Privatinsolvenz nach dem eigenen Salon: welche Tür ins Verfahren führt, entscheiden die alten Schulden
Für diese Konstellation gilt keine Streitwerttabelle: Die Kosten folgen eigenen Regeln, und genau die stehen auf dieser Seite, zusammen mit dem Baustein Privat-Rechtsschutz (Vertragsrecht), der den Fall trägt.
Privatinsolvenz nach Salonaufgabe Friseur: die Fakten auf einen Blick
| Beruf | Friseur |
| Rechtsgebiet | Insolvenzrecht |
| Zuständiger Baustein | Privat-Rechtsschutz (Vertragsrecht) |
| Kostenlogik | