BU-Versicherung kurz vor der Rente: Lohnt sich der Schutz noch ab 55?
BU-Versicherung kurz vor der Rente: Lohnt sich der Abschluss ab 55 noch? Ehrliche Einschätzung mit Rechenbeispielen für Arbeitnehmer und Selbstständige in NRW.

Alessandra Massaro
Versicherungsvermittlerin nach § 34d GewO
Aktualisiert am 17. Juni 2026
Eintrag im Vermittlerregister einsehen →Kurze Antwort
Eine BU ab 55 lohnt sich dann, wenn die Beitragssumme geringer ist als das abgesicherte Risiko bis zum Renteneintritt. Für Selbstständige ohne gesetzliche Absicherung ist sie oft unverzichtbar. Alternativen wie eine Grundfähigkeitsversicherung können sinnvoll sein, wenn der Gesundheitszustand einen BU-Abschluss erschwert.
Warum das Risiko bis zur Rente größer ist als gedacht
Viele meiner Kunden in Düsseldorf und Köln, oft italienischstämmige Handwerker, Pflegekräfte oder Selbstständige, kommen erst mit Mitte 50 auf das Thema Berufsunfähigkeit. Verständlich: Man hat Familie, Haus, Alltag. Jetzt aber, kurz vor dem Ruhestand, stellt sich die Frage ganz konkret: Macht ein BU-Abschluss mit 55, 57 oder gar 60 Jahren noch Sinn? Die Antwort ist nicht so einfach, wie viele Vergleichsportale sie gerne darstellen.
Viele denken: Ich bin ja bald in Rente, das Risiko ist gering. Aber statistisch gesehen, ohne hier eine erfundene Zahl zu nennen, berufsunfähig zu werden steigt mit dem Alter erheblich. Rückenprobleme, Herzerkrankungen, psychische Erschöpfung: Diese Ursachen treffen Menschen besonders häufig zwischen 55 und 65. Das sind genau die Jahre, in denen Sie noch arbeiten müssen, aber körperlich an Grenzen stoßen.
Das Problem ist konkret. Wer mit 57 Jahren berufsunfähig wird und erst mit 67 in Rente gehen kann, steht vor einer Lücke von zehn Jahren. Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente greift nur bei vollständiger Erwerbsminderung, also wenn Sie weniger als drei Stunden täglich irgendeinen Beruf ausüben können. Für viele reicht sie nicht aus, um den Lebensstandard zu halten. Gerade wer selbstständig war und keine Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung gezahlt hat, steht dann fast ohne Netz da.
Was eine BU ab 55 kostet: ein ehrliches Rechenbeispiel
Nehmen wir ein konkretes Beispiel. Ein 55-jähriger Elektriker aus Duisburg, gesund, Nichtraucher, möchte eine monatliche BU-Rente von 1.500 Euro bis zum 67. Lebensjahr absichern. Die Laufzeit beträgt zwölf Jahre. Der Monatsbeitrag kann je nach Anbieter und Gesundheitsstatus zwischen 150 und über 400 Euro liegen. Über zwölf Jahre ergibt das eine Beitragssumme von 21.600 bis über 57.600 Euro.
Im Schadensfall, also bei vollständiger Berufsunfähigkeit ab dem ersten Jahr, würde er bis zu 216.000 Euro an Leistung erhalten. Das Verhältnis ist also oft noch positiv. Aber: Der Beitrag hängt extrem vom Beruf und Gesundheitszustand ab. Ein Bürokaufmann zahlt weniger als ein Dachdecker. Wer Vorerkrankungen hat, bekommt entweder Ausschlüsse, Risikozuschläge oder gar keine Police. Hier ist eine ehrliche Risikoprüfung vor dem Antrag entscheidend.
Selbstständige in NRW: Warum der Schutz besonders kritisch ist
Viele italienischstämmige Selbstständige in NRW, im Gastgewerbe, Baugewerbe oder Handel, haben jahrelang gut verdient, aber keine nennenswerten Ansprüche in der gesetzlichen Rentenversicherung aufgebaut. Wer als Gewerbetreibender nicht freiwillig in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat, bekommt im Fall einer Berufsunfähigkeit schlicht nichts vom Staat. Kein Krankengeld nach 78 Wochen, keine Erwerbsminderungsrente.
Für diese Gruppe ist eine BU-Versicherung, auch ab 55, oft die einzige realistische Absicherung. Natürlich muss man die Kosten-Nutzen-Rechnung machen. Aber der Vergleich lautet hier nicht: BU-Beitrag gegen staatliche Rente. Der Vergleich lautet: BU-Beitrag gegen gar keine Absicherung. Das verändert die Rechnung grundlegend. Ich sage das klar, weil viele meiner Kunden diesen Unterschied erst in der Beratung begreifen.
Wann sich eine BU ab 55 nicht mehr lohnt
Es gibt Situationen, in denen ein Abschluss tatsächlich wenig Sinn ergibt. Wenn die Laufzeit nur noch fünf Jahre beträgt, die Beiträge aufgrund von Vorerkrankungen stark erhöht sind und gleichzeitig bereits nennenswerte Altersrücklagen vorhanden sind, kann der Beitrag das Risiko kaum noch aufwiegen. Das sollte man offen sagen, ohne etwas schönzureden.
Auch wer schwere Vorerkrankungen hat, etwa Diabetes mit Folgeerkrankungen oder dokumentierte Rückenprobleme, wird entweder große Ausschlüsse akzeptieren müssen oder überhaupt keine Police bekommen. In solchen Fällen kann es ehrlicher sein, das Geld direkt anzulegen oder in eine andere Absicherungsform zu investieren. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung, die den eigentlichen Kern nicht absichert, weil alles ausgeschlossen ist, bringt wenig.
