VORSORGE

Rente und Grundsicherung: Wann der Staat Ihre Rente aufstockt

Rente zu klein? So funktioniert die Grundsicherung im Alter 2026: Grenzen, Freibeträge, Antrag und was Ihnen von der privaten Rente bleibt. Einfach erklärt.

Alessandra Massaro

Alessandra Massaro

Versicherungsvermittlerin nach § 34d GewO

Aktualisiert am 18. Juli 2026

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Die Grundsicherung im Alter ist eine staatliche Hilfe für Menschen, deren Rente zum Leben nicht reicht. Sie füllt das Einkommen bis zu einem festgelegten Bedarf auf. Wer im Rentenalter ist und mit allen Einkünften darunter bleibt, kann sie beim Sozialamt beantragen. Eigenes Vermögen wird dabei bis zu einer Grenze geschont.

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Was ist die Grundsicherung im Alter?

Die Grundsicherung im Alter ist eine Hilfe vom Staat. Sie ist für Menschen gedacht, deren Geld im Ruhestand nicht zum Leben reicht. Der Staat zahlt dann die Differenz.

Wichtig: Die Grundsicherung ist keine Rente. Sie kommt nicht von der Deutschen Rentenversicherung, sondern vom Sozialamt Ihrer Stadt. Sie richtet sich nicht danach, wie lange Sie gearbeitet haben. Sie richtet sich nur danach, wie viel Geld Sie heute zur Verfügung haben.

Anspruch hat, wer die Regelaltersgrenze erreicht hat, also je nach Jahrgang zwischen 65 und 67 Jahren. Auch wer dauerhaft voll erwerbsgemindert ist, also aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten kann, kann die Leistung bekommen. In beiden Fällen gilt: Der Wohnsitz muss in Deutschland sein.

Wie hoch ist die Grundsicherung 2026?

Die Höhe ist nicht für alle gleich. Sie setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen. Fachleute nennen die Summe den Bedarf.

BausteinGrößenordnung pro Monat
Regelsatz alleinstehendrund 560 Euro
Regelsatz je Partner in der Eherund 500 Euro
Miete und Heizungtatsächliche Kosten, wenn sie angemessen sind
Kranken und Pflegeversicherungwird zusätzlich übernommen
Mehrbedarf, zum Beispiel bei GehbehinderungZuschlag möglich

Ein einfaches Beispiel: Der Regelsatz liegt bei rund 560 Euro, die Warmmiete bei 550 Euro. Der Bedarf beträgt dann rund 1.110 Euro. Wer eine Rente von 800 Euro bekommt, erhält also rund 310 Euro vom Amt dazu.

Die genauen Sätze werden jedes Jahr angepasst und unterscheiden sich je nach Stadt, vor allem bei der Miete. Köln ist teurer als eine kleine Gemeinde. Fragen Sie deshalb immer bei Ihrem Sozialamt nach den aktuellen Zahlen.

Nicht sicher, was für Sie passt? Fragen Sie einfach. Kostenlos und auf Italienisch oder Deutsch.

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Welches Einkommen und Vermögen wird angerechnet?

Das Amt prüft, welches Geld Ihnen zur Verfügung steht. Angerechnet wird fast alles, was regelmäßig hereinkommt.

  • Die gesetzliche Rente aus Deutschland
  • Renten aus dem Ausland, zum Beispiel aus Italien
  • Betriebsrenten und private Rentenzahlungen
  • Mieteinnahmen und Zinsen
  • Einkommen des Ehepartners im gemeinsamen Haushalt

Auch Vermögen zählt. Dazu gehören Sparbuch, Depot und Lebensversicherungen. Ein Schonvermögen bleibt aber frei. Es liegt aktuell bei rund 10.000 Euro pro Person. Ein selbst bewohntes Haus oder eine selbst bewohnte Wohnung bleibt in angemessener Größe ebenfalls geschützt.

Eine gute Nachricht für Sparer: Für zusätzliche Altersvorsorge gibt es einen Freibetrag. Ein Teil aus Riester, Betriebsrente oder Basisrente bleibt anrechnungsfrei, in der Größenordnung von gut 100 Euro plus einem Anteil des darüber liegenden Betrags, gedeckelt bei rund 250 Euro im Monat. Wer privat vorgesorgt hat, steht also besser da als jemand ohne Vorsorge. Wie diese Bausteine zusammenspielen, erklären wir ausführlich auf unserer Seite zur privaten Rentenversicherung.

Weil diese Regeln vom Einzelfall abhängen, ist eine persönliche Prüfung sinnvoll. Wir rechnen das gerne gemeinsam mit Ihnen durch.

Müssen die Kinder für die Eltern zahlen?

Diese Sorge hält viele Menschen vom Antrag ab. Sie ist heute meistens unbegründet.

Seit dem Angehörigen Entlastungsgesetz greift das Amt erst dann auf Kinder oder Eltern zu, wenn deren Jahreseinkommen über 100.000 Euro brutto liegt. Diese Grenze gilt für jedes Kind einzeln. Liegt das Einkommen darunter, wird nichts zurückgefordert.

Das Amt fragt die Kinder auch nicht routinemäßig aus. Es geht zunächst davon aus, dass die Grenze nicht überschritten wird. Nur bei konkreten Hinweisen wird nachgefragt.

Viele ältere Menschen verzichten trotzdem auf die Grundsicherung, aus Scham oder aus Angst vor Bürokratie. Das ist schade, denn es handelt sich um einen gesetzlichen Anspruch, nicht um ein Almosen.

Zu kompliziert? Ich erkläre es Ihnen in Ruhe, Schritt für Schritt. Ganz ohne Fachchinesisch.

