VORSORGE

Tantieme für GmbH-Geschäftsführer: sicher vereinbaren, klug verwenden

Bis zu 50 Prozent vom Gewinn, Richtwert 75 zu 25: der sichere Rahmen für die Geschäftsführer-Tantieme. Und warum aus 40.000 Euro nur rund 22.400 werden, wenn Sie auszahlen statt umwandeln.

Alessandra Massaro

Alessandra Massaro

Versicherungsvermittlerin nach § 34d GewO

Aktualisiert am 10. September 2026

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Tantieme für GmbH-Geschäftsführer: Beratung zu Auszahlung, Steuer und Umwandlung in die betriebliche Altersvorsorge

Kurze Antwort

Die Tantieme ist eine Gewinnbeteiligung für Geschäftsführer, die das Finanzamt in klaren Grenzen anerkennt: höchstens 50 Prozent des Jahresüberschusses, und im Verhältnis zum Festgehalt gilt 75 zu 25 als Richtwert. Die eigentliche Entscheidung steht aber nicht im Steuerrecht. Als Auszahlung verliert eine Tantieme rund 44 Prozent an das Finanzamt, umgewandelt in die betriebliche Altersvorsorge arbeitet sie in voller Höhe für Ihre Rente. Welcher Weg offensteht, entscheidet allein der Kalender: Die Weiche muss gestellt sein, bevor der Anspruch entsteht.

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Was eine Tantieme ist und wie sie sauber vereinbart wird

Eine Tantieme ist ein erfolgsabhängiger Teil der Geschäftsführervergütung. Meist ist sie als Prozentsatz vom Jahresüberschuss der GmbH vereinbart, also vom Gewinn nach dem Jahresabschluss. Läuft die Firma gut, verdient der Geschäftsführer mit. Läuft sie schlecht, fällt die Tantieme kleiner aus oder ganz weg.

Damit das Finanzamt mitspielt, muss die Vereinbarung drei Dinge erfüllen. Sie steht schriftlich im Anstellungsvertrag oder in einem Gesellschafterbeschluss. Sie ist im Voraus getroffen, also bevor das Geschäftsjahr läuft, auf das sie sich bezieht. Und die Berechnung ist so klar, dass ein Dritter sie nachrechnen kann: fester Prozentsatz, definierte Bemessungsgrundlage.

Eine rückwirkend vereinbarte Tantieme erkennt das Finanzamt beim Gesellschafter-Geschäftsführer nicht an. Sie gilt dann als verdeckte Gewinnausschüttung: Die GmbH darf sie nicht als Betriebsausgabe abziehen, und es drohen Nachzahlungen. Der Kalender ist bei der Tantieme deshalb wichtiger als die Höhe.

Die Grenzen des Finanzamts: 50-Prozent-Regel und 75 zu 25

Für beherrschende Gesellschafter-Geschäftsführer, also ab 50 Prozent der Anteile, prüft das Finanzamt die Angemessenheit besonders streng. Aus der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs haben sich zwei Faustregeln ergeben.

  • Die 50-Prozent-Grenze. Alle Tantiemen zusammen sollten höchstens die Hälfte des Jahresüberschusses der GmbH ausmachen. Mehr gilt als Gewinnabsaugung und rutscht in die verdeckte Gewinnausschüttung.
  • Das Verhältnis 75 zu 25. Von der Gesamtvergütung des Geschäftsführers sollten etwa 75 Prozent fest sein und höchstens 25 Prozent erfolgsabhängig. Abweichungen sind möglich, brauchen aber gute Gründe, etwa stark schwankende Branchen oder eine Aufbauphase.

Wichtig ist auch die Art der Tantieme. Der Standard ist die Gewinntantieme, ein Anteil am Jahresüberschuss. Eine Umsatztantieme, also ein Anteil am Umsatz unabhängig vom Gewinn, akzeptiert das Finanzamt nur in Ausnahmefällen und befristet, zum Beispiel in der Gründungsphase.

Dazu kommt der Fremdvergleich: Die gesamte Vergütung aus Festgehalt, Tantieme und Versorgung muss dem entsprechen, was ein fremder Geschäftsführer in gleicher Position bekommen würde. Wer diese Leitplanken einhält, hat bei der Betriebsprüfung Ruhe.

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Tantieme versteuern: was von 40.000 Euro übrig bleibt

Steuerlich ist die Tantieme normaler Arbeitslohn. Sie wird im Jahr des Zuflusses als sonstiger Bezug mit Ihrem persönlichen Steuersatz besteuert. Weil die Tantieme auf das Festgehalt obendrauf kommt, landet sie fast immer im Spitzensteuersatz: 42 Prozent plus Solidaritätszuschlag, zusammen rund 44 Prozent.

