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Berufsunfähigkeitsversicherung für Freiberufler: Warum Sie ohne Absicherung gefährlich leben

Als Freiberufler in Deutschland haben Sie keinen staatlichen BU-Schutz. Erfahren Sie, wie eine Berufsunfähigkeitsversicherung Ihr Einkommen wirklich absichert.

Alessandra Massaro

Alessandra Massaro

Versicherungsvermittlerin nach § 34d GewO

Aktualisiert am 17. Juni 2026

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Kurze Antwort

Freiberufler haben in Deutschland keinen Anspruch auf die gesetzliche Erwerbsminderungsrente, weil sie nicht in die Deutsche Rentenversicherung einzahlen. Ohne private BU-Versicherung gibt es im Ernstfall kein regelmäßiges Einkommen. Eine BU-Police ist daher für Freiberufler unverzichtbar.

Was Freiberufler von Angestellten grundlegend unterscheidet

Sie arbeiten freiberuflich, vielleicht als Arzt, Übersetzer oder IT-Berater, und Ihr Einkommen hängt vollständig von Ihrer Arbeitskraft ab. Fällt diese weg, bricht alles ein. Anders als Angestellte haben Sie keinen Arbeitgeber, der die halben Sozialversicherungsbeiträge übernimmt, und vor allem: Sie haben im Regelfall keinen Anspruch auf staatliche Absicherung bei Berufsunfähigkeit. Das ist kein kleines Detail. Das ist ein existenzielles Risiko.

Angestellte in Deutschland zahlen Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung. Darin ist auch ein rudimentärer Schutz bei Erwerbsminderung eingeschlossen, also wenn jemand weniger als drei Stunden täglich arbeiten kann. Dieser Schutz ist zwar oft nicht ausreichend, aber er existiert zumindest als Basisnetz. Freiberufler, die nicht zu den Pflichtmitgliedern eines Versorgungswerks gehören, zahlen in der Regel keine Beiträge zur Deutschen Rentenversicherung. Damit entfällt dieser Schutz vollständig.

Das betrifft besonders viele italophone Freiberufler, die in NRW als Dolmetscher, Grafikdesigner, freie Journalisten oder selbstständige Handwerker arbeiten und die Feinheiten des deutschen Sozialsystems noch nicht vollständig durchblickt haben. Wer einmal fünf Jahre in Deutschland gearbeitet hat, ohne nennenswerte Rentenbeiträge zu leisten, hat schlicht keine Wartezeit erfüllt und erhält im Ernstfall gar nichts vom Staat. Null Euro. Das sollte man sich klar vor Augen halten.

Was Berufsunfähigkeit wirklich bedeutet

Berufsunfähigkeit bedeutet nicht zwingend, dass jemand im Rollstuhl sitzt. Psychische Erkrankungen wie Burnout oder Depressionen, chronische Rückenleiden, Herzerkrankungen oder Krebsdiagnosen können dazu führen, dass jemand seinen konkreten Beruf nicht mehr ausüben kann. In der privaten BU-Versicherung greift die Police, wenn man zu mindestens 50 Prozent berufsunfähig ist, bezogen auf den zuletzt ausgeübten Beruf. Das ist ein wichtiger Unterschied zur Erwerbsminderungsrente, die erst greift, wenn man gar nicht mehr arbeiten kann.

Als Freiberufler verlieren Sie bei längerer Krankheit nicht nur Ihr Einkommen. Sie verlieren auch Ihre Kunden, Ihre Aufträge und oft einen Teil Ihres beruflichen Netzwerks. Ein Angestellter hat zumindest Lohnfortzahlung für sechs Wochen und dann Krankengeld. Für Sie als Freiberufler gibt es das nur, wenn Sie sich freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert haben und dort den erhöhten Beitrag mit Krankengeldanspruch bezahlen. Selbst dann endet das Krankengeld nach 78 Wochen. Was danach kommt, liegt an Ihnen.

Wie eine BU-Versicherung für Freiberufler funktioniert

Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt eine monatliche Rente, wenn der Versicherte seinen zuletzt ausgeübten Beruf zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben kann. Sie vereinbaren beim Abschluss die Höhe der BU-Rente, die Laufzeit und eine Nachversicherungsgarantie, mit der Sie die Rente später ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen können. Für Freiberufler ist dieser letzte Punkt besonders wichtig, weil das Einkommen oft schwankt und die Absicherung mitwachsen soll.

