Direktversicherung wird ausgezahlt: was nach Steuer und Krankenkasse wirklich bleibt
Direktversicherung vor der Auszahlung: Altvertrag oft steuerfrei, aber die Krankenkasse nimmt 10 Jahre lang Beiträge. Neuvertrag voll steuerpflichtig. Was netto bleibt und welche zwei Hebel Sie noch haben.

Alessandra Massaro
Versicherungsvermittlerin nach § 34d GewO
Aktualisiert am 12. September 2026
Eintrag im Vermittlerregister einsehen →Kurze Antwort
Ob Ihre Direktversicherung bei der Auszahlung Steuern kostet, entscheidet der Vertragsbeginn: Altverträge vor 2005 sind als Kapitalauszahlung meist steuerfrei, Verträge ab 2005 sind voll einkommensteuerpflichtig, ohne Ermäßigung. Dazu kommt die Krankenkasse: Gesetzlich versicherte Rentner zahlen auf die Auszahlung rund 19 bis 20 Prozent Beiträge, verteilt auf zehn Jahre. Was bei Ihnen netto bleibt, steht aber in keiner Tabelle. Es hängt an drei Angaben, die nur Sie haben: Vertragsdatum, Ihre Krankenversicherung im Ruhestand und das Jahr, in dem Sie das Geld abrufen. Zwei davon können Sie noch beeinflussen.
Direktversicherung wird fällig: Rente oder Kapital, und in welchem Jahr?
Nennen Sie mir Vertragsbeginn (vor oder nach 2005), wie Sie im Ruhestand versichert sind und wann die Police fällig wird. Ich rechne Ihnen, was bei Kapital und was bei Rente netto übrig bleibt, und ob ein Jahr Warten mehrere tausend Euro ausmacht. Auf Deutsch oder Italienisch.
Vertraulich, kostenlos, unverbindlich.
Die drei Angaben, die Ihr Netto bestimmen
Kurz vor der Fälligkeit einer Direktversicherung (eine betriebliche Altersvorsorge über den Arbeitgeber) bekommen die meisten Menschen einen Brief vom Versicherer. Darin steht eine schöne Summe. Was darin nicht steht: wie viel davon ankommt. Das entscheiden drei Angaben.
- Der Vertragsbeginn. Vor 2005 oder ab 2005? Das trennt steuerfrei von voll steuerpflichtig.
- Ihre Krankenversicherung im Ruhestand. Gesetzlich pflichtversichert, freiwillig gesetzlich oder privat? Das entscheidet, ob die Kasse rund ein Fünftel der Auszahlung bekommt oder nichts.
- Rente oder Kapital, und in welchem Jahr. Die Wahl treffen Sie einmal, oft mit Frist im Brief des Versicherers. Danach ist sie fest.
Den ersten Punkt können Sie nicht mehr ändern. Die anderen beiden zum Teil schon, und genau da liegt das Geld. Gehen wir die Fälle durch.
Altvertrag vor 2005: steuerfrei, aber die Kasse langt zu
Direktversicherungen, die vor dem 1. Januar 2005 abgeschlossen wurden, liefen über die sogenannte Pauschalversteuerung (Paragraf 40b EStG alte Fassung): Die Beiträge wurden schon während des Arbeitslebens pauschal versteuert. Die Belohnung kommt am Ende: Lassen Sie sich das Kapital auf einen Schlag auszahlen, ist die Auszahlung in der Regel einkommensteuerfrei, wenn der Vertrag mindestens zwölf Jahre lief.
Viele halten die Sache damit für erledigt. Das ist der teuerste Irrtum bei diesem Thema. Denn für gesetzlich versicherte Rentner gilt die Auszahlung als Versorgungsbezug: Die Krankenkasse behandelt das Kapital so, als wäre es eine Betriebsrente. Das ist die vielzitierte Doppelverbeitragung.
Die Rechnung geht so, mit der 1/120-Regel:
- Das Kapital wird durch 120 geteilt. Aus 60.000 Euro werden 500 Euro fiktive Monatsrente.
- Auf diese fiktive Rente zahlen Sie zehn Jahre lang Kranken- und Pflegeversicherung, zusammen rund 19 bis 20 Prozent. In der Krankenversicherung bleibt 2026 ein Freibetrag von rund 190 Euro im Monat beitragsfrei, in der Pflegeversicherung nicht.
- Im Beispiel: rund 70 bis 75 Euro im Monat, 120 Monate lang. Aus der steuerfreien Auszahlung von 60.000 Euro gehen so über die Jahre rund 8.500 bis 9.000 Euro an die Kasse.
Diese Zahl steht in keinem Brief des Versicherers. Wer sie nicht kennt, plant mit einem Netto, das es nicht gibt.
Nicht sicher, was für Sie passt? Fragen Sie einfach. Kostenlos und auf Italienisch oder Deutsch.
