Frühstart-Rente: Was die staatliche Kinder-Rente ab 2027 bringt
Frühstart-Rente ab 2027: Der Staat zahlt 10 € im Monat ins Depot jedes Kindes von 6 bis 18. Wer profitiert, wie es funktioniert und ob private Kindervorsorge trotzdem sinnvoll bleibt.

Alessandra Massaro
Versicherungsvermittlerin nach § 34d GewO
Aktualisiert am 01. Juni 2026
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Kurze Antwort
Die Frühstart-Rente ist eine staatliche Altersvorsorge für Kinder, die zum 1. Januar 2027 startet (rückwirkend ab 2026). Der Staat zahlt 10 € pro Monat in ein privates Depot für jedes Kind zwischen 6 und 18 Jahren, das eine Bildungseinrichtung besucht. Das Geld wird am Kapitalmarkt angelegt, wächst steuerfrei und darf erst zum Renteneintritt entnommen werden. Über 12 Jahre sind das 1.440 € staatliche Einzahlung plus Rendite, aber für eine spürbare Rente reicht das allein nicht.
Was ist die Frühstart-Rente?
Die Frühstart-Rente ist ein neues Element der staatlichen Altersvorsorge in Deutschland, beschlossen vom Bundeskabinett und geplant zum Start am 1. Januar 2027. Die Idee: Jedes Kind soll so früh wie möglich ein eigenes, am Kapitalmarkt angelegtes Altersvorsorge-Depot bekommen, damit der Zinseszins über Jahrzehnte wirken kann.
Konkret zahlt der Staat 10 € pro Monat in ein individuelles Depot für jedes Kind zwischen 6 und 18 Jahren, das in Deutschland wohnt und eine Bildungseinrichtung besucht (Schule, Kita ab 6, Ausbildung). Das Geld wird in Wertpapiere investiert, wächst über die Laufzeit und ist bis zur Auszahlung im Rentenalter steuerlich begünstigt.
Wie viel Geld kommt am Ende zusammen?
Rechnen wir nüchtern. Vom 6. bis zum 18. Lebensjahr sind das 12 Jahre staatliche Einzahlung:
| Posten | Betrag |
|---|---|
| Staatliche Einzahlung (10 € × 12 Monate × 12 Jahre) | 1.440 € |
| Depotwert mit 18 (bei ca. 6 % p.a. Rendite) | rund 2.100 bis 2.300 € |
| Hochrechnung bis 67 (ohne weitere Einzahlung, ca. 6 % p.a.) | rund 35.000 bis 40.000 € |
Das klingt nach viel, ist aber über 60 Jahre Laufzeit und nach Inflation eine bescheidene Zusatzrente. Die Frühstart-Rente ist ein Startkapital und ein Anstoß, keine vollständige Altersvorsorge. Genau hier setzt die private Ergänzung an.
Wer bekommt die Frühstart-Rente und ab wann?
- Alter: Kinder von 6 bis 18 Jahren mit Wohnsitz in Deutschland.
- Voraussetzung: Besuch einer Bildungseinrichtung (Schule, ab 6 auch Kita, Ausbildung).
- Start: 1. Januar 2027, rückwirkend ab dem 1. Januar 2026. Die ersten Jahrgänge bekommen die Beiträge also nachgezahlt.
- Auszahlung: erst zum gesetzlichen Renteneintritt. Vorher ist keine Entnahme möglich.
Wichtig für italienische Familien in Deutschland: Entscheidend ist der Wohnsitz und der Besuch einer deutschen Bildungseinrichtung, nicht die Staatsangehörigkeit. Auch Kinder mit italienischem Pass, die hier zur Schule gehen, sind anspruchsberechtigt.
Frühstart-Rente und private Kindervorsorge: kein Entweder-oder
Die häufigste Frage von Eltern: Macht eine private Kindervorsorge wie Best Invest Kids überhaupt noch Sinn, wenn der Staat jetzt zahlt? Die Antwort ist ein klares Ja, und der Grund ist die Höhe der Beträge.
Die staatlichen 10 € im Monat decken nur einen Bruchteil dessen ab, was ein Kind für eine echte Starthilfe ins Erwachsenenleben braucht, etwa Führerschein, erste Wohnung, Studium, Auslandssemester. Die Frühstart-Rente ist zudem bis zur Rente gesperrt, das Geld steht für den Ausbildungsstart mit 18 bis 25 gar nicht zur Verfügung.
Eine private Lösung wie Best Invest Kids von Helvetia und Baloise arbeitet anders: Sie ist flexibel, das Kapital ist bei Bedarf vorzeitig verfügbar, und mit Raten ab 25 bis 50 € im Monat entsteht über 18 Jahre ein Vielfaches der staatlichen Summe. Beide Bausteine ergänzen sich: Der Staat legt das langfristige Rentenkapital an, die private Police schafft das flexible Startkapital für den Lebensstart.
Frühstart-Rente vs. Best Invest Kids im Überblick
| Merkmal | Frühstart-Rente (Staat) | Best Invest Kids (privat) |
|---|---|---|
| Einzahlung | 10 € / Monat vom Staat | frei wählbar ab ca. 25 € / Monat |
| Verfügbarkeit | erst zur Rente gesperrt | flexibel, vorzeitige Entnahme möglich |
| Anlage | Kapitalmarkt-Depot | Fonds / ETF-Police, 0,7 bis 0,8 % Kosten p.a. |
| Zweck | Altersvorsorge fürs Kind | Startkapital + Vorsorge, flexibel |
| Zusatzschutz | keiner | Beitragsbefreiung bei Tod der Eltern möglich |
Der entscheidende Unterschied liegt in der Flexibilität und im Zusatzschutz. Eine gute private Kindervorsorge enthält oft eine Beitragsbefreiung: Sterben die Eltern, zahlt der Versicherer die Beiträge weiter, und das Kind bekommt trotzdem das volle Kapital. Diesen Schutz gibt es bei der rein staatlichen Frühstart-Rente nicht.
Was Eltern jetzt tun sollten
- Abwarten beim staatlichen Teil: Die Frühstart-Rente kommt automatisch, sobald das Gesetz greift. Es ist keine eigene Antragstellung im Voraus nötig, die Details zur Depotwahl werden 2026 festgelegt.
- Private Vorsorge früh starten: Beim Zinseszins zählt jedes Jahr. Wer mit der Geburt des Kindes startet, hat 18 Jahre Laufzeit. Jedes Jahr Verzögerung kostet am Ende spürbar Kapital.
- Kosten vergleichen: Bei Fonds- und ETF-Policen entscheiden die laufenden Kosten über die Rendite. Best Invest Kids liegt mit 0,7 bis 0,8 % pro Jahr auf dem Niveau moderner ETF-Policen.
- Beratung auf Italienisch oder Deutsch: Gerade bei langfristiger Kindervorsorge lohnt sich ein unabhängiger Blick. Eine Maklerin vergleicht den Markt und erklärt verständlich, was wirklich passt.
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