Berufsunfähigkeitsversicherung bei Arthritis: Chancen, Zuschläge und Alternativen
BU-Versicherung trotz Arthritis oder Rheuma? Welche Versicherer annehmen, wann Risikozuschlag oder Ausschluss droht und welche Alternativen es gibt. Beratung auf Deutsch und Italienisch.

Alessandra Massaro
Versicherungsvermittlerin nach § 34d GewO
Aktualisiert am 23. Juli 2026
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Kurze Antwort
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist auch mit Arthritis möglich, aber der Weg dorthin hängt stark von der Diagnose ab. Bei einer leichten, ausgeheilten Arthritis nehmen viele Versicherer mit einem Risikozuschlag von 25 bis 50 Prozent an. Bei rheumatoider Arthritis (einer chronischen Autoimmunerkrankung der Gelenke) drohen Ausschlussklauseln oder eine Ablehnung. Der wichtigste Schritt ist eine anonyme Risikovoranfrage über eine Maklerin. So erfahren Sie die Konditionen mehrerer Versicherer, ohne dass eine Ablehnung in Ihrer Akte landet. Wird die BU abgelehnt, bleiben Grundfähigkeitsversicherung und Erwerbsminderungsrente als Alternativen.
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Warum Arthritis bei der BU-Versicherung ein Problem ist
Arthritis ist eine Entzündung der Gelenke. Schon dieses eine Wort in Ihrer Krankenakte reicht, damit Versicherer bei der Berufsunfähigkeitsversicherung genau hinschauen. Der Grund ist einfach: Erkrankungen des Bewegungsapparats gehören zu den häufigsten Ursachen für Berufsunfähigkeit in Deutschland. Rund jeder fünfte BU-Fall geht auf Probleme mit Knochen, Gelenken oder Muskeln zurück.
Für die Versicherer ist Arthritis deshalb ein klares Warnsignal. Eine Gelenkentzündung kann harmlos verlaufen und wieder ausheilen. Sie kann aber auch chronisch werden und über Jahre fortschreiten. Wer heute mit 35 eine rheumatoide Arthritis hat, kann mit 50 den Beruf als Friseurin, Handwerker oder Pflegekraft womöglich nicht mehr ausüben. Genau dieses Risiko will der Versicherer vorab bewerten.
Die gute Nachricht: Eine Arthritis-Diagnose bedeutet nicht automatisch, dass Sie keinen BU-Schutz bekommen. Es kommt auf die Art der Arthritis an, auf den Verlauf und auf die Strategie beim Antrag. Viele meiner Kundinnen und Kunden haben trotz Gelenkerkrankung einen guten Vertrag gefunden. Wie das funktioniert, erkläre ich Ihnen Schritt für Schritt. Einen Überblick über den BU-Schutz insgesamt finden Sie auf unserer Seite zur Berufsunfähigkeitsversicherung.
Arthritis ist nicht gleich Arthritis: Diese Formen bewerten Versicherer unterschiedlich
Bevor wir über Anträge sprechen, müssen wir die Begriffe klären. Denn Versicherer bewerten die verschiedenen Gelenkerkrankungen sehr unterschiedlich.
- Akute Arthritis: eine einmalige Gelenkentzündung, zum Beispiel nach einer Infektion. Heilt sie vollständig aus, ist sie nach einigen beschwerdefreien Jahren oft kein großes Problem mehr.
- Rheumatoide Arthritis: eine chronische Autoimmunerkrankung (das Immunsystem greift die eigenen Gelenke an). Sie verläuft in Schüben und gilt bei Versicherern als schweres Risiko.
- Psoriasis-Arthritis: eine Gelenkentzündung in Verbindung mit Schuppenflechte. Auch sie ist chronisch und wird streng geprüft.
- Arthrose: streng genommen keine Arthritis, sondern Gelenkverschleiß. Viele verwechseln die Begriffe. Eine leichte Arthrose wird oft milder bewertet als eine rheumatische Erkrankung.