Ein weiteres zentrales Merkmal ist die sogenannte abstrakte Verweisung. Gute BU-Tarife verzichten darauf. Das bedeutet: Der Versicherer kann Sie nicht einfach auf einen anderen Beruf verweisen, den Sie theoretisch noch ausüben könnten. Sie sind versichert in Ihrem Beruf, nicht in irgendeiner Tätigkeit, die der Versicherer für zumutbar hält. Beim Vergleich von Tarifen ist dieser Punkt absolut nicht verhandelbar. Bestehen Sie darauf.

Die Beitragshöhe hängt von Ihrem Alter, Ihrem Beruf, dem Gesundheitszustand bei Antragstellung und der gewünschten Rentenhöhe ab. Wer jung und gesund ist, zahlt deutlich weniger. Das ist der Hauptgrund, warum man mit dem Abschluss nicht warten sollte. Jedes Jahr Verzögerung macht die Police teurer, und jede neue Vorerkrankung kann zu Ausschlüssen oder Aufschlägen führen.

Gesundheitsfragen: Der häufigste Fehler beim Abschluss

Die Gesundheitsfragen im Antrag sind der kritischste Teil des gesamten Abschlusses. Wer hier Fehler macht, also Vorerkrankungen vergisst oder absichtlich verschweigt, riskiert, dass der Versicherer im Leistungsfall wegen arglistiger Täuschung zurücktritt. Dann zahlt er trotz gezahlter Beiträge gar nichts. Das ist kein theoretisches Szenario. Es passiert regelmäßig.

Meine Empfehlung: Bereiten Sie sich sorgfältig vor. Holen Sie sich Ihre Patientenakten der letzten fünf bis zehn Jahre, je nach gefragtem Zeitraum im Antrag. Tragen Sie wirklich alles ein, auch scheinbar banale Behandlungen. Und nutzen Sie eine anonyme Voranfrage bei mehreren Versicherern, bevor Sie einen formellen Antrag stellen. So schützen Sie sich, ohne in der Risikoprüfungsdatenbank der Versicherer zu erscheinen, falls eine Gesellschaft ablehnt. Das ist ein Profi-Tipp, den viele Direktabschlüsse online nicht berücksichtigen.

Wie hoch sollte die BU-Rente sein?

Als Faustregel gilt: Die monatliche BU-Rente sollte mindestens 60 bis 70 Prozent Ihres aktuellen Nettoeinkommens abdecken. Als Freiberufler müssen Sie dabei berücksichtigen, dass Sie im Leistungsfall auch Ihre privaten Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge weiterhin selbst tragen müssen. Das kann schnell 700 bis 900 Euro monatlich ausmachen, allein für die Krankenversicherung. Diese Kosten fließen direkt in den Bedarf ein.

Für viele Freiberufler in NRW, die vielleicht gerade am Anfang ihrer Selbstständigkeit stehen und noch kein hohes Einkommen haben, ist es sinnvoll, mit einer niedrigeren BU-Rente zu starten und eine großzügige Nachversicherungsgarantie zu vereinbaren. So halten Sie den Beitrag anfangs überschaubar und können die Absicherung später anpassen, wenn das Einkommen steigt. Wichtig ist, überhaupt anzufangen, und nicht zu warten, bis das perfekte Einkommen erreicht ist.

Ein häufiger Fehler ist es, die BU-Versicherung mit einer Kapitallebensversicherung zu koppeln. Diese Kombination, bekannt als BUZ, ist in den meisten Fällen teurer und weniger flexibel als eine eigenständige BU-Police. Ich rate in der Regel zu einer separaten Risikolebensversicherung und einer eigenständigen BU-Versicherung. Das gibt mehr Transparenz und Flexibilität bei späteren Änderungen.

Steuerliche Aspekte für Freiberufler

Die Beiträge zu einer selbstständigen BU-Versicherung sind als Sonderausgaben steuerlich absetzbar, allerdings zusammen mit anderen Vorsorgeaufwendungen wie der Krankenversicherung, und die Höchstbeträge sind schnell ausgeschöpft. Als Freiberufler, der in ein Versorgungswerk einzahlt, zum Beispiel Ärzte oder Rechtsanwälte, gelten andere Höchstbeträge als für jemanden ohne Pflichtversorgung. Das klingt technisch. Es lohnt sich aber, die genaue steuerliche Situation mit dem Steuerberater zu besprechen.

Im Leistungsfall, also wenn Sie tatsächlich die BU-Rente beziehen, unterliegt diese Rente in der Regel dem sogenannten Ertragsanteil der Besteuerung, sofern die Beiträge aus nicht vorsteuerlichem Einkommen gezahlt wurden. Das heißt: Die Steuerlast ist im Leistungsfall überschaubar, aber sie existiert. Auch das gehört zur ehrlichen Beratung dazu.

