Krankenversicherung der Rentner (KVdR): Wer kommt rein, was kostet es, was gilt 2026
Krankenversicherung der Rentner einfach erklärt: Wer in die KVdR kommt, welche Beiträge anfallen und was Rentner mit privater Versicherung wissen müssen.

Alessandra Massaro
Versicherungsvermittlerin nach § 34d GewO
Aktualisiert am 18. Juli 2026
Eintrag im Vermittlerregister einsehen →Kurze Antwort
Die Krankenversicherung der Rentner, kurz KVdR, ist eine günstige Pflichtversicherung für Rentner. Wer hinein darf, zahlt Beiträge nur auf Rente, Betriebsrente und Arbeitseinkommen. Voraussetzung ist die 9/10 Regelung: In der zweiten Hälfte des Arbeitslebens müssen Sie zu 90 Prozent gesetzlich versichert gewesen sein.
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Was ist die Krankenversicherung der Rentner?
Die Krankenversicherung der Rentner heißt kurz KVdR. Es ist keine eigene Krankenkasse. Es ist ein besonderer Status innerhalb der gesetzlichen Krankenkasse.
Wer in der KVdR ist, gilt als Pflichtmitglied (das bedeutet: gesetzlich versichert, nicht freiwillig). Das hat einen großen Vorteil. Sie zahlen Beiträge nur auf bestimmte Einnahmen.
Dazu gehören die gesetzliche Rente, die Betriebsrente und Geld aus einer Arbeit im Ruhestand. Miete oder Zinsen bleiben beitragsfrei.
Wer nicht in die KVdR kommt, wird freiwilliges Mitglied. Dann prüft die Kasse fast alle Einnahmen. Das kann jeden Monat einige hundert Euro Unterschied machen.
Die Rentenversicherung meldet Ihren Rentenantrag automatisch weiter. Die Krankenkasse prüft dann selbst, ob Sie in die KVdR passen. Sie müssen nichts extra beantragen.
Die 9/10 Regelung einfach erklärt
Der Zugang zur KVdR hängt an einer Regel mit einem sperrigen Namen: der 9/10 Regelung. Sie klingt kompliziert, ist aber logisch.
Der Staat schaut sich Ihr Arbeitsleben an. Genauer: die zweite Hälfte davon. Diese Hälfte beginnt in der Mitte zwischen Ihrem ersten Job und Ihrem Rentenantrag.
In dieser zweiten Hälfte müssen Sie zu 90 Prozent der Zeit gesetzlich krankenversichert gewesen sein. Neun von zehn Teilen also. Daher der Name.
Ein einfaches Beispiel: Sie haben 40 Jahre gearbeitet. Die zweite Hälfte sind 20 Jahre. Davon müssen 18 Jahre gesetzlich versichert sein.
Wichtig: Es zählt jede Art gesetzlicher Versicherung. Auch als Familienversicherter (kostenlos mitversichert über den Partner) oder als Arbeitsloser. Zeiten der Kindererziehung werden zusätzlich gutgeschrieben, pro Kind rund drei Jahre.
- Zählt mit: Pflichtmitgliedschaft als Angestellter
- Zählt mit: Familienversicherung über Ehepartner oder Eltern
- Zählt mit: freiwillige Mitgliedschaft in der gesetzlichen Kasse
- Zählt nicht mit: Jahre in der privaten Krankenversicherung
Wer als Selbstständiger lange privat versichert war, scheitert oft an dieser Regel. Das ist bitter, denn die Prüfung erfolgt erst beim Rentenantrag.
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Kostenlos fragenWas Rentner 2026 an Beiträgen zahlen
Der Beitragssatz zur Krankenversicherung liegt seit Jahren bei 14,6 Prozent. Dazu kommt ein Zusatzbeitrag, den jede Kasse selbst festlegt.
Im Jahr 2026 liegt dieser Zusatzbeitrag im Durchschnitt bei rund 2,5 bis 3 Prozent. Zwischen den Kassen gibt es spürbare Unterschiede.
Die gute Nachricht: Auf die gesetzliche Rente zahlen Sie nur die Hälfte. Die Rentenversicherung übernimmt den anderen Teil, ähnlich wie früher der Arbeitgeber.
| Einnahmeart | Wer zahlt | Ungefährer Anteil des Rentners |
|---|---|---|
| Gesetzliche Rente | geteilt mit Rentenversicherung | rund 8 bis 9 Prozent inklusive Pflege |
| Betriebsrente | Rentner allein | rund 19 bis 20 Prozent über dem Freibetrag |
| Miete, Zinsen, Dividenden | in der KVdR beitragsfrei | 0 Prozent |
Für Betriebsrenten gibt es einen Freibetrag. Er liegt 2026 bei rund 190 Euro im Monat. Erst der Teil darüber wird verbeitragt.