Für den Versicherer zählt außerdem: Welche Gelenke sind betroffen? Ein entzündetes Fingergelenk ist etwas anderes als betroffene Knie und Hüften bei einem Dachdecker. Wie lange liegt der letzte Schub zurück? Nehmen Sie Medikamente wie Kortison oder sogenannte Basistherapeutika (Dauermedikamente, die das Immunsystem bremsen)? Jede dieser Antworten verändert die Einschätzung.
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Kostenlos fragenGesundheitsfragen im BU-Antrag: Was Sie bei Arthritis angeben müssen
Im BU-Antrag stellt der Versicherer Gesundheitsfragen. Diese Fragen sind rechtlich bindend. Sie unterliegen der vorvertraglichen Anzeigepflicht (der Pflicht, vor Vertragsschluss ehrlich zu antworten). Meistens fragen die Versicherer nach ambulanten Behandlungen der letzten fünf Jahre und nach Klinikaufenthalten der letzten zehn Jahre.
Eine Arthritis-Diagnose, Rheumawerte im Blutbild, Besuche beim Rheumatologen, Physiotherapie wegen Gelenkschmerzen: All das müssen Sie angeben, wenn danach gefragt wird. Verschweigen Sie etwas, kann der Versicherer im Leistungsfall den Vertrag anfechten. Dann zahlen Sie jahrelang Beiträge und bekommen im Ernstfall keinen Cent. Das ist das schlechteste Ergebnis von allen.
Mein Rat aus der Praxis: Fordern Sie vor dem Antrag Ihre Patientenakte an. Fragen Sie Ihren Hausarzt und Ihren Rheumatologen, was genau dokumentiert ist. Diagnosen werden als ICD-Codes gespeichert (ein internationales Kürzelsystem für Krankheiten). Manchmal steht dort eine Verdachtsdiagnose, die sich nie bestätigt hat. Auch das lässt sich klären, bevor der Antrag rausgeht. Wie Versicherer generell mit Vorerkrankungen und Wartezeiten umgehen, lesen Sie im Ratgeber BU-Versicherung, Wartezeit und Vorerkrankungen.
Die anonyme Risikovoranfrage: Ihr wichtigstes Werkzeug bei Arthritis
Wer mit einer Arthritis-Diagnose einfach direkt einen BU-Antrag bei einem Versicherer stellt, spielt Lotterie. Lehnt der Versicherer ab, wird diese Ablehnung dokumentiert. Beim nächsten Antrag fragt der neue Versicherer: Wurden Sie schon einmal abgelehnt? Sie müssen mit Ja antworten, und Ihre Chancen sinken weiter. So blockieren sich viele Menschen selbst.
Die Lösung heißt anonyme Risikovoranfrage. Dabei sende ich als Maklerin Ihre Gesundheitsdaten ohne Ihren Namen an mehrere Versicherer gleichzeitig. Jeder Versicherer prüft den Fall und meldet zurück, zu welchen Konditionen er Sie annehmen würde: normal, mit Zuschlag, mit Ausschluss oder gar nicht. Da kein Name dabei steht, entsteht kein Eintrag in Ihrer Akte. Sie sehen alle Angebote, vergleichen in Ruhe und stellen den offiziellen Antrag nur dort, wo die Bedingungen am besten sind.
Bei Arthritis ist dieses Vorgehen besonders wertvoll, weil die Versicherer sehr unterschiedlich urteilen. Der eine Anbieter lehnt eine rheumatoide Arthritis pauschal ab. Der andere bietet einen Vertrag mit Zuschlag an, wenn die Erkrankung seit drei Jahren stabil ist. Diese Unterschiede kennen Sie als Kunde nicht. Eine Maklerin mit Erfahrung bei Vorerkrankungen kennt sie. Dasselbe Prinzip gilt übrigens auch bei anderen Diagnosen, zum Beispiel bei Rückenproblemen als Vorerkrankung.
Zu kompliziert? Ich erkläre es Ihnen in Ruhe, Schritt für Schritt. Ganz ohne Fachchinesisch.
