Rentenlücke berechnen: in 4 Schritten zur ehrlichen Zahl
Rentenlücke berechnen in 4 Schritten: Bedarf im Alter, gesetzliche Rente, Lücke und benötigtes Kapital. Mit Rechenbeispiel in Euro und wie Sie die Lücke schließen.

Alessandra Massaro
Versicherungsvermittlerin nach § 34d GewO
Aktualisiert am 01. Juni 2026
Eintrag im Vermittlerregister einsehen →
Kurze Antwort
Die Rentenlücke ist die Differenz zwischen dem Geld, das Sie im Alter brauchen, und dem, was die gesetzliche Rente zahlt. Die Formel lautet: Bedarf im Alter (rund 80 Prozent Ihres letzten Nettoeinkommens) minus erwartete gesetzliche Rente ergibt die monatliche Lücke. Diese Lücke multipliziert mit 12 und Ihrer Rentendauer ergibt das Kapital, das Sie privat ansparen müssen.
Was ist die Rentenlücke?
Die Rentenlücke, auch Versorgungslücke genannt, ist die Differenz zwischen dem Geld, das Sie im Ruhestand monatlich brauchen, und dem Betrag, den Ihnen die gesetzliche Rentenversicherung tatsächlich zahlt. Fast jeder in Deutschland hat eine solche Lücke. Die Frage ist nur, wie groß sie ist.
Der Grund liegt im sinkenden Rentenniveau. Das Rentenniveau gibt an, wie viel Prozent des durchschnittlichen Bruttolohns ein Standardrentner nach 45 Beitragsjahren bekommt. Aktuell liegt es bei rund 48 Prozent, und ohne Reform sinkt es in den kommenden Jahren weiter. Ihre gesetzliche Rente ersetzt also nur etwa die Hälfte des Durchschnittslohns, nicht Ihr volles Gehalt.
Wer seine Lücke kennt, kann sie schließen. Wer sie ignoriert, merkt im Alter, dass das Geld hinten und vorne nicht reicht. Deshalb lohnt sich die nüchterne Rechnung jetzt, in vier klaren Schritten.
Schritt 1: Wie viel Geld brauche ich im Alter?
Ihre Ausgaben sinken im Ruhestand, aber sie verschwinden nicht. Die Wohnung kostet weiter, Essen, Versicherungen, vielleicht ein Auto. Dafür entfallen Berufskosten, oft die Kinder sind aus dem Haus und im besten Fall ist die Immobilie abbezahlt.
Als Faustregel rechnen Fachleute mit einem Bedarf von rund 80 Prozent Ihres letzten Nettoeinkommens. Wer heute netto 2.500 € im Monat hat, plant also mit etwa 2.000 € Bedarf im Alter. Wichtig: Das ist der Wert in heutiger Kaufkraft. Über 20 oder 30 Jahre frisst die Inflation einen Teil davon auf, deshalb sollten Sie eher etwas großzügiger rechnen.
Schritt 2: Wie hoch wird meine gesetzliche Rente?
Den genauesten Wert liefert Ihre Renteninformation. Die Deutsche Rentenversicherung verschickt sie einmal im Jahr an alle Versicherten ab 27 Jahren mit mindestens fünf Beitragsjahren. Darin steht Ihre voraussichtliche Rente, sowohl als heutiger Stand als auch hochgerechnet bis zum Rentenbeginn.
Achten Sie auf einen Punkt: Die in der Renteninformation genannte Summe ist eine Bruttorente. Davon gehen im Alter noch Beiträge zur Kranken und Pflegeversicherung ab, oft rund 11 Prozent, und je nach Höhe auch Steuern. Die Netto-Rente, die wirklich auf dem Konto landet, liegt also spürbar unter dem Bruttowert.
Wer noch keine Renteninformation hat, kann mit dem Rentenniveau schätzen. Bei einem Durchschnittsverdiener landen rund 48 Prozent des durchschnittlichen Bruttolohns als Brutto-Rente, abzüglich der genannten Abgaben. Das ist gröber, reicht aber für eine erste Einordnung.
