PKV

Anwartschaft in der privaten Krankenversicherung: kleine, grosse oder gar keine?

Wer die PKV verlässt, verliert Gesundheitsstatus und Alterungsrückstellungen, ausser er sichert sie mit einer Anwartschaft. Was kleine und grosse Anwartschaft kosten, welche Fristen gelten und wann sich welche rechnet.

Alessandra Massaro

Alessandra Massaro

Versicherungsvermittlerin nach § 34d GewO

Aktualisiert am 09. September 2026

Eintrag im Vermittlerregister einsehen →
4,9 / 5
Bewertung
10.000+
Kunden
15 Jahre
Erfahrung
24 h
Antwort
PKV-Anwartschaft: Beratung zu kleiner und grosser Anwartschaftsversicherung vor dem Ausstieg

Kurze Antwort

Eine Anwartschaft hält Ihnen den Rückweg in die PKV offen, während Sie vorübergehend gesetzlich versichert sind oder im Ausland leben. Die kleine friert Ihren Gesundheitszustand ein und kostet etwa 5 bis 10 Prozent des Beitrags. Die grosse sichert zusätzlich Ihr Eintrittsalter und Ihre Alterungsrückstellungen, kostet aber 30 bis 45 Prozent. Welche sich rechnet, hängt von drei Dingen ab, die im Angebot Ihres Versicherers nicht stehen: wie lange die Pause dauert, wie alt Sie beim Wiedereinstieg sind und ob die GKV-Tür dann überhaupt noch offen wäre.

Kostenloser Rückruf

PKV pausieren: kleine oder grosse Anwartschaft?

Nur Name und Nummer. Alessandra Massaro rechnet beide Varianten für Ihren Tarif durch, bevor Sie kündigen. Rückruf binnen 24 Stunden, auf Deutsch oder Italienisch.

Oder direkt auf WhatsApp schreiben

Vertraulich, kostenlos, unverbindlich.

Was eine Anwartschaft ist und wer sie plötzlich braucht

Eine Anwartschaftsversicherung ist ein ruhender PKV-Vertrag. Sie zahlen einen kleinen Beitrag, bekommen aber keine Leistungen. Dafür kaufen Sie das einzige, was sich später nicht mehr nachkaufen lässt: das Recht, ohne neue Gesundheitsprüfung in Ihren alten Tarif zurückzukehren. Die Anwartschaft ist damit die einzige Versicherung, die nie etwas auszahlt und trotzdem Zehntausende Euro wert sein kann.

Zur Frage wird sie immer im selben Moment: wenn die PKV vorübergehend endet oder enden soll. Die häufigsten Fälle:

  • Sie waren selbstständig und nehmen einen Angestelltenjob unter der Versicherungspflichtgrenze von 77.400 Euro an. Damit werden Sie automatisch gesetzlich pflichtversichert.
  • Sie gehen für einige Jahre ins Ausland, zum Beispiel zurück nach Italien, und wollen sich die Rückkehr nach Deutschland nicht verbauen.
  • Sie werden arbeitslos und rutschen über das Arbeitslosengeld in die Versicherungspflicht.
  • Sie starten als Beamtenanwärter oder bekommen als Polizist oder Soldat freie Heilfürsorge, die die PKV vorerst überflüssig macht.

In all diesen Fällen gilt: Der alte PKV-Vertrag endet nicht einfach. Er kann in eine Anwartschaft umgewandelt werden. Ob sich das lohnt, hängt davon ab, was Sie sonst verlieren würden. Genau darum geht es jetzt.

Kleine gegen grosse Anwartschaft: der Unterschied in einer Tabelle

Es gibt zwei Varianten, und der Preisunterschied ist gewaltig. Die Tabelle zeigt, was Sie jeweils bekommen:

 Kleine AnwartschaftGrosse Anwartschaft
Kosten pro Monatetwa 5 bis 10 Prozent des Beitragsetwa 30 bis 45 Prozent des Beitrags
Neue Gesundheitsprüfung bei Rückkehrneinnein
Alterungsrückstellungenbleiben stehen, wachsen aber nicht weiterwerden weiter aufgebaut
Beitrag bei Rückkehrnach Ihrem Alter beim Wiedereinstiegnach Ihrem ursprünglichen Eintrittsalter
Typischer Fallkurze Pause, jüngere Versichertelange Pause, ältere Versicherte

Alterungsrückstellungen sind das Geld, das Sie in jungen Jahren zusätzlich einzahlen, damit der Beitrag im Alter bezahlbar bleibt. Nach zehn oder zwanzig Jahren Vertrag ist das ein fünfstelliger Betrag. Die kleine Anwartschaft konserviert Ihren Gesundheitszustand, die grosse konserviert zusätzlich Ihr Beitragsniveau. Das ist der ganze Unterschied, und er entscheidet sich am Preis und an der Dauer der Pause.

