Direktversicherung für GmbH-Geschäftsführer: was die GmbH zahlen darf und wo die Fallen liegen
Die GmbH zahlt Ihre Rente aus dem Brutto. Wann die Direktversicherung für Geschäftsführer reicht, wann nicht und welche drei Fehler zur verdeckten Gewinnausschüttung führen.

Alessandra Massaro
Versicherungsvermittlerin nach § 34d GewO
Aktualisiert am 12. September 2026
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Als GmbH-Geschäftsführer können Sie 2026 bis zu 676 Euro im Monat steuerfrei über eine Direktversicherung ansparen. Die GmbH zahlt, bucht den Beitrag als Betriebsausgabe, und das Geld gehört Ihnen. Ob das der richtige Weg ist, entscheiden aber drei Dinge, die in keinem Tarifrechner stehen: Ihr Gesellschafterbeschluss, das Alter Ihrer GmbH und die Frage, ob 676 Euro für Ihre Lücke überhaupt reichen.
Betriebsrente aus Ihrer GmbH: was ist steuerlich sauber drin?
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Was ist eine Direktversicherung für Geschäftsführer?
Eine Direktversicherung ist die einfachste Form der betrieblichen Altersvorsorge (bAV). Ihre GmbH schliesst eine Rentenversicherung auf Ihr Leben ab und zahlt die Beiträge. Versichert sind Sie, begünstigt sind Sie. Die GmbH bucht den Beitrag als Betriebsausgabe.
Für Sie als Geschäftsführer heisst das: Das Geld fliesst aus dem Brutto der GmbH in Ihre eigene Rente, bevor Lohnsteuer darauf anfällt. Bei einer Ausschüttung als Gehalt oder Dividende würde erst das Finanzamt mitverdienen und dann Sie.
Das Besondere beim Gesellschafter-Geschäftsführer (GGF, also Geschäftsführer mit eigenen Anteilen): Sie sitzen auf beiden Seiten des Tisches. Sie entscheiden als GmbH und profitieren als Person. Genau deshalb schaut das Finanzamt hier genauer hin als bei jedem normalen Angestellten. Dazu unten mehr.
Die Zahlen 2026: bis 676 Euro im Monat steuerfrei
Der steuerfreie Rahmen der Direktversicherung hängt an der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung (BBG). Das ist die Verdienstgrenze, bis zu der Rentenbeiträge berechnet werden. 2026 liegt sie bei 101.400 Euro im Jahr.
| Rahmen 2026 | pro Jahr | pro Monat |
|---|---|---|
| Steuerfrei (8 % der BBG) | 8.112 € | 676 € |
| Zusätzlich sozialabgabenfrei (4 % der BBG) | 4.056 € | 338 € |
Dieser Rahmen wächst jedes Jahr mit den Löhnen. 2020 lagen die 8 Prozent noch bei 6.624 Euro im Jahr, 2026 sind es 8.112 Euro: ein Plus von 22 Prozent in sechs Jahren. Wer den Rahmen nutzt, spart also jedes Jahr etwas mehr aus unversteuertem Geld.
Ein Detail für beherrschende GGF, also Geschäftsführer mit mehr als der Hälfte der Anteile: Sie zahlen meist ohnehin keine Sozialabgaben, weil sie sozialversicherungsrechtlich nicht als Arbeitnehmer gelten. Für Sie zählt vor allem der Steuervorteil, und der ist real.
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Kostenlos fragenDirektversicherung oder Pensionszusage: der ehrliche Vergleich
Viele GGF kennen die Pensionszusage: Die GmbH verspricht eine feste Rente und muss dafür Rückstellungen in der Bilanz bilden. Jahrzehntelang war das der Standardweg. Heute ist er oft ein Klotz: Die Zusage belastet die Bilanz, verteuert einen Verkauf der GmbH und muss nachfinanziert werden, wenn die Zinsen nicht mitspielen.
Die Direktversicherung funktioniert umgekehrt. Das Geld verlässt die GmbH sofort und liegt beim Versicherer. Keine Rückstellung, keine Bilanzberührung, kein Nachfinanzierungsrisiko. Mit einem unwiderruflichen Bezugsrecht ist das Guthaben auch bei einer Insolvenz der GmbH geschützt: Es gehört Ihnen, nicht den Gläubigern.
Der Preis für diese Einfachheit ist der Deckel. Mehr als die 8 Prozent der BBG gehen steuerfrei nicht hinein. Wer als Geschäftsführer eine Lücke von 2.000 Euro im Monat schliessen will, braucht mehr als eine Direktversicherung. Dann kommt die Unterstützungskasse dazu, ein zweiter bAV-Weg ohne festen Deckel. Die Direktversicherung bleibt trotzdem fast immer der erste Baustein, weil sie schnell eingerichtet und steuerlich unkritisch ist.