Beratung anfragenRisikozuschlag oder Ausschlussklausel: Womit Sie rechnen müssen
Nach einer Risikovoranfrage gibt es vier mögliche Ergebnisse. Die Tabelle zeigt, welche Reaktion bei welchem Krankheitsbild typisch ist. Die Werte stammen aus der Praxis der Risikoprüfung, im Einzelfall entscheidet immer der Versicherer.
| Situation | Typische Reaktion des Versicherers | Beitragseffekt |
|---|---|---|
| Einmalige akute Arthritis, ausgeheilt, über 5 Jahre her | Annahme oft zu normalen Konditionen | kein Zuschlag |
| Leichte Arthrose oder milde Gelenkbeschwerden ohne Dauertherapie | Annahme mit Risikozuschlag oder Ausschluss des Gelenks | ca. 25 bis 50 % Zuschlag |
| Rheumatoide Arthritis, stabil, gut eingestellt, keine Schübe seit Jahren | Einzelfallprüfung: hoher Zuschlag oder umfassende Ausschlussklausel | ca. 50 bis 100 % Zuschlag |
| Aktive rheumatoide Arthritis mit Schüben, Kortison oder Biologika | meist Zurückstellung oder Ablehnung | Antrag oft nicht möglich |
Ein Risikozuschlag bedeutet: Sie zahlen mehr, sind aber voll versichert, auch für die Gelenke. Eine Ausschlussklausel bedeutet: Der Beitrag bleibt normal, aber Berufsunfähigkeit durch die Arthritis ist nicht versichert. Werden Sie später wegen Krebs, eines Herzinfarkts oder einer psychischen Erkrankung berufsunfähig, zahlt der Versicherer trotzdem. Welcher Weg besser ist, hängt von Ihrem Beruf ab. Für eine Bürokauffrau kann ein Ausschluss tragbar sein. Für einen Fliesenleger, dessen Knie das Kapital sind, eher nicht.
Was eine BU ohne Vorerkrankung kostet und wie sich Zuschläge auf den Monatsbeitrag auswirken, zeigt der Ratgeber Was kostet eine Berufsunfähigkeitsversicherung.
Wann eine Ablehnung droht und was Sie dann tun können
Ehrlichkeit gehört zur guten Beratung: Bei einer aktiven rheumatoiden Arthritis mit regelmäßigen Schüben, laufender Kortisontherapie oder Biologika (moderne Medikamente, die gezielt ins Immunsystem eingreifen) lehnen die meisten Versicherer eine klassische BU ab. Auch mehrere Krankschreibungen wegen der Gelenke in den letzten Jahren verschlechtern die Chancen deutlich.
Manchmal bieten Versicherer statt einer Ablehnung eine Zurückstellung an. Das heißt: Der Antrag wird für ein bis zwei Jahre auf Eis gelegt. Ist die Erkrankung dann stabil, wird neu geprüft. Wer gerade erst die Diagnose bekommen hat, sollte diese Option kennen und den Antrag nicht überstürzen.
Wird die klassische BU endgültig abgelehnt, ist das kein Grund, komplett auf Schutz zu verzichten. Es gibt drei realistische Alternativen:
- Grundfähigkeitsversicherung: Sie zahlt eine monatliche Rente, wenn Sie eine Grundfähigkeit verlieren, zum Beispiel Greifen, Gehen, Stehen oder den Gebrauch der Hände. Die Gesundheitsfragen sind oft weniger streng, und gerade bei Gelenkerkrankungen sind die versicherten Fähigkeiten sehr relevant. Einige Tarife nehmen auch Menschen mit rheumatischer Vorgeschichte an, meist mit Ausschluss der betroffenen Gelenke.
- Erwerbsminderungsversicherung: Sie zahlt erst, wenn Sie gar keinen Beruf mehr ausüben können, nicht nur Ihren eigenen. Der Schutz ist schwächer als bei der BU, dafür sind Annahme und Beitrag oft leichter zu bekommen.
- Gesetzliche Erwerbsminderungsrente: Das staatliche Sicherheitsnetz über die Deutsche Rentenversicherung. Die volle Erwerbsminderungsrente gibt es nur, wenn Sie weniger als drei Stunden am Tag irgendeine Arbeit leisten können. Die Höhe liegt im Schnitt unter 1.100 € im Monat. Zum Leben reicht das selten, als Basis ist es besser als nichts.