Wichtig ist dabei: Schicken Sie nicht einfach einen Antrag ab. Eine anonyme Voranfrage beim Versicherer klärt, ob und zu welchen Bedingungen eine Versicherung möglich ist, ohne dass eine Ablehnung in der Schufa oder einem Versicherungsregister landet. Dieser Schritt ist vor jedem BU-Antrag zwingend.
Alternativen zur klassischen BU: was wirklich funktioniert
Wenn eine BU nicht zu bekommen ist oder zu teuer wird, gibt es Alternativen, die man kennen sollte. Die Grundfähigkeitsversicherung zahlt, wenn bestimmte körperliche Grundfähigkeiten wie Gehen, Greifen oder Sprechen verloren gehen, unabhängig vom Beruf. Sie ist günstiger als eine BU und für Handwerker oder körperlich Tätige oft eine realistische Option. Allerdings greift sie nicht bei psychischen Erkrankungen, was ein echter Nachteil ist.
Eine weitere Option ist die Dread-Disease-Versicherung, die bei bestimmten schweren Krankheiten wie einem Herzinfarkt oder Schlaganfall eine Einmalzahlung leistet. Keine monatliche Rente, aber ein finanzielles Polster für den Ernstfall. Auch eine Berufsunfähigkeitszusatzversicherung im Rahmen einer bestehenden Lebensversicherung kann geprüft werden, wobei hier die Konditionen oft schlechter sind als bei einem eigenständigen BU-Vertrag. Ich schaue mir das für jeden Kunden individuell an, weil es keine Standardlösung gibt.
Was ich in der Praxis selten empfehle: die klassische Ausbildungsversicherung oder kapitalbildende Absicherungsprodukte mit niedrigen Renditeaussichten. Diese Produkte haben oft hohe Kosten bei geringem Nutzen. Wer in dieser Lebensphase Kapital aufbauen möchte, fährt mit einem sauberen ETF-Sparplan plus einem reinen Risikoabsicherungsprodukt in der Regel besser.
- Grundfähigkeitsversicherung: günstiger, aber ohne psychische Absicherung
- Dread-Disease-Versicherung: Einmalzahlung bei schweren Krankheiten
- BU-Zusatzversicherung: oft schlechtere Konditionen, trotzdem prüfenswert
- Erwerbsunfähigkeitsversicherung: günstigere Alternative zur BU, aber engere Leistungsvoraussetzungen
Steuerliche Aspekte: Was ab 55 zu beachten ist
Die Beiträge zur BU-Versicherung sind in bestimmten Grenzen als Sonderausgaben absetzbar, genauer gesagt im Rahmen der Vorsorgeaufwendungen nach Paragraf 10 EStG. Für die meisten Arbeitnehmer, die bereits Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Rentenversicherung zahlen, ist der Höchstbetrag jedoch oft schon ausgeschöpft. Ein steuerlicher Vorteil ergibt sich hier also nicht automatisch.
Im Leistungsfall, also wenn die BU-Rente gezahlt wird, ist diese grundsätzlich einkommensteuerpflichtig, allerdings nur mit dem Ertragsanteil. Je kürzer die Restlaufzeit beim Leistungsbeginn, desto geringer der steuerpflichtige Anteil. Wer mit 60 Jahren berufsunfähig wird und Rente bis 67 bezieht, zahlt Steuern auf einen bestimmten Ertragsanteil, nicht auf den vollen Betrag. Das mindert die Steuerlast spürbar, ist aber kein Hauptargument für oder gegen einen Abschluss.
Wie die Beratung bei Massaro Versicherungen konkret aussieht
Bei Massaro Versicherungen führe ich die Erstberatung kostenlos durch, auf Wunsch auch auf Italienisch. Das ist für viele meiner Kunden in NRW ein echter Vorteil, weil Versicherungsthemen in der eigenen Sprache einfacher zu verstehen sind. Wir gehen gemeinsam durch Ihren konkreten Beruf, Ihren Gesundheitsstatus und Ihre bereits vorhandenen Absicherungen.
Ich stelle keine Anträge ins Blaue. Vor jedem echten Antrag machen wir eine anonyme Voranfrage, damit Sie wissen, zu welchen Bedingungen eine Versicherung möglich ist. Erst dann entscheiden Sie. Das kostet nichts und schützt Sie vor einem Eintrag im Hinweis- und Informationssystem der Versicherungswirtschaft. Genau das ist der Unterschied zwischen einem schnellen Online-Abschluss und einer echten Beratung.
Fazit
Ob eine BU-Versicherung ab 55 sinnvoll ist, hängt von Ihrem Beruf, Ihrer Gesundheit, Ihrer Laufzeit und Ihrer bereits vorhandenen Absicherung ab. Pauschalantworten helfen hier nicht. Wenn Sie wissen möchten, was in Ihrer konkreten Situation möglich und sinnvoll ist, nehmen Sie gerne Kontakt auf. Die Erstberatung bei Massaro Versicherungen ist kostenlos und auf Wunsch auf Italienisch oder Deutsch: https://www.massaroversicherungen.com.
Persönliche Beratung auf Italienisch oder Deutsch
Jetzt Kontakt aufnehmenHäufige Fragen
Kann ich mit 60 Jahren noch eine BU-Versicherung abschließen?
Was passiert, wenn ich berufsunfähig werde und keine BU habe?
Ist eine Grundfähigkeitsversicherung eine echte Alternative zur BU?
Bieten Sie die Beratung auch auf Italienisch an?
Wie läuft eine anonyme Voranfrage ab und warum ist sie wichtig?
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