Kostenlos fragenNeuvertrag ab 2005: voll steuerpflichtig, ohne Rabatt
Bei Direktversicherungen ab 2005 (Paragraf 3 Nummer 63 EStG) war der Deal umgekehrt: Die Beiträge gingen steuerfrei vom Bruttolohn ab. Dafür ist die Auszahlung im Alter voll einkommensteuerpflichtig, als sonstige Einkünfte, mit Ihrem persönlichen Steuersatz im Jahr der Auszahlung.
Wichtig: Die Fünftelregelung, die große Einmalzahlungen sonst steuerlich glättet, gilt hier nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs nicht. Die volle Summe landet in einem einzigen Steuerjahr auf Ihrem Einkommen.
Genau deshalb ist das Auszahlungsjahr der größte Hebel, den Sie noch haben. Ein Beispiel: 80.000 Euro Kapital, ausgezahlt im letzten Arbeitsjahr, stapeln sich auf Ihr volles Gehalt. Ein großer Teil rutscht in den Spitzensteuersatz. Dieselben 80.000 Euro im ersten vollen Rentenjahr treffen nur noch auf Ihre Rente, der Durchschnittssteuersatz fällt deutlich. Je nach Fall liegen zwischen den beiden Varianten mehrere tausend Euro, bei großen Verträgen auch fünfstellige Beträge. Und auch hier gilt für gesetzlich Versicherte zusätzlich die 1/120-Regel aus dem vorherigen Abschnitt.
Ob sich das Schieben lohnt, hängt an Fälligkeitstermin, Rentenbeginn und Vertragsbedingungen: Manche Policen lassen sich um ein oder mehrere Jahre aufschieben, manche nicht. Das steht im Kleingedruckten und ist eine Frage an den Versicherer, die Sie vor der Unterschrift stellen sollten, nicht danach.
Wer Kassenbeiträge zahlt und wer nicht
| So sind Sie im Ruhestand versichert | Beiträge auf die Auszahlung? |
|---|---|
| Pflichtversichert in der Krankenversicherung der Rentner (KVdR) | Ja. Voller Satz auf die fiktive Monatsrente, zehn Jahre lang. KV-Freibetrag von rund 190 Euro (2026) wird abgezogen, Pflege zahlt ab dem ersten Euro. |
| Freiwillig gesetzlich versichert | Ja, und meist härter: Beiträge fallen auf alle Einkünfte an, der KV-Freibetrag für Betriebsrenten gilt aber auch hier. |
| Privat krankenversichert | Nein. Die PKV rechnet nach Prämie, nicht nach Einkommen. Auf die Auszahlung fallen keine Kassenbeiträge an. |
| Vertrag nach Jobwechsel privat weitergeführt | Teilweise. Der Teil, den Sie nach dem Ausscheiden als eigener Versicherungsnehmer privat bespart haben, ist kein Versorgungsbezug und bleibt beitragsfrei. Die Aufteilung muss der Versicherer bescheinigen. |
Der letzte Fall wird fast immer übersehen: Wer die Direktversicherung nach einem Arbeitgeberwechsel privat weitergezahlt hat, verschenkt ohne die Bescheinigung des Versicherers bares Geld an die Kasse. Prüfen lohnt sich, das Bundesverfassungsgericht hat diese Trennung ausdrücklich bestätigt. Wie die Beiträge für Rentner insgesamt funktionieren, steht im Ratgeber zur Krankenversicherung der Rentner.
Zu kompliziert? Ich erkläre es Ihnen in Ruhe, Schritt für Schritt. Ganz ohne Fachchinesisch.
Beratung anfragenRente oder Kapital: die ehrliche Rechnung
Die Frage aus dem Brief des Versicherers lautet meist: lebenslange Rente oder einmaliges Kapital? Die ehrliche Antwort hat zwei Seiten.
Die Rente lohnt sich vor allem, wenn Sie lange leben. Als Faustregel muss eine Betriebsrente gut 20 Jahre laufen, bis sie die Kapitalsumme eingeholt hat. Dafür ist sie planbar, und das Langlebigkeitsrisiko trägt der Versicherer. Beiträge an die Kasse zahlen gesetzlich Versicherte allerdings lebenslang auf jede Monatsrente, nicht nur zehn Jahre.
Das Kapital gewinnt oft bei kleinen Verträgen: Eine Monatsrente von 80 oder 100 Euro ändert kein Leben, ein Betrag von 25.000 Euro zur richtigen Zeit schon. Es gewinnt auch, wenn Sie das Geld gezielt einsetzen wollen: Restschuld tilgen, eine Rentenlücke schließen, oder es neu anlegen. Entscheidend ist dann, dass das Kapital nicht auf dem Girokonto versickert. Was mit dem Geld nach der Auszahlung passiert, ist die Frage, die im Brief des Versicherers gar nicht vorkommt, und finanziell die größte von allen.