Wichtig für Selbstständige: Wer nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt, hat auf die Erwerbsminderungsrente oft gar keinen Anspruch. Für Selbstständige mit Arthritis ist eine private Absicherung deshalb noch dringender als für Angestellte.
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Jetzt berechnen lassenSo bereiten Sie den Antrag richtig vor: 5 Schritte
- Patientenakte anfordern: Holen Sie die Unterlagen von Hausarzt und Rheumatologe der letzten fünf bis zehn Jahre. Prüfen Sie Diagnosen, Laborwerte und Behandlungszeiträume.
- Arztbericht erstellen lassen: Ein aktueller Bericht des Rheumatologen mit stabilem Verlauf, guten Entzündungswerten und voller Arbeitsfähigkeit kann die Risikoprüfung deutlich verbessern.
- Anonyme Risikovoranfrage stellen: Niemals direkt beim Versicherer anfragen. Immer zuerst anonym über eine Maklerin mehrere Anbieter parallel prüfen lassen.
- Angebote vergleichen: Zuschlag gegen Ausschluss abwägen, passend zu Ihrem Beruf. Auch die Vertragsqualität zählt, etwa der Verzicht auf abstrakte Verweisung (der Versicherer darf Sie dann nicht auf einen anderen Beruf verweisen).
- Nicht aufschieben: Jeder weitere Schub, jede neue Behandlung verschlechtert die Ausgangslage. Der beste Zeitpunkt für den Antrag ist eine stabile, gut dokumentierte Phase.
Für Italienerinnen und Italiener in Deutschland: Beratung ohne Sprachbarriere
Viele italienische Familien in Deutschland kennen die Berufsunfähigkeitsversicherung aus Italien nicht, weil das dortige System anders aufgebaut ist. Wer dann noch eine Diagnose wie Arthritis mitbringt, steht vor doppelten Hürden: komplizierte Gesundheitsfragen auf Deutsch, medizinische Fachbegriffe, rechtlich bindende Formulare. Ein falsch verstandenes Wort im Antrag kann später den ganzen Schutz kosten.
Genau hier setzt meine Beratung an. Ich bin Alessandra Massaro, Versicherungsmaklerin nach § 34d GewO, und ich berate auf Deutsch und auf Italienisch. Wir gehen die Gesundheitsfragen gemeinsam durch, klären jede Diagnose in Ihrer Sprache und stellen die anonyme Risikovoranfrage bei mehreren Versicherern. Auch Arztberichte aus Italien lassen sich einbinden, wenn Sie dort behandelt wurden. Die Erstberatung ist kostenfrei und unverbindlich. Nehmen Sie einfach Kontakt auf, telefonisch, per WhatsApp oder über das Formular.
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Kostenlos fragenFazit: Arthritis erschwert die BU, verhindert sie aber selten komplett
Eine Arthritis macht den Weg zur Berufsunfähigkeitsversicherung steiniger, aber in vielen Fällen nicht unmöglich. Entscheidend sind drei Dinge: die genaue Diagnose und ihr Verlauf, eine saubere Vorbereitung mit vollständigen Arztunterlagen und die anonyme Risikovoranfrage statt eines Blindantrags. Bei ausgeheilter oder stabiler Erkrankung ist ein Vertrag mit Zuschlag oder Ausschluss realistisch. Bei aktiver rheumatoider Arthritis sind Grundfähigkeitsversicherung und gesetzliche Erwerbsminderungsrente die ehrlichen Alternativen. Wer den Antrag gut vorbereitet und die richtigen Versicherer anfragt, hat deutlich bessere Karten als der Durchschnitt. Und wer noch keine Beschwerden hat, sollte den Abschluss nicht aufschieben: Gesund ist der Schutz am günstigsten.
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Häufige Fragen
Kann ich mit rheumatoider Arthritis eine BU-Versicherung abschließen?
Wie hoch ist der Risikozuschlag bei Arthritis?
Was ist besser: Risikozuschlag oder Ausschlussklausel?
Muss ich eine frühere, ausgeheilte Arthritis im Antrag angeben?
Welche Alternativen habe ich, wenn die BU wegen Arthritis abgelehnt wird?
Was bringt die anonyme Risikovoranfrage bei Arthritis konkret?
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