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Freiwillige Krankenversicherung: Beiträge, Regeln und Anmeldung einfach erklärt

Freiwillige Krankenversicherung 2026: wer sie braucht, was sie kostet und wie Sie sich anmelden. Einfach erklärt. Beratung auf Deutsch und Italienisch.

Alessandra Massaro

Alessandra Massaro

Versicherungsvermittlerin nach § 34d GewO

Aktualisiert am 18. Juli 2026

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Freiwillig krankenversichert sind Sie, wenn Sie in einer gesetzlichen Krankenkasse bleiben, obwohl keine Pflicht mehr besteht. Das betrifft vor allem Selbstständige und Angestellte mit hohem Gehalt. Der Beitrag richtet sich nach Ihrem gesamten Einkommen, mit einem Mindestbeitrag und einer festen Obergrenze.

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Was bedeutet freiwillige Krankenversicherung?

Der Name klingt nach einer freien Entscheidung. Das stimmt nur zur Hälfte.

In Deutschland muss jeder Mensch krankenversichert sein. Das ist Pflicht. Die Frage ist nur, wo.

Die meisten Angestellten sind pflichtversichert (die Krankenkasse ist gesetzlich vorgeschrieben). Der Arbeitgeber meldet sie an, und alles läuft automatisch.

Manchmal fällt diese Pflicht aber weg. Zum Beispiel, wenn Sie sich selbstständig machen. Oder wenn Ihr Gehalt sehr hoch wird.

Dann dürfen Sie wählen: private Kasse oder gesetzliche Kasse. Wenn Sie in der gesetzlichen Kasse bleiben, sind Sie freiwillig versichert. Sie bleiben also freiwillig im System, in dem Sie schon waren.

Wer kann sich freiwillig gesetzlich versichern?

Nicht jeder darf das. Es gibt klare Gruppen, für die es gilt.

  • Angestellte mit einem Gehalt über der Versicherungspflichtgrenze (das ist die Gehaltsgrenze, ab der die Pflicht endet)
  • Selbstständige und Freiberufler, zum Beispiel Handwerker, Gastronomen oder Übersetzer
  • Studenten nach dem Ende der günstigen studentischen Versicherung
  • Menschen, die aus dem Ausland nach Deutschland zurückkommen
  • Personen, die aus der Familienversicherung herausfallen

Wichtig ist eine Vorbedingung: Sie müssen vorher lange genug in einer gesetzlichen Kasse gewesen sein. Als Faustregel gelten 24 Monate in den letzten fünf Jahren oder 12 Monate ohne Unterbrechung davor.

Viele italienische Familien in Köln oder Düsseldorf sind genau in dieser Lage. Sie waren erst angestellt, dann kam die eigene Firma. In meiner Kanzlei berate ich diese Fälle auch auf Italienisch, damit keine Frist übersehen wird.

Nicht sicher, was für Sie passt? Fragen Sie einfach. Kostenlos und auf Italienisch oder Deutsch.

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Wie viel kostet die freiwillige Krankenversicherung 2026?

Hier ist der größte Unterschied zur Pflichtversicherung. Bei Pflichtversicherten zählt nur das Gehalt.

Bei freiwillig Versicherten zählt fast alles, was Sie einnehmen. Die Kasse schaut sich Ihr gesamtes Einkommen an:

  • Gewinn aus der Selbstständigkeit
  • Gehalt aus einer Anstellung
  • Mieteinnahmen aus einer Wohnung
  • Zinsen und Kapitalerträge
  • Renten aus dem In- und Ausland

Auf diese Summe zahlen Sie einen Prozentsatz. Dazu kommt der Zusatzbeitrag Ihrer Kasse (ein eigener Aufschlag, den jede Kasse selbst festlegt) und die Pflegeversicherung.

Es gibt aber zwei Bremsen. Unten gibt es einen Mindestbeitrag, oben eine Beitragsbemessungsgrenze (ab dieser Grenze steigt der Beitrag nicht weiter).

Situation 2026Monatliches EinkommenBeitrag rund
Mindestbeitrag, geringes Einkommenrund 1.250 Euro angerechnetrund 250 bis 270 Euro
Mittleres Einkommenrund 3.000 Eurorund 590 bis 630 Euro
Höchstbeitrag ab der Grenzerund 5.500 Euro und mehrrund 1.100 bis 1.150 Euro

Diese Zahlen sind Richtwerte, inklusive Pflegeversicherung. Der genaue Betrag hängt von Ihrer Kasse, Ihren Kindern und Ihrem Krankengeld ab. Lassen Sie den Beitrag deshalb immer konkret nachrechnen.

Freiwillig gesetzlich oder doch privat?

Wenn die Pflicht endet, haben Sie eine echte Wahl. Beide Wege haben Vorteile.

Die freiwillige gesetzliche Kasse ist oft gut, wenn Sie Kinder haben. Ehepartner und Kinder ohne eigenes Einkommen können kostenlos mitversichert sein. Bei einer privaten Kasse zahlt jede Person einen eigenen Beitrag.

Die gesetzliche Kasse ist auch ruhiger, wenn Ihr Einkommen schwankt. Verdienen Sie weniger, sinkt der Beitrag. Das hilft vielen jungen Selbstständigen in den ersten Jahren.

Die private Krankenversicherung ist dagegen oft interessant für Singles mit gutem Einkommen und guter Gesundheit. Die Leistungen sind meist besser, zum Beispiel bei Zähnen oder beim Facharzttermin.