Schritt 3 und 4: Lücke und benötigtes Kapital, ein Rechenbeispiel
Jetzt wird es konkret. Nehmen wir Marco, 35 Jahre, angestellt, netto 2.500 € im Monat. So sieht seine Rechnung aus:
| Posten | Betrag pro Monat |
|---|---|
| Nettoeinkommen heute | 2.500 € |
| Bedarf im Alter (rund 80 Prozent) | 2.000 € |
| Erwartete gesetzliche Netto-Rente | 1.200 € |
| Rentenlücke (Bedarf minus Rente) | 800 € |
| Benötigtes Kapital (800 € × 12 × 22 Jahre) | rund 211.000 € |
Marcos Lücke beträgt also 800 € im Monat. Um sie über eine Rentendauer von rund 22 Jahren zu decken, braucht er etwa 211.000 € privates Kapital. Wer lieber mit der 4-Prozent-Regel rechnet: Ein Kapital, von dem man jährlich 4 Prozent entnimmt, muss bei 800 € pro Monat, also 9.600 € im Jahr, rund 240.000 € groß sein. Beide Wege landen in derselben Größenordnung.
Das klingt nach viel. Der Trick ist die Zeit: Wer mit 35 startet, hat über 30 Jahre, in denen der Zinseszins arbeitet. Bei rund 6 Prozent Rendite pro Jahr reichen für 211.000 € Schlusskapital schon Raten von etwa 200 bis 230 € im Monat. Je früher der Start, desto kleiner die nötige Rate.
Wie schließe ich die Rentenlücke?
Es gibt nicht den einen richtigen Weg, sondern eine passende Mischung je nach Lebenssituation. Diese drei Bausteine sind die wichtigsten:
- Private fondsgebundene Rente: flexibel, am Kapitalmarkt angelegt, ohne staatliche Bindung. Sie können die Rate anpassen, pausieren und das Kapital im Alter als Rente oder als Einmalbetrag beziehen. Für die meisten der zentrale Baustein.
- Betriebliche Altersvorsorge (bAV): läuft über den Arbeitgeber, Beiträge gehen aus dem Bruttolohn, oft mit Arbeitgeberzuschuss. Sinnvoll, wenn der Chef ordentlich zuschießt.
- Rürup-Rente (Basisrente): stark steuerlich gefördert, dafür unflexibel und erst als lebenslange Rente auszahlbar. Vor allem für gut verdienende Selbstständige interessant.
Für angestellte und selbstständige Familien, die Wert auf Flexibilität legen, ist eine moderne fondsgebundene Lösung wie Best Invest oft der passende Kern. Sie kombiniert breit gestreute Fonds mit überschaubaren Kosten und lässt sich an das Leben anpassen, statt das Leben an den Vertrag. So wird aus Marcos Rate von rund 200 € im Monat über die Jahre genau das Kapital, das seine 800-Euro-Lücke schließt.
Häufige Fehler beim Berechnen der Rentenlücke
- Brutto mit netto verwechseln: Die Renteninformation nennt einen Bruttowert. Wer damit gegen seinen Netto-Bedarf rechnet, unterschätzt die Lücke deutlich.
- Inflation vergessen: 2.000 € Bedarf in heutiger Kaufkraft sind in 30 Jahren nominal deutlich mehr. Planen Sie großzügig und passen Sie die Rate später an.
- Nur auf die gesetzliche Rente bauen: Sie ist eine Grundsicherung, kein voller Lohnersatz. Das Rentenniveau von 48 Prozent macht das schwarz auf weiß deutlich.
- Zu spät anfangen: Jedes Jahr Verzögerung kostet beim Zinseszins überproportional viel. Wer mit 45 statt 35 startet, muss die Rate fast verdoppeln, um dasselbe Kapital zu erreichen.
Wenn Sie sich bei den Zahlen unsicher sind, lohnt ein nüchterner Blick von außen. Als Versicherungsmaklerin nach § 34d GewO rechne ich Ihre Lücke gemeinsam mit Ihnen durch, auf Italienisch oder Deutsch, und vergleiche die passenden Lösungen am Markt.
Ihre Rentenlücke ehrlich durchrechnen
Ich ermittle gemeinsam mit Ihnen Ihre Versorgungslücke und zeige passende Wege, sie zu schließen. Erstberatung kostenfrei, auf Italienisch oder Deutsch.
Jetzt Kontakt aufnehmen