Nicht sicher, was für Sie passt? Fragen Sie einfach. Kostenlos und auf Italienisch oder Deutsch.

Kostenlos fragen

Ohne Anwartschaft: was der Ausstieg wirklich kostet

Wer die PKV ohne Anwartschaft verlässt und später zurück will, zahlt dreifach. Erstens: Der neue Versicherer prüft Ihre Gesundheit komplett neu. Jede Diagnose aus den Pausenjahren zählt, vom Bandscheibenvorfall bis zur Psychotherapie. Zweitens: Sie starten mit Ihrem dann aktuellen Alter, und jedes Jahr macht den Beitrag dauerhaft teurer. Drittens: Ihre alten Alterungsrückstellungen sind weg.

Dazu kommt eine Tür, die sich leise schliesst: Wer 55 oder älter ist, kommt praktisch nicht mehr in die gesetzliche Kasse zurück. Das trifft besonders alle, die im Ausland leben. Ein Beispiel aus der Praxis: Wer mit 48 nach Italien zurückgeht und mit 56 wieder in Deutschland arbeitet, steht dann vor verschlossenen Türen. Die GKV nimmt nicht mehr, die alte PKV verlangt eine neue Gesundheitsprüfung zum Beitrag eines 56-Jährigen. Übrig bleibt oft nur der teure Basistarif. Eine Anwartschaft für wenige Euro im Monat hätte genau das verhindert.

Die zwei Fristen, die fast niemand kennt

Die Anwartschaft hat zwei Zeitfenster, und beide sind kurz. Das erste: Sie wird beim Ausstieg vereinbart, nicht irgendwann danach. Der Vertrag muss nahtlos von der Vollversicherung in die Anwartschaft übergehen. Ist der alte Vertrag erst einmal gekündigt und beendet, gibt es nichts mehr umzuwandeln. Wer also schon beim neuen Arbeitgeber unterschrieben hat, muss die Anwartschaft mit der Kündigung zusammen regeln, nicht nach ihr.

Das zweite Fenster kommt am Ende der Pause: Fällt der Grund weg, etwa weil der Auslandsaufenthalt endet oder das Gehalt wieder über die Versicherungspflichtgrenze steigt, muss die Reaktivierung meist innerhalb von zwei Monaten beantragt werden. Wer die Frist verpasst, riskiert genau das, wofür er jahrelang bezahlt hat: Der Versicherer darf dann doch wieder eine Gesundheitsprüfung verlangen. Ein Kalendereintrag am ersten Tag der Pause ist hier buchstäblich Geld wert.

Zu kompliziert? Ich erkläre es Ihnen in Ruhe, Schritt für Schritt. Ganz ohne Fachchinesisch.

Beratung anfragen

Wann sich welche rechnet: drei Faustregeln mit Zahlen

Ein Rechenbeispiel macht die Entscheidung greifbar. Angenommen, Ihr PKV-Beitrag liegt bei 600 Euro im Monat. Die kleine Anwartschaft kostet dann grob 30 bis 60 Euro, die grosse 180 bis 270 Euro. Auf drei Jahre Pause gerechnet: rund 1.500 Euro gegen rund 8.000 Euro. Dafür muss die grosse einen Gegenwert liefern, und den liefert sie über das gesicherte Eintrittsalter vor allem dann, wenn die Pause lang ist oder die Rückkehr erst jenseits der 45 stattfindet.

  • Kurze Pause, unter 40, gesund: Die kleine Anwartschaft reicht meist. Zwei oder drei Jahre höheres Eintrittsalter kosten weniger, als die grosse in der Zeit verlangt.
  • Lange Pause oder über 45: Hier dreht sich die Rechnung. Jedes Jahr Altersunterschied wirkt lebenslang auf den Beitrag. Die grosse Anwartschaft ist teuer, aber das gesicherte Eintrittsalter und die weiterlaufenden Rückstellungen holen es über die Restlaufzeit oft mehrfach herein.
  • Rückkehr unklar, Alter nahe 55: Rechnen Sie nicht nur die Anwartschaft, sondern auch die Alternative. Ab 55 ist die GKV praktisch zu. Die Anwartschaft ist dann kein Komfort mehr, sondern der einzige planbare Weg zurück in einen vollwertigen Schutz.

Wichtig für Angestellte in Elternzeit oder kurzer Pflichtversicherung: Manche Versicherer bieten für solche kurzen Unterbrechungen eigene Konditionen an. Und wer nur mit dem Gedanken spielt, die PKV wegen des Beitrags zu verlassen, sollte vorher den internen Tarifwechsel prüfen. Oft löst der das Problem, ganz ohne Ausstieg.

