bleiben erhalten.

Geplant ist, dass Sparer die Möglichkeit erhalten, ihr angespartes Kapital in ein neues, reformiertes Produkt zu übertragen, wenn sie das möchten. Ein Zwang zum Wechsel besteht nicht. Ob ein Wechsel sinnvoll ist, hängt stark vom bestehenden Vertrag ab: Manche älteren Verträge haben hohe garantierte Zinsen, die man heute nirgends mehr bekommt. Solche Verträge sollte man auf keinen Fall vorschnell aufgeben.

Andere Verträge dagegen sind durch hohe Abschluss- und Verwaltungskosten belastet und werfen kaum Rendite ab. Hier kann ein Wechsel in ein modernes, kostengünstigeres Depot nach der Reform durchaus lohnend sein. Diese Entscheidung lässt sich nicht pauschal treffen, sie erfordert einen Blick in Ihre konkreten Vertragsunterlagen.

Mein Rat: Kündigen Sie nichts vorschnell. Eine Kündigung kann teuer sein, weil erhaltene Zulagen und Steuervorteile unter Umständen zurückgezahlt werden müssen. Lassen Sie Ihren Vertrag prüfen, bevor Sie handeln, gerade jetzt in der Übergangsphase.

Zu kompliziert? Ich erkläre es Ihnen in Ruhe, Schritt für Schritt. Ganz ohne Fachchinesisch.

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Lohnt sich Riester nach der Reform für Sie?

Die ehrliche Antwort lautet: Es kommt darauf an. Riester ist kein Produkt, das für jeden passt, und das war es auch vor der Reform nie. Nach den geplanten Änderungen wird es für zwei Gruppen deutlich attraktiver: für Familien mit Kindern, die von hohen Zulagen profitieren, und für jüngere Sparer, die endlich stärker an den Renditechancen des Kapitalmarkts teilhaben können.

Weniger überzeugend bleibt Riester für kinderlose Gutverdiener und für Menschen, die sehr flexibel bleiben wollen, denn das Kapital ist bis zur Rente gebunden und wird im Alter versteuert. Für Selbstständige, die ohnehin nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, gibt es oft passendere Alternativen wie die Basis- oder Rürup-Rente oder einen privaten ETF-Sparplan.

Für Italienerinnen und Italiener mit gemischter Erwerbsbiografie zwischen Italien und Deutschland ist die Sache besonders individuell. Wer plant, im Alter nach Italien zurückzukehren, sollte die steuerliche Behandlung der Riester-Rente im Ausland genau prüfen. Auch das gehört zu einer seriösen Beratung dazu und wird leider oft vergessen.

Beratung auf Italienisch: warum das gerade bei der Vorsorge zählt

Altersvorsorge ist eines der komplexesten Themen im deutschen Finanzsystem. Die Begriffe Zulage, Beitragsgarantie, Steuerstundung und nachgelagerte Besteuerung sind schon für Muttersprachler schwer zu durchdringen. Wer Deutsch als zweite Sprache spricht, läuft Gefahr, wichtige Details zu übersehen und am Ende ein Produkt zu haben, das nicht zur eigenen Lebenssituation passt.

Bei Massaro Versicherungen berate ich auf Deutsch und auf Italienisch. Das ist bei der Vorsorge kein netter Zusatz, sondern entscheidend: Nur wer wirklich versteht, was er unterschreibt, trifft eine gute Entscheidung für die nächsten dreißig Jahre. Ich nehme mir die Zeit, die Reform, die Zulagen und die Alternativen in Ihrer Sprache verständlich zu erklären.

Wenn Riester für Ihre Situation nicht die beste Lösung ist, sage ich Ihnen das offen. Manchmal ist eine betriebliche Altersvorsorge, ein ETF-Sparplan oder eine Kombination verschiedener Bausteine sinnvoller. Meine Aufgabe ist es, Ihnen den Weg zu zeigen, der zu Ihrem Leben passt, nicht Ihnen ein bestimmtes Produkt zu verkaufen.

Wollen Sie wissen, was Sie konkret zahlen? Ich rechne es für Sie aus, unverbindlich.

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Fazit

Die Riester-Reform ist überfällig und geht in die richtige Richtung: mehr Renditechancen durch das neue Altersvorsorgedepot, einfachere Zulagen und weniger Bürokratie. Bestehende Verträge bleiben geschützt, ein Wechsel ist möglich, aber kein Muss. Ob sich Riester für Sie lohnt, hängt von Kindern, Einkommen und Anlagehorizont ab, und davon, ob Sie langfristig in Deutschland bleiben. Kündigen Sie nichts vorschnell und lassen Sie Ihren Vertrag prüfen. Wenn Sie unsicher sind, sprechen Sie mich an: Die Erstberatung ist kostenlos und findet auf Deutsch oder Italienisch statt. Sie erreichen mich über massaroversicherungen.com.

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Häufige Fragen

Muss ich meinen alten Riester-Vertrag wegen der Reform kündigen?

Nein. Bestehende Verträge genießen Bestandsschutz und bleiben gültig. Erhaltene Zulagen bleiben erhalten. Ein Wechsel in ein reformiertes Produkt wird voraussichtlich freiwillig möglich sein. Kündigen Sie nichts vorschnell, denn dabei können Zulagen und Steuervorteile zurückgefordert werden.

Wann tritt die Riester-Reform in Kraft?

Die Reform ist politisch beschlossen und befindet sich in der konkreten Ausgestaltung. Der genaue Starttermin und die endgültigen Zulagenhöhen stehen noch nicht abschließend fest. Ich empfehle, in dieser Übergangsphase keine überstürzten Entscheidungen zu treffen und den Vertrag zunächst prüfen zu lassen.

Lohnt sich Riester nach der Reform für kinderlose Singles?

Meist nur eingeschränkt. Ohne Kinderzulagen fällt die Förderung im Verhältnis zum Beitrag geringer aus. Für gutverdienende Singles ist oft ein ungeförderter ETF-Sparplan oder eine andere Vorsorgeform flexibler und rentabler. Das lässt sich nur individuell durchrechnen.

Was bedeutet das neue Altersvorsorgedepot konkret?

Es soll ein gefördertes Depot mit höherem Aktien- und Fondsanteil entstehen. Statt einer vollen Beitragsgarantie sind niedrigere Garantiestufen geplant. Das bedeutet höhere Renditechancen, aber auch mehr Schwankung. Für junge Sparer mit langem Anlagehorizont ist das oft ein Vorteil.

Was gilt für mich, wenn ich später nach Italien zurückkehren möchte?

Dann sollten Sie die steuerliche Behandlung der Riester-Rente im Ausland genau prüfen. Die nachgelagerte Besteuerung und mögliche Rückforderungen von Zulagen bei Wegzug sind wichtige Punkte. In der Beratung schauen wir uns Ihre konkrete Lebensplanung an, bevor Sie sich festlegen.

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