Ein Punkt ist besonders wichtig: Der Weg zurück aus der privaten Kasse ist schwierig. Nach dem 55. Geburtstag ist er meistens ganz verschlossen. Diese Entscheidung sollten Sie deshalb nie schnell treffen.

Zu kompliziert? Ich erkläre es Ihnen in Ruhe, Schritt für Schritt. Ganz ohne Fachchinesisch.

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So melden Sie sich richtig an

Die Anmeldung ist einfach, aber es gibt eine Frist. Diese Frist wird oft übersehen.

Wenn Ihre Pflichtversicherung endet, bleiben Sie erst einmal automatisch in der Kasse. Das nennt man obligatorische Anschlussversicherung. Sie sind also nicht plötzlich ohne Schutz.

Wollen Sie stattdessen privat versichert sein, müssen Sie das melden. Dafür haben Sie in der Regel zwei Wochen Zeit, nachdem die Kasse Sie informiert hat.

So gehen Sie am besten vor:

  • Melden Sie der Kasse schriftlich, dass Ihre Pflicht endet
  • Füllen Sie den Fragebogen zum Einkommen ehrlich aus
  • Reichen Sie den Steuerbescheid oder eine Gewinnschätzung ein
  • Prüfen Sie, ob Krankengeld für Sie sinnvoll ist
  • Vergleichen Sie vorher in Ruhe die Alternative in der privaten Kasse

Sie sind unsicher, welcher Weg für Ihre Familie passt? Dann sprechen wir darüber. Über das Kontaktformular können Sie einen Termin vereinbaren, auf Deutsch oder auf Italienisch.

Typische Fehler, die Geld kosten

In der Praxis sehe ich immer wieder dieselben Probleme. Sie lassen sich leicht vermeiden.

Der erste Fehler: Das Einkommen wird zu niedrig geschätzt. Die Kasse rechnet später mit dem echten Steuerbescheid nach. Dann kommt eine Nachzahlung, oft für mehrere Monate auf einmal.

Der zweite Fehler: Mieteinnahmen oder Zinsen werden vergessen. Auch diese Einnahmen zählen mit. Wer sie verschweigt, bekommt Ärger.

Der dritte Fehler: Es wird kein Krankengeld gewählt. Als Selbstständiger stehen Sie sonst bei einer langen Krankheit ohne Einkommen da.

Der vierte Fehler: Der Wechsel in die private Kasse passiert zu schnell, nur wegen eines günstigen Startbeitrags. Im Alter kann der Beitrag deutlich steigen.

Weil es hier um Geld und um Gesundheit geht, ersetzt dieser Text keine persönliche Beratung. Steuerliche Fragen klären Sie zusätzlich mit Ihrem Steuerberater. Eine gute Entscheidung braucht Ihre konkreten Zahlen.

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Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen pflichtversichert und freiwillig versichert?

Pflichtversichert sind Sie, wenn das Gesetz die gesetzliche Kasse vorschreibt, meistens als Angestellter mit normalem Gehalt. Freiwillig versichert sind Sie, wenn diese Pflicht wegfällt und Sie trotzdem in der gesetzlichen Kasse bleiben. Der wichtigste Unterschied liegt bei der Beitragsberechnung: Bei freiwillig Versicherten zählen alle Einkommensarten, nicht nur das Gehalt.

Wie hoch ist der Mindestbeitrag in der freiwilligen Krankenversicherung 2026?

Auch bei sehr geringem Einkommen rechnet die Kasse mit einem fiktiven Mindesteinkommen von rund 1.250 Euro im Monat. Daraus ergibt sich ein Beitrag von rund 250 bis 270 Euro monatlich, inklusive Pflegeversicherung. Der genaue Betrag hängt vom Zusatzbeitrag Ihrer Kasse und vom Krankengeld ab.

Zählen Mieteinnahmen und Zinsen wirklich mit?

Ja. Bei freiwillig Versicherten berücksichtigt die Krankenkasse die gesamte wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Dazu gehören Gewinn aus Selbstständigkeit, Gehalt, Mieteinnahmen, Kapitalerträge und Renten, auch aus Italien. Nach oben ist der Beitrag aber durch die Beitragsbemessungsgrenze gedeckelt.

Kann ich von der freiwilligen Versicherung in die private Kasse wechseln?

Ja, das ist möglich, solange keine Versicherungspflicht besteht. Sie müssen den Austritt fristgerecht erklären, in der Regel innerhalb von zwei Wochen nach der Information durch die Kasse, und einen Nachweis über den neuen privaten Schutz vorlegen. Bedenken Sie, dass der Rückweg in die gesetzliche Kasse später schwierig sein kann.

Sind Kinder in der freiwilligen Versicherung kostenlos mitversichert?

In vielen Fällen ja. Kinder und Ehepartner ohne eigenes nennenswertes Einkommen können über die Familienversicherung beitragsfrei mitversichert sein. Es gibt aber Ausnahmen, zum Beispiel wenn der andere Elternteil privat versichert ist und ein hohes Einkommen hat. Diesen Punkt sollten Sie vor einer Entscheidung prüfen lassen.

Bekomme ich Beratung auch auf Italienisch?

Ja. Als Versicherungsvermittlerin nach § 34d GewO berate ich italienische Familien, Selbstständige und Unternehmen in Deutschland auf Italienisch und auf Deutsch. Gerade beim Thema Krankenkasse ist es wichtig, alle Begriffe wirklich zu verstehen, bevor Sie unterschreiben.

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Quellen und weiterführende Informationen