Rürup-Rente (Basisrente): Für wen sie sich lohnt und wie viel Steuer Sie sparen
Rürup-Rente 2026: bis 29.344 € (Single) bzw. 58.688 € (Verheiratete) voll absetzbar. Für wen sich die Basisrente lohnt, wie die Steuer funktioniert und Rürup vs. Riester im ehrlichen Vergleich.

Alessandra Massaro
Versicherungsvermittlerin nach § 34d GewO
Aktualisiert am 01. Juni 2026
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Kurze Antwort
Die Rürup-Rente, offiziell Basisrente, ist eine staatlich geförderte private Altersvorsorge. 2026 sind die Beiträge bis 29.344 € (Single) und 58.688 € (Verheiratete) voll als Sonderausgaben absetzbar. Sie lohnt sich vor allem für Selbstständige und Gutverdiener mit hoher Steuerlast. Ausgezahlt wird ausschließlich als lebenslange Rente, eine Kapitalauszahlung ist nicht möglich.
Was ist die Rürup-Rente (Basisrente)?
Die Rürup-Rente, benannt nach dem Ökonomen Bert Rürup, heißt offiziell Basisrente. Sie ist eine private Altersvorsorge, die der Staat ähnlich behandelt wie die gesetzliche Rentenversicherung. Der Kern: Die Beiträge sind in der Ansparphase zu einem hohen Anteil steuerlich absetzbar, dafür wird die spätere Rente versteuert. Dieses Prinzip nennt man nachgelagerte Besteuerung.
Eingeführt wurde die Basisrente 2005 als Pendant zur Riester-Rente, vor allem für Gruppen, die keinen Anspruch auf Riester-Zulagen haben. Das betrifft in erster Linie Selbstständige und Freiberufler, aber auch Angestellte mit hoher Steuerlast nutzen sie zur Steueroptimierung. Es gibt die Rürup-Rente klassisch mit garantiertem Zins oder modern als fondsgebundene Variante, etwa als ETF Rürup.
Steuervorteil 2026: So viel können Sie absetzen
Der größte Hebel der Rürup-Rente ist die Steuer. 2026 sind die Beiträge zur Basisrente zu 100 Prozent als Sonderausgaben absetzbar, bis zu den folgenden Höchstbeträgen:
| Merkmal | Regelung 2026 |
|---|---|
| Maximal absetzbar (Single) | bis 29.344 €, voll abzugsfähig |
| Maximal absetzbar (Verheiratete) | bis 58.688 €, voll abzugsfähig |
| Auszahlung | nur als lebenslange Rente, nicht kapitalisierbar |
| Vererbbarkeit | normalerweise nicht vererbbar, nur mit Hinterbliebenenschutz |
| Pfändungsschutz | in der Ansparphase weitgehend pfändungssicher |
| Besteuerung der Rente | nachgelagert, im Rentenalter |
Ein Beispiel: Wer als Selbstständiger 10.000 € im Jahr in die Basisrente einzahlt und einen Grenzsteuersatz von 42 Prozent hat, spart rund 4.200 € Steuern pro Jahr. Genau dieser sofortige Steuervorteil macht die Rürup-Rente für Gutverdiener so attraktiv. Die spätere Rente wird dann versteuert, aber der Steuersatz im Ruhestand liegt bei vielen Menschen niedriger als im Berufsleben.
Für wen sich die Basisrente wirklich lohnt
Die Rürup-Rente ist kein Produkt für jeden. Sie spielt ihre Stärke bei hoher Steuerlast und langem Anlagehorizont aus. Sinnvoll ist sie vor allem für:
- Selbstständige und Freiberufler: Sie haben oft keine andere geförderte Altersvorsorge und profitieren am stärksten vom Steuerabzug.
- Gutverdiener mit hohem Grenzsteuersatz: Je höher der persönliche Steuersatz, desto größer die Ersparnis pro eingezahltem Euro.
- Ältere Sparer ab etwa 45: Wer in kurzer Zeit viel Kapital steuerbegünstigt aufbauen will, nutzt die hohen Höchstbeträge gezielt.