Die Pflegeversicherung kommt immer obendrauf. Kinderlose zahlen dort einen kleinen Aufschlag. Die genauen Werte ändern sich jährlich, deshalb lohnt ein Blick auf die aktuellen Sätze Ihrer Kasse.
Wenn Sie nicht in die KVdR kommen
Nicht jeder erfüllt die 9/10 Regelung. Dann werden Sie freiwilliges Mitglied der gesetzlichen Kasse. Versichert sind Sie trotzdem, nur teurer.
Der Unterschied: Die Kasse prüft nun Ihre gesamte wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Das heißt, sie schaut auch auf Mieteinnahmen, Kapitalerträge und private Renten.
Für Menschen mit einer vermieteten Wohnung kann das teuer werden. Ein Beitrag von mehreren hundert Euro im Monat ist dann möglich.
Es gibt aber auch eine Untergrenze und eine Obergrenze. Mehr als den Höchstbeitrag zahlt niemand. Er liegt 2026 bei rund 1.100 Euro im Monat inklusive Pflegeversicherung.
Wer schon Jahre vor der Rente merkt, dass es knapp wird, hat noch Handlungsspielraum. Manchmal hilft ein rechtzeitiger Wechsel zurück in die gesetzliche Kasse. Ob das in Ihrem Fall geht, sollten Sie in einer persönlichen Beratung klären lassen, denn die Regeln sind streng und altersabhängig.
Zu kompliziert? Ich erkläre es Ihnen in Ruhe, Schritt für Schritt. Ganz ohne Fachchinesisch.
Beratung anfragenRentner in der privaten Krankenversicherung
Wer privat versichert ist, bleibt es im Ruhestand meist auch. Ein einfacher Wechsel in die gesetzliche Kasse ist nach dem 55. Lebensjahr kaum noch möglich.
Positiv ist: Die Leistungen bleiben bestehen. Chefarzt, Einzelzimmer und kurze Wartezeiten gelten weiter, egal wie alt Sie werden.
Auch die Rentenversicherung hilft mit. Sie zahlt einen Zuschuss zu Ihrem privaten Beitrag, ähnlich hoch wie bei gesetzlich Versicherten. Beantragen müssen Sie ihn allerdings selbst.
Der Nachteil sind steigende Beiträge im Alter. Wer früh vorsorgt, kann gegensteuern. Zwei Wege sind üblich: Beitragsentlastungstarife und der Wechsel in einen günstigeren Tarif beim selben Anbieter nach Paragraf 204 VVG.
Wenn Sie wissen möchten, welche Variante zu Ihrer Situation passt, hilft ein Blick auf unsere Übersicht zur privaten Krankenversicherung. Dort erklären wir Tarife, Kosten und Wechselmöglichkeiten in Ruhe.
Was Sie jetzt konkret tun sollten
Die KVdR entscheidet sich nicht am Tag des Rentenantrags. Sie entscheidet sich über Jahrzehnte. Deshalb lohnt es sich, früh nachzusehen.
- Fordern Sie bei Ihrer Krankenkasse eine Versicherungsverlaufsbescheinigung an. Sie zeigt alle Zeiten schwarz auf weiß.
- Prüfen Sie Lücken, etwa Jahre im Ausland oder als Selbstständiger.
- Melden Sie Kindererziehungszeiten, sie werden gerne vergessen.
- Klären Sie Ihre Betriebsrente und ihren Freibetrag.
- Vergleichen Sie die Zusatzbeiträge der Kassen, ein Wechsel ist auch als Rentner erlaubt.
Besonders wichtig ist das für Menschen, die in mehreren Ländern gearbeitet haben. Zeiten in Italien werden bei der Rente berücksichtigt, bei der Krankenversicherung gelten aber eigene Regeln.
Genau hier beraten wir viele italienische Familien in Deutschland, auf Deutsch und auf Italienisch. Wenn Sie Ihre Unterlagen gemeinsam durchgehen möchten, nehmen Sie einfach Kontakt mit uns auf.
Ein letzter Hinweis: Dieser Text erklärt die allgemeinen Regeln. Er ersetzt keine Rechts oder Steuerberatung. Ihre persönliche Situation sollte immer individuell geprüft werden.
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Häufige Fragen
Muss ich die Krankenversicherung der Rentner beantragen?
Wie viel Krankenversicherung zahlt ein Rentner 2026?
Zählen Zeiten in der privaten Krankenversicherung für die KVdR?
Werden Mieteinnahmen bei Rentnern verbeitragt?
Kann ich als Rentner die Krankenkasse wechseln?
Bekomme ich als privat versicherter Rentner einen Zuschuss?
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