Versorgungswerke als Sonderfall für Freiberufler in reglementierten Berufen

Ärzte, Zahnärzte, Apotheker, Rechtsanwälte, Notare, Steuerberater und einige andere Berufsgruppen sind in Deutschland Pflichtmitglieder in berufsständischen Versorgungswerken. Diese Versorgungswerke leisten auch Berufsunfähigkeitsrenten, aber die Leistungsbedingungen variieren stark von Versorgungswerk zu Versorgungswerk und sind oft restriktiver als gute private BU-Tarife. Die Rente aus dem Versorgungswerk reicht in den meisten Fällen nicht aus, um den Lebensstandard zu halten.

Wenn Sie als Arzt oder Anwalt in NRW tätig sind, bedeutet das also nicht, dass Sie ausreichend abgesichert sind. Es bedeutet, dass Sie eine Grundabsicherung haben, die in vielen Fällen mit einer privaten BU-Police sinnvoll ergänzt werden sollte. Wie hoch diese Ergänzung sein muss, hängt von der Satzung Ihres konkreten Versorgungswerks und Ihrem Einkommen ab. Das lässt sich nicht pauschal beantworten, das muss man im Einzelfall prüfen.

  • Ärzte: Versorgungswerk der Ärztekammer NRW
  • Rechtsanwälte: Rechtsanwaltsversorgung NRW
  • Steuerberater: Versorgungswerk der Steuerberater
  • Apotheker: Versorgungswerk der Apothekerkammer NRW
  • Notare: Notarversorgung NRW
  • Architekten: Versorgungswerk der Architektenkammer NRW

Fazit

Als Freiberufler in Deutschland tragen Sie das Risiko allein. Kein Arbeitgeber, kein staatliches Auffangnetz, kein Krankengeld ohne eigene Vorsorge. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist für Sie kein optionales Extra, sondern die Grundlage jeder soliden Finanzplanung. Wenn Sie wissen möchten, welcher Tarif zu Ihrer konkreten Situation passt, welche Gesundheitsfragen Sie erwarten und wie Sie eine anonyme Voranfrage stellen, sprechen Sie mich gerne an. Ich berate Sie auf Deutsch und auf Italienisch, kostenlos und unabhängig. Vereinbaren Sie jetzt ein unverbindliches Gespräch auf massaroversicherungen.com.

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Häufige Fragen

Haben Freiberufler in Deutschland Anspruch auf staatliche Erwerbsminderungsrente?

Nur dann, wenn sie die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren in der Deutschen Rentenversicherung erfüllt haben und in den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung mindestens drei Jahre Pflichtbeiträge gezahlt haben. Die meisten Freiberufler erfüllen diese Voraussetzung nicht, weil sie nicht pflichtversichert sind.

Was kostet eine BU-Versicherung für Freiberufler?

Der Beitrag hängt von Alter, Beruf, Gesundheitszustand und gewünschter Rentenhöhe ab. Ein 30-jähriger Übersetzer ohne Vorerkrankungen zahlt für eine monatliche BU-Rente von 1.500 Euro je nach Tarif deutlich weniger als ein gleichaltriger Handwerker. Konkrete Zahlen nennt erst eine individuelle Risikoprüfung.

Kann ich als Freiberufler die BU-Versicherung von der Steuer absetzen?

Beiträge zu einer selbstständigen BU-Versicherung sind als Sonderausgaben absetzbar, allerdings nur zusammen mit anderen Vorsorgeaufwendungen und innerhalb gesetzlicher Höchstbeträge. Da als Freiberufler die Krankenversicherung diese Höchstbeträge oft bereits ausschöpft, bleibt steuerlich manchmal wenig Spielraum. Das sollten Sie mit Ihrem Steuerberater klären.

Was ist der Unterschied zwischen BU-Versicherung und Erwerbsunfähigkeitsversicherung?

Die BU-Versicherung zahlt, wenn Sie Ihren konkreten Beruf zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben können. Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung leistet erst, wenn Sie gar keine Tätigkeit mehr ausüben können. Für Freiberufler mit qualifiziertem Berufsbild ist die BU-Versicherung in der Regel der bessere Schutz.

Ich bin Italienerin und arbeite freiberuflich in NRW. Gibt es eine Beratung auf Italienisch?

Ja. Bei Massaro Versicherungen erhalten Sie eine unabhängige Beratung zur Berufsunfähigkeitsversicherung sowohl auf Deutsch als auch auf Italienisch. Das erleichtert es, auch fachliche Details wirklich zu verstehen und keine wichtigen Punkte zu übersehen. Kontaktaufnahme über massaroversicherungen.com.

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