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Grundrente und Grundsicherung: der Unterschied

Beide Begriffe klingen ähnlich, meinen aber zwei völlig verschiedene Dinge.

  • Grundrente ist ein Zuschlag auf die gesetzliche Rente. Sie kommt von der Rentenversicherung und belohnt lange Beitragszeiten mit kleinem Verdienst. Nötig sind mindestens 33 Jahre mit Beiträgen.
  • Grundsicherung ist eine Sozialleistung vom Sozialamt. Sie hängt nicht von Beitragsjahren ab, sondern nur vom aktuellen Bedarf.

Beides ist kombinierbar. Wer die Grundrente bekommt und trotzdem unter dem Bedarf bleibt, kann zusätzlich Grundsicherung beantragen. Beim Grundrentenzuschlag gilt in der Grundsicherung ebenfalls ein Freibetrag, sodass ein Teil des Zuschlags erhalten bleibt.

So stellen Sie den Antrag

Der Antrag ist einfacher, als viele denken. Sie stellen ihn beim Sozialamt Ihrer Stadt oder Ihres Kreises. Auch die Deutsche Rentenversicherung nimmt den Antrag entgegen und leitet ihn weiter.

  • Rentenbescheid und Nachweise über alle weiteren Einkünfte
  • Mietvertrag und letzte Nebenkostenabrechnung
  • Kontoauszüge der letzten Monate
  • Nachweise über Sparguthaben und Versicherungen
  • Personalausweis oder Pass und Meldebescheinigung

Die Leistung wird ab dem Monat der Antragstellung gezahlt, nicht rückwirkend. Wer zögert, verliert also Geld. Bewilligt wird meist für zwölf Monate, danach folgt eine neue Prüfung.

Für italienische Familien in Deutschland ist ein Punkt besonders wichtig: Renten aus Italien müssen angegeben werden. Wir beraten Sie dazu gerne auf Italienisch und auf Deutsch. Sprechen Sie uns über unser Kontaktformular an, wenn Sie Ihre Situation in Ruhe klären möchten.

Wollen Sie wissen, was Sie konkret zahlen? Ich rechne es für Sie aus, unverbindlich.

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Was Sie heute tun können, damit die Rente reicht

Die Grundsicherung ist ein Sicherheitsnetz. Sie sichert das Nötigste, mehr nicht. Für Urlaub, Auto oder Unterstützung der Enkel bleibt kein Spielraum.

Wer noch Zeit bis zur Rente hat, kann gegensteuern. Sinnvoll sind kleine, regelmäßige Beiträge über viele Jahre. Wichtig ist, die Freibeträge in der Grundsicherung zu kennen, damit sich das Sparen auch im schlechtesten Fall lohnt.

  • Rentenlücke ausrechnen: Bedarf im Alter minus erwartete gesetzliche Rente
  • Bestehende Verträge prüfen, oft laufen alte Policen mit schwachen Konditionen
  • Betriebliche Vorsorge über den Arbeitgeber abfragen, häufig gibt es einen Zuschuss
  • Ausländische Beitragszeiten klären, sie erhöhen später die gesetzliche Rente

Welcher Weg für Sie passt, hängt von Einkommen, Familie und Zeithorizont ab. Eine allgemeine Empfehlung gibt es nicht, und steuerliche Fragen gehören zum Steuerberater. Lassen Sie Ihre Situation deshalb individuell prüfen, bevor Sie einen Vertrag abschließen.

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Häufige Fragen

Ab welcher Rente bekomme ich Grundsicherung?

Es gibt keine feste Rentenhöhe als Grenze. Entscheidend ist Ihr persönlicher Bedarf aus Regelsatz plus Miete und Heizung. Liegt Ihr gesamtes Einkommen darunter, wird die Differenz gezahlt. Bei einer Warmmiete von rund 550 Euro liegt die Grenze oft bei etwa 1.100 Euro im Monat.

Wird meine private Rente auf die Grundsicherung angerechnet?

Grundsätzlich ja, aber nicht vollständig. Für zusätzliche Altersvorsorge wie Riester, Betriebsrente oder Basisrente gibt es einen Freibetrag von gut 100 Euro plus einem Anteil des Restbetrags, maximal rund 250 Euro im Monat. Wer privat vorgesorgt hat, behält also mehr als jemand ohne Vorsorge.

Müssen meine Kinder die Grundsicherung zurückzahlen?

In der Regel nicht. Erst ab einem Jahresbruttoeinkommen von über 100.000 Euro pro Kind kann das Sozialamt zugreifen. Diese Grenze wird von den meisten Familien nicht erreicht. Das Amt prüft die Einkommen der Kinder nur, wenn es konkrete Hinweise darauf gibt.

Zählt eine Rente aus Italien mit?

Ja. Renten aus dem Ausland gelten als Einkommen und müssen im Antrag angegeben werden. Sie senken den Betrag, den das Sozialamt zahlt. Wer Beitragszeiten in mehreren Ländern hat, sollte die Zahlungen sauber dokumentieren. Wir beraten dazu auch auf Italienisch.

Darf ich Vermögen behalten, wenn ich Grundsicherung beziehe?

Ja, in Grenzen. Ein Schonvermögen von rund 10.000 Euro pro Person bleibt frei. Auch ein selbst bewohntes Haus oder eine selbst bewohnte Wohnung in angemessener Größe wird nicht angetastet. Größere Guthaben müssen dagegen zuerst aufgebraucht werden.

Wo stelle ich den Antrag auf Grundsicherung?

Beim Sozialamt Ihrer Stadt oder Ihres Kreises. Sie können den Antrag auch bei der Deutschen Rentenversicherung abgeben, die ihn weiterleitet. Gezahlt wird ab dem Monat der Antragstellung, nicht rückwirkend. Es lohnt sich also, nicht lange zu warten.

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