Warum die Entscheidung vor der Kündigung fällt, nicht danach

Die Anwartschaft hat einen unbequemen Kern: Sie lässt sich nur in eine Richtung abschliessen. Solange Ihr PKV-Vertrag läuft, stehen Ihnen beide Varianten offen, und Sie können in Ruhe rechnen. Am Tag nach dem Vertragsende ist die Frage entschieden, und zwar gegen Sie. Deshalb gehört die Anwartschaftsfrage auf den Tisch, bevor der neue Arbeitsvertrag, der Umzug oder die Kündigung unterschrieben ist.

Die Prüfung selbst ist überschaubar: Tarif, Alter, geplante Dauer der Pause, fertig. Was dabei herauskommt, ist entweder die Gewissheit, dass Sie die Anwartschaft nicht brauchen, oder ein Rückfahrticket, das Sie für einen Bruchteil des Beitrags festhalten. Beides ist besser als die dritte Variante: in fünf Jahren vor einer neuen Gesundheitsprüfung zu sitzen und zu wissen, dass es einmal anders möglich gewesen wäre.

Rückruf-Service

Sag mir dein Problem, ich rufe dich kostenlos zurück

Wähle deinen Fall, hinterlasse Name und Nummer. Alessandra ruft binnen 24 Stunden zurück, auf Deutsch oder Italienisch.

Schritt 1 / 2

Was ist dein Problem?

4,9 / 5von über 10.000 zufriedenen Kunden
Perfekte Beratung. Hat die richtige Versicherung für meine Familie gefunden. Sehr professionell.
Giuseppe Romano
Endlich jemand, der zuhört. Individuelle Beratung, optimal abgesichert.
Marco Rossi
Kompetent und freundlich. Die richtige Lebensversicherung gefunden. Absolut empfehlenswert!
Francesca Bianchi

Erst rechnen, dann kündigen

Ob kleine, grosse oder gar keine Anwartschaft: Die Rechnung für Ihren Tarif dauert ein Gespräch und kostet nichts. Beratung auf Deutsch oder Italienisch, unabhängig und ohne Verkaufsdruck.

Häufige Fragen

Was kostet eine Anwartschaftsversicherung in der PKV?

Die kleine Anwartschaft kostet etwa 5 bis 10 Prozent des Beitrags, den ein Neukunde in Ihrem Tarif zahlen würde. Die grosse Anwartschaft liegt bei etwa 30 bis 45 Prozent Ihres bisherigen Zahlbeitrags. Bei einem Beitrag von 600 Euro im Monat sind das grob 30 bis 60 Euro für die kleine und 180 bis 270 Euro für die grosse Variante. Die genauen Sätze legt jeder Versicherer selbst fest.

Brauche ich bei der Rückkehr in die PKV eine neue Gesundheitsprüfung?

Nein, das ist der Kern beider Varianten: Ihr Gesundheitszustand bleibt auf dem Stand des ursprünglichen Vertragsbeginns eingefroren. Diagnosen aus der Pausenzeit spielen keine Rolle. Voraussetzung ist, dass Sie die Reaktivierung rechtzeitig beantragen, meist innerhalb von zwei Monaten, nachdem der Grund für die Pause weggefallen ist. Wer diese Frist verpasst, riskiert doch noch eine neue Prüfung.

Kleine oder grosse Anwartschaft: was ist besser?

Als Faustregel: Bei kurzer Pause und einem Alter unter 40 reicht meist die kleine Anwartschaft, weil das etwas höhere Eintrittsalter bei der Rückkehr weniger kostet als der Aufpreis der grossen. Bei langer Pause, einem Alter über 45 oder einer Rückkehr nahe der Rente lohnt sich die grosse, weil sie das ursprüngliche Eintrittsalter sichert und die Alterungsrückstellungen weiter aufbaut. Die Entscheidung sollte für den konkreten Tarif durchgerechnet werden.

Was passiert mit meinen Alterungsrückstellungen während der Anwartschaft?

Bei der kleinen Anwartschaft bleiben die bereits aufgebauten Rückstellungen erhalten, wachsen aber nicht weiter. Der Beitrag bei der Rückkehr richtet sich nach Ihrem dann erreichten Alter. Bei der grossen Anwartschaft werden die Rückstellungen weiter aufgebaut, und der Beitrag wird nach Ihrem ursprünglichen Eintrittsalter berechnet. Ohne Anwartschaft verfallen die Rückstellungen beim Ausstieg fast vollständig.

Lohnt sich eine Anwartschaft bei einem Auslandsaufenthalt, zum Beispiel in Italien?

Gerade dann. Wer Deutschland für einige Jahre verlässt, verliert seinen PKV-Schutz und kommt ab 55 praktisch nicht mehr in die gesetzliche Kasse zurück. Ohne Anwartschaft bleibt bei einer späteren Rückkehr oft nur eine neue Gesundheitsprüfung zum dann aktuellen Alter oder der teure Basistarif. Eine kleine Anwartschaft für wenige Euro im Monat hält den alten Tarif offen, egal wie lange der Aufenthalt dauert.

Das könnte dich auch interessieren

Quellen und weiterführende Informationen