Ein Rechenbeispiel. Ihre GmbH schreibt ein gutes Jahr, Ihre Tantieme beträgt 40.000 Euro. Nach Lohnsteuer und Solidaritätszuschlag bleiben davon rund 22.400 Euro übrig. Fast die Hälfte des Erfolgs, den Sie selbst erarbeitet haben, geht an das Finanzamt, in dem Jahr, in dem Ihr Steuersatz am höchsten ist.

Bei der Sozialversicherung kommt es auf Ihren Status an. Als beherrschender Gesellschafter-Geschäftsführer sind Sie nicht sozialversicherungspflichtig, auf die Tantieme fallen also keine Beiträge an. Als angestellter Geschäftsführer ohne beherrschende Stellung ist die Tantieme beitragspflichtig, aber nur bis zu den Bemessungsgrenzen, die das Festgehalt meist schon ausschöpft. Wie Ihr Status geprüft wird, steht im Ratgeber zur Krankenversicherung für GmbH-Geschäftsführer.

Die Falle, die kaum jemand kennt: zugeflossen ohne Auszahlung

Viele Geschäftsführer lassen die Tantieme im guten Jahr einfach stehen, um die Liquidität der GmbH zu schonen. Steuerlich hilft das nichts. Für beherrschende Gesellschafter-Geschäftsführer gilt eine Zuflussfiktion: Die Tantieme gilt in dem Moment als zugeflossen, in dem sie fällig wird, in der Regel mit der Feststellung des Jahresabschlusses. Auch wenn kein Euro das Firmenkonto verlässt, ist die Lohnsteuer fällig.

Der Gedanke dahinter: Wer die GmbH beherrscht, kann sich das Geld jederzeit auszahlen. Also behandelt das Finanzamt den fälligen Anspruch wie Geld auf Ihrem Konto. Ein späterer Verzicht ändert daran nichts mehr, er kann sogar eine verdeckte Einlage auslösen und die Sache verschlimmern.

Die Konsequenz ist unbequem, aber klar: Wer mit seiner Tantieme etwas anderes vorhat als die Auszahlung, muss das regeln, bevor der Anspruch entsteht. Nach dem Bilanzstichtag gibt es nur noch die teure Tür.

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Der klügere Weg: Tantieme in die bAV umwandeln

Genau hier liegt die Gestaltung, die in den Steuer-Lexika meist nur ein Nebensatz ist: die Tantieme-Umwandlung. Statt sich die Tantieme auszahlen zu lassen, vereinbaren Sie mit Ihrer GmbH im Voraus, dass sie ganz oder teilweise in die betriebliche Altersvorsorge fließt. Fachbegriff: Deferred Compensation, aufgeschobene Vergütung.

Der Effekt am Beispiel der 40.000 Euro: Ausgezahlt bleiben rund 22.400 Euro netto. Umgewandelt arbeiten alle 40.000 Euro für Ihre Versorgung, denn in der Ansparphase fällt darauf keine Lohnsteuer an. Die GmbH zieht den Betrag weiter als Betriebsausgabe ab. Besteuert wird erst die spätere Leistung, im Ruhestand, meist zu einem niedrigeren Satz.

Für kleine Beträge reicht die Direktversicherung mit ihrem steuerfreien Rahmen von 676 Euro im Monat. Eine Tantieme in echter Größenordnung braucht die rückgedeckte Unterstützungskasse: Sie kennt keine Beitragsgrenze und hält die Bilanz sauber. Weil eine Unterstützungskasse gleichbleibende Beiträge verlangt, die Tantieme aber schwankt, gehört die Konstruktion in fachkundige Hände: Grundbeitrag konservativ, Spitzen über flexible Bausteine.

Und wieder entscheidet der Kalender. Die Umwandlung muss vereinbart sein, bevor der Tantieme-Anspruch entsteht, am sichersten vor Beginn des Geschäftsjahres, auf das sich die Tantieme bezieht. Für das Jahr 2027 heißt das: Der Beschluss gehört in die letzten Monate von 2026.

Per italiani con una GmbH in Germania: la Tantieme in italiano

La Tantieme è un premio legato all'utile della tua GmbH, previsto nel contratto da amministratore. Il fisco tedesco la riconosce solo se è pattuita per iscritto e in anticipo, prima dell'anno a cui si riferisce, e se resta dentro limiti chiari: al massimo metà dell'utile, e di regola non più di un quarto del tuo compenso totale.

