Rechtsschutzversicherung für Notare
beträgt das volle Kostenrisiko des typischen Rechtsstreits als Notar: eigener Anwalt, gegnerischer Anwalt und Gericht bei 7.000 Euro Streitwert, gerechnet nach RVG und GKG (Stand 1. Juni 2025). Das entspricht 0,4 Bruttomonatsverdiensten in diesem Beruf.
Der typische Rechtsstreit als Notar in Zahlen
| Typisches Bruttogehalt als Notar (Beispielwert) | 8.000,00 Euro |
| Streitwert des Beispielfalls | 7.000,00 Euro |
| Anwalt außergerichtlich (1,3 Geschäftsgebühr, mit MwSt.) | 756,30 Euro |
| Eigener Anwalt, Klage 1. Instanz (1,3 + 1,2) | 1.432,46 Euro |
| Gerichtskosten 1. Instanz (3,0 Gebühren GKG) | 646,50 Euro |
| Verlustrisiko gesamt: beide Anwälte plus Gericht | 3.511,42 Euro |
| Das entspricht Bruttomonatsverdiensten | 0,4 |
Jeder Beruf streitet anders. Notar ist da keine Ausnahme: Die typischen Konflikte, die Gegner und die Summen unterscheiden sich deutlich von denen anderer Berufe, und damit auch die Anforderungen an eine Rechtsschutzversicherung. Hier steht, welche Streitigkeiten in diesem Beruf wirklich vorkommen und was sie nach den gesetzlichen Gebührentabellen kosten.
Die Konflikte, die in diesem Beruf immer wieder vor Gericht landen: Notare streiten selten, aber förmlich: Beschwerden gegen Kostenrechnungen im gerichtlichen Verfahren, Amtshaftungsvorwürfe nach Beurkundungen, die Beteiligte später bereuen, und Dienstaufsichtsverfahren der Kammer. Als Arbeitgeber eines Notariats mit Fachangestellten kommen die üblichen Personalthemen dazu.
Für die Beispielrechnung dieser Seite nehmen wir einen Streitwert von 7.000 Euro: Beispielrechnung: Streit um eine beanstandete Kostenrechnung nach GNotKG über 7.000 Euro im Beschwerdeverfahren. Alle folgenden Beträge sind daraus nach den gesetzlichen Tabellen berechnet.
Konkret heißt das: Schon die außergerichtliche Vertretung schlägt mit 756,30 Euro zu Buche. Vor Gericht kostet der eigene Anwalt in der ersten Instanz 1.432,46 Euro (Verfahrens- plus Terminsgebühr nach RVG), dazu kommen 646,50 Euro Gerichtskosten, die der Kläger als Vorschuss zahlt.
Das volle Verlustrisiko, also eigener Anwalt, gegnerischer Anwalt und Gericht zusammen, beträgt 3.511,42 Euro. Gemessen am Einkommen dieses Berufs sind das 0,4 Bruttomonate. Ohne Police streitet hier niemand entspannt, mit Police kostet derselbe Streit die Selbstbeteiligung.
Die wichtigste Nachricht für Notare zuerst: Die private Rechtsschutzversicherung endet an der Gewerbeanmeldung. Honorar- und Vertragsstreit als Notar deckt nur ein Firmen-Tarif, und bei dem entscheidet das Kleingedruckte, ob Forderungsstreitigkeiten überhaupt mitversichert sind. Vor dem Abschluss gezielt danach fragen.
Welche Bausteine für Notare zählen: Firmen-Rechtsschutz für den Kanzleibetrieb mit Arbeitgeber-Deckung, dazu Spezial-Deckung für berufs- und disziplinarrechtliche Verfahren, die der Standardtarif ausklammert. Die Amtshaftung selbst gehört zur Berufshaftpflicht, die Abwehrkosten koordinieren beide Policen.
Der wichtigste Satz dieser Seite steht im Kleingedruckten jeder Police: In den meisten Bausteinen gilt eine Wartezeit von 3 Monaten. Ein Streit, der schon läuft oder sich abzeichnet, ist auch als Notar nicht mehr versicherbar. Die Rechtsschutzversicherung funktioniert nur in eine Richtung: erst abschließen, dann streiten.
Bleibt die Gegenrechnung für Notare: etwa 200 bis 350 Euro Jahresbeitrag für einen Kombi-Tarif (Privat, Beruf, Verkehr, Marktstand 2026) gegen ein Prozessrisiko von 3.511,42 Euro im Beispielfall als Notar. Dazwischen liegt nur die Selbstbeteiligung von meist 150 bis 300 Euro pro Streit.
Der Praxistipp für Notare: Kostenrechnungen bei Einwänden der Beteiligten nicht formlos rabattieren, das Gebührenrecht ist zwingend. Der saubere Weg über die gerichtliche Überprüfung schützt vor dem Vorwurf der Gebührenunterschreitung, und die Police trägt das Verfahren.
Ein Hinweis zur Methode: Gerechnet wurde der gesetzliche Normalfall, also Klage, ein Verhandlungstermin, erste Instanz, mit den Tabellenwerten vom 1. Juni 2025. Der angesetzte Streitwert ist der für Notare typische, im Einzelfall gilt der tatsächliche Wert Ihres Streits. Für eine Einschätzung Ihrer Situation gibt es die kostenlose Erstberatung.
Häufige Fragen
Was kostet eine Rechtsschutzversicherung für Notare?
Etwa 200 bis 350 Euro jährlich für einen Kombi-Schutz mit Privat, Beruf und Verkehr, Marktstand 2026. Mit höherer Selbstbeteiligung sinkt der Beitrag. Wichtiger als zehn Euro Ersparnis ist für Notare, dass die berufstypischen Bausteine enthalten sind.
Was kostet ein Rechtsstreit als Notar ohne Versicherung?
Beim typischen Streitwert von 7.000 Euro kostet allein der eigene Anwalt in erster Instanz 1.432,46 Euro. Wer verliert, zahlt zusätzlich Gegenseite und Gericht: zusammen 3.511,42 Euro. Alle Werte nach den gesetzlichen Tabellen, Stand 1. Juni 2025.
Gibt es eine Wartezeit?
Ja, in der Regel 3 Monate für die wichtigsten Bausteine, auch im Arbeitsrecht. Der Verkehrs-Baustein ist bei vielen Anbietern ohne Wartezeit. Wer den Streit als Notar schon hat, bekommt keine Deckung mehr, deshalb zählt der frühe Abschluss.
Übernimmt die Rechtsschutzversicherung alle Kosten?
Die Police zahlt nach Deckungszusage alle Positionen der Beispielrechnung für Notare: eigenen Anwalt, Gerichtskosten, im Verlustfall die gegnerischen Anwälte. Ihr Eigenanteil bleibt die Selbstbeteiligung (150 bis 300 Euro je nach Tarif).
3.511,42 Euro Risiko, oder 150 bis 300 Euro Selbstbeteiligung
Eine Rechtsschutzversicherung übernimmt Anwalt, Gericht und im Verlustfall die Gegenseite. Sie muss nur vor dem Streit da sein: Die Wartezeit beträgt in den meisten Bausteinen 3 Monate.
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