- Menschen ohne Bedarf an früher Verfügbarkeit: Wer das Geld erst im Ruhestand braucht, kann mit der lebenslangen Rente gut leben.
Weniger geeignet ist die Basisrente für junge Angestellte mit geringer Steuerlast, für Familien, die Wert auf Flexibilität legen, und für alle, die sich eine Kapitalauszahlung wünschen. Denn das ist der zentrale Haken: Das Kapital ist gebunden und steht ausschließlich als Rente zur Verfügung.
Rürup vs. Riester: der ehrliche Vergleich
Rürup und Riester sind beide staatlich gefördert, funktionieren aber völlig unterschiedlich. Riester arbeitet mit Zulagen, Rürup mit Steuerabzug.
| Merkmal | Rürup (Basisrente) | Riester |
|---|---|---|
| Förderung | hoher Steuerabzug, keine Zulagen | Zulagen plus Steuerabzug |
| Zielgruppe | Selbstständige, Gutverdiener | Familien mit Kindern, Angestellte |
| Auszahlung | nur lebenslange Rente | Rente plus bis 30 Prozent Kapital möglich |
| Vererbbarkeit | nur mit Hinterbliebenenschutz | Restkapital teils vererbbar |
| Pfändungsschutz | in Ansparphase stark | geschützt im Rahmen der Förderung |
Die Faustregel: Familien mit Kindern fahren mit Riester oft besser, weil die Kinderzulagen die Rendite stark heben. Selbstständige und Gutverdiener ohne Zulagenanspruch holen mit der Rürup-Rente über den Steuerabzug mehr heraus. Pauschal besser ist keines von beiden, es kommt auf Ihre Lebenssituation und Steuerlast an.
Klassisch oder fondsgebunden: die richtige Variante
Die Rürup-Rente gibt es in zwei Grundformen. Bei der klassischen Basisrente garantiert der Versicherer einen Zins, die Rendite ist dafür niedrig und kaum über der Inflation. Bei der fondsgebundenen Variante, oft als ETF Rürup angeboten, wird das Kapital am Kapitalmarkt angelegt. Die Renditechancen sind deutlich höher, dafür schwankt der Wert.
Für junge und mittlere Jahrgänge mit langem Horizont ist die fondsgebundene Rürup-Rente meist die bessere Wahl, weil der Steuervorteil und die Aktienrendite zusammenwirken. Wichtig sind niedrige laufende Kosten, denn diese fressen über Jahrzehnte einen Teil der Rendite. Wer sehr flexibel bleiben und das Kapital nicht in eine lebenslange Rente zwingen will, sollte zusätzlich eine flexible private Rente prüfen, etwa eine Best Invest Police mit ETF Anlage. Sie bietet keinen so hohen Steuerabzug, dafür volle Flexibilität, Kapitalauszahlung und Vererbbarkeit.
In der Praxis ist die beste Lösung oft eine Kombination: die Rürup-Rente zur Steueroptimierung und eine flexible private Rente für die freie Verfügbarkeit. So nutzen Sie den Steuervorteil und behalten trotzdem einen Teil Ihres Vermögens beweglich.
Was Sie vor dem Abschluss prüfen sollten
- Steuersatz realistisch einschätzen: Der Vorteil der Rürup-Rente steht und fällt mit Ihrem Grenzsteuersatz. Je höher er heute ist, desto mehr lohnt sich der Abzug.
- Verfügbarkeit bedenken: Das Kapital ist gebunden und nur als lebenslange Rente verfügbar. Legen Sie nur Geld an, das Sie vor dem Ruhestand nicht brauchen.
- Hinterbliebenenschutz klären: Ohne Zusatzbaustein verfällt das Kapital normalerweise beim Tod. Wer Partner oder Kinder absichern will, braucht den Hinterbliebenenschutz, der allerdings etwas Rendite kostet.
- Kosten und Anbieter vergleichen: Bei fondsgebundenen Policen entscheiden die laufenden Kosten über die Rendite. Ein unabhängiger Marktvergleich auf Italienisch oder Deutsch zeigt, welcher Tarif wirklich passt.
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