Il punto che quasi nessuno spiega: se ti fai pagare la Tantieme, quasi metà va in tasse, perché si somma allo stipendio nell'anno migliore. Se invece la trasformi in previdenza aziendale con un accordo firmato prima che maturi, l'intero importo lavora per la tua pensione e la GmbH continua a dedurlo come costo.

Alessandra Massaro segue tutto in italiano: verifica del contratto, limiti fiscali, scelta tra Direktversicherung e Unterstützungskasse, delibera dei soci. La prima consulenza è gratuita e senza impegno. Basta prendere contatto o scrivere su WhatsApp.

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Fazit: Der Kalender entscheidet, nicht die Steuertabelle

Eine sauber vereinbarte Tantieme ist ein gutes Instrument: Sie belohnt Erfolg und kostet die GmbH nur dann Geld, wenn es da ist. Teuer wird sie erst bei der Verwendung. Die Auszahlung im Spitzensteuerjahr ist der teuerste Weg, die im Voraus vereinbarte Umwandlung in die betriebliche Altersvorsorge der günstigste.

Alle Weichen dafür stellen Sie, bevor der Anspruch entsteht: die Vereinbarung selbst, die Grenzen der Angemessenheit und die Umwandlung. Der richtige Zeitpunkt für die Tantieme-Planung 2027 ist deshalb jetzt, solange das Geschäftsjahr noch nicht begonnen hat.

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Häufige Fragen

Wie hoch darf die Tantieme eines Geschäftsführers sein?

Als Faustregeln aus der Rechtsprechung gelten zwei Grenzen: Alle Tantiemen zusammen sollten höchstens 50 Prozent des Jahresüberschusses der GmbH ausmachen, und die Tantieme sollte etwa 25 Prozent der Gesamtvergütung nicht übersteigen (Verhältnis 75 zu 25 zum Festgehalt). Dazu muss die Gesamtvergütung dem Fremdvergleich standhalten. Abweichungen sind möglich, brauchen aber nachvollziehbare Gründe.

Wie wird eine Tantieme versteuert?

Die Tantieme ist Arbeitslohn und wird im Jahr des Zuflusses als sonstiger Bezug mit dem persönlichen Steuersatz versteuert. Da sie auf das Festgehalt obendrauf kommt, greift meist der Spitzensteuersatz von 42 Prozent plus Solidaritätszuschlag, zusammen rund 44 Prozent. Von 40.000 Euro Tantieme bleiben so rund 22.400 Euro netto übrig.

Ist die Tantieme sozialversicherungspflichtig?

Das hängt vom Status ab. Beherrschende Gesellschafter-Geschäftsführer sind nicht sozialversicherungspflichtig, ihre Tantieme bleibt komplett beitragsfrei. Bei angestellten Geschäftsführern ohne beherrschende Stellung ist die Tantieme beitragspflichtig, aber nur bis zu den Beitragsbemessungsgrenzen, die das Festgehalt in der Regel schon ausschöpft.

Wann wird die Tantieme fällig und ausgezahlt?

Wenn der Vertrag nichts anderes regelt, wird die Tantieme mit der Feststellung des Jahresabschlusses fällig. Für beherrschende Gesellschafter-Geschäftsführer gilt sie in diesem Moment steuerlich als zugeflossen, auch wenn sie nicht ausgezahlt wird. Die Lohnsteuer fällt dann trotzdem an. Wer die Tantieme stehen lässt, spart also keine Steuern.

Kann ich meine Tantieme in die bAV umwandeln?

Ja. Bei der Deferred Compensation wird die Tantieme ganz oder teilweise in die betriebliche Altersvorsorge umgeleitet, meist in eine rückgedeckte Unterstützungskasse, weil die keine Beitragsgrenze kennt. In der Ansparphase fällt keine Lohnsteuer an, die GmbH zieht den Beitrag als Betriebsausgabe ab. Bedingung: Die Umwandlung muss vereinbart sein, bevor der Anspruch entsteht, am sichersten vor Beginn des betreffenden Geschäftsjahres.

Was ist der Unterschied zwischen Gewinntantieme und Umsatztantieme?

Die Gewinntantieme ist ein Anteil am Jahresüberschuss und der anerkannte Standard. Die Umsatztantieme knüpft am Umsatz an, unabhängig davon, ob die GmbH Gewinn macht. Beim Gesellschafter-Geschäftsführer akzeptiert das Finanzamt sie nur in Ausnahmefällen und zeitlich befristet, etwa in der Aufbauphase. Sonst gilt sie als verdeckte Gewinnausschüttung.

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Quellen und weiterführende Informationen