Wenn Ihre GmbH bereits eine Pensionszusage hat, die drückt, ist das ein eigenes Thema: einfrieren, auslagern oder weiterführen. Beides zusammen zu ordnen, ist der häufigste Beratungsfall.
Die drei Stolperfallen: so wird aus Vorsorge eine verdeckte Gewinnausschüttung
Verdeckte Gewinnausschüttung (vGA) heisst: Das Finanzamt erkennt die Beiträge nicht als Betriebsausgabe an und behandelt sie wie eine Gewinnentnahme. Dann zahlen GmbH und Geschäftsführer nach. Drei Fehler führen am häufigsten dorthin.
- Fehlender Gesellschafterbeschluss. Der GGF darf sich die Versorgung nicht selbst genehmigen. Es braucht einen schriftlichen Beschluss der Gesellschafterversammlung, bevor der Vertrag beginnt. Ein Nachtrag Jahre später überzeugt keinen Prüfer.
- Die GmbH ist zu jung. Direkt nach der Gründung eine Versorgung einzurichten, gilt als unüblich. Das Finanzamt erwartet eine Probezeit von in der Regel einigen Jahren, in denen sich zeigt, dass die GmbH ihren Geschäftsführer dauerhaft bezahlen kann. Bei der Direktversicherung mit laufenden Beiträgen ist die Praxis milder als bei der Pensionszusage, sauber dokumentiert sein muss es trotzdem.
- Unangemessene Gesamtvergütung. Gehalt, Tantieme und Versorgung zusammen müssen zu Grösse und Ertrag der GmbH passen. Eine kleine GmbH mit 30.000 Euro Gewinn und einer fürstlichen Versorgung fällt auf.
Alle drei Fallen haben dieselbe Lösung: erst die Struktur, dann die Unterschrift. Der Beschluss, die Dokumentation und die Höhe werden vor Vertragsbeginn festgelegt, nicht danach.
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Beratung anfragenSonderfall: italienischer Geschäftsführer in Deutschland
Viele meiner Kunden führen eine GmbH oder UG in Deutschland und kommen aus Italien: Gastronomie, Handwerk, Handel, Beratung. Für sie ist die Direktversicherung oft doppelt interessant, denn eine gesetzliche Rente bauen viele GGF gar nicht auf. Wer beherrschender Gesellschafter ist, zahlt keine Rentenbeiträge und bekommt später auch nichts aus der Deutschen Rentenversicherung für diese Jahre.
Die Betriebsrente aus der GmbH ist dann kein Zusatz, sondern das Fundament. Wichtig zu wissen: Das Guthaben bleibt Ihres, auch wenn Sie später einmal nicht mehr in Deutschland leben sollten. Die Auszahlung einer Direktversicherung ins EU-Ausland ist möglich, die Besteuerung hängt dann vom Doppelbesteuerungsabkommen ab.
Ich berate dazu auf Deutsch und auf Italienisch, mit Sitz in Köln und für ganz Deutschland. Die Beratung richtet sich an Unternehmerinnen und Unternehmer, die hier leben und ihre GmbH hier führen.
Warum der Jahreswechsel zählt
Der steuerfreie Rahmen gilt pro Kalenderjahr. Was Sie 2026 nicht einzahlen, ist verfallen: Die 8.112 Euro lassen sich 2027 nicht nachholen, dann beginnt ein neuer Rahmen. Jeder Herbst ohne Vertrag kostet also einen Jahresrahmen unversteuerter Vorsorge.
Dazu kommt die Vorlaufzeit. Gesellschafterbeschluss, Gesundheitsfragen, Antrag und Policierung brauchen zusammen schnell vier bis sechs Wochen. Wer den Rahmen dieses Jahres noch nutzen will, fängt nicht im Dezember an.
Und wie bei jeder Rente arbeitet die Zeit: Ein GGF, der mit 40 startet, hat bis 67 rund 27 Jahresrahmen vor sich. Wer mit 50 startet, nur noch 17. Der Unterschied lässt sich später mit keinem Beitrag der Welt aufholen.
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Der Jahresrahmen 2026 verfällt am 31. Dezember
Beschluss, Antrag und Policierung brauchen vier bis sechs Wochen. Die Rechnung mit Ihren GmbH-Zahlen dauert eine halbe Stunde, auf Deutsch oder Italienisch, ohne Verkaufsdruck.
Häufige Fragen
Wie viel darf die GmbH 2026 steuerfrei in eine Direktversicherung zahlen?
Braucht ein Gesellschafter-Geschäftsführer einen Beschluss für die Direktversicherung?
Ist die Direktversicherung bei einer Insolvenz der GmbH geschützt?
Direktversicherung oder Pensionszusage: was ist besser für den GGF?
Was passiert mit der Direktversicherung, wenn ich Deutschland verlasse?
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