Per gli italiani in Germania: due righe in italiano
Molti connazionali hanno una Direktversicherung dal datore di lavoro tedesco, spesso firmata decenni fa e mai più guardata. Il punto da capire: alla scadenza la cassa malattia pubblica tratta il capitale come una pensione aziendale e si prende circa un quinto in dieci anni. Il contratto firmato prima del 2005 è quasi sempre esente da tasse, quello dopo è tassato per intero nell'anno dell'incasso. Prima di firmare per la rendita o per il capitale conviene fare due conti: l'anno giusto per incassare e la destinazione del capitale valgono spesso più di quanto rende la polizza stessa. Ne parliamo in italiano o tedesco, senza impegno.
Wollen Sie wissen, was Sie konkret zahlen? Ich rechne es für Sie aus, unverbindlich.
Jetzt berechnen lassenFahrplan: was Sie vor der Fälligkeit klären
- Vertragsbeginn nachsehen: vor oder ab 2005? Das steht im Versicherungsschein und entscheidet die Steuerfrage.
- Klären, wie Sie im Ruhestand versichert sind: KVdR, freiwillig gesetzlich oder privat. Davon hängen die Kassenbeiträge ab, siehe Tabelle oben.
- Privat weitergezahlte Anteile bescheinigen lassen, falls Sie den Vertrag nach einem Jobwechsel selbst bespart haben.
- Das Auszahlungsjahr rechnen, nicht raten: letztes Arbeitsjahr gegen erstes Rentenjahr. Bei Neuverträgen entscheidet das über mehrere tausend Euro.
- Vor der Wahl Rente oder Kapital einmal das Gesamtbild rechnen: gesetzliche Rente, weitere Verträge, Rentenlücke. Erst dann die Frist im Brief beantworten.
Für den letzten Punkt gilt: Die Entscheidung ist einmalig und endgültig. Eine Stunde Beratung vor der Unterschrift kostet nichts, die falsche Kreuzchen-Wahl kostet je nach Vertrag ein kleines Auto.
Sag mir dein Problem, ich rufe dich kostenlos zurück
Wähle deinen Fall, hinterlasse Name und Nummer. Alessandra ruft binnen 24 Stunden zurück, auf Deutsch oder Italienisch.
Was ist dein Problem?
„Perfekte Beratung. Hat die richtige Versicherung für meine Familie gefunden. Sehr professionell.“
„Endlich jemand, der zuhört. Individuelle Beratung, optimal abgesichert.“
„Kompetent und freundlich. Die richtige Lebensversicherung gefunden. Absolut empfehlenswert!“
Ihre Direktversicherung wird fällig? Erst rechnen, dann ankreuzen
Vertragsdatum, Kasse, Auszahlungsjahr: Wir rechnen Ihre Varianten durch, bevor die Frist im Brief abläuft. Erstgespräch kostenlos, auf Deutsch oder Italienisch.
Häufige Fragen
Ist die Auszahlung einer Direktversicherung steuerfrei?
Was zieht die Krankenkasse von der Direktversicherung ab?
Wer zahlt keine Krankenkassenbeiträge auf die Auszahlung?
Direktversicherung als Rente oder Kapital nehmen?
In welchem Jahr sollte ich mir die Direktversicherung auszahlen lassen?
Gilt die Doppelverbeitragung auch für Riester-Verträge in der bAV?
Das könnte dich auch interessieren
Lebensversicherung: Steuer bei der Auszahlung
Privatvertrag statt bAV: wann das Finanzamt mitverdient und wann nicht.
Krankenversicherung der Rentner (KVdR)
Wer in die KVdR kommt und was Rentner wirklich an die Kasse zahlen.
Die 12/62-Regel bei Lebensversicherungen
Warum zwölf Jahre Laufzeit und Alter 62 die halbe Steuer sparen können.
Direktversicherung für Geschäftsführer
Wie GGF die Direktversicherung im Betrieb richtig aufsetzen.
Vermögenspolice: Kapital neu anlegen
Wenn die Auszahlung nicht aufs Girokonto soll: die steuerschlaue Anlage danach.
Beratung auf Deutsch und Italienisch
Kostenlos und unverbindlich: Wir rechnen Kapital gegen Rente für Ihren Vertrag.
Rente mit 63 ohne Abschläge: Wer darf das?
Rente mit 63 ohne Abschläge: Wer erfüllt die 45 Jahre? Zählen italienische Beitragszeiten mit? Ehrliche Erklärung auf Deutsch und Italienisch.
Schwerbehindert Rente mit 63 ohne Abzüge: geht das?
Rente mit 63 ohne Abzüge bei Schwerbehinderung: Wer hat Anspruch? Einfach erklärt. Ehrliche Beratung auf Deutsch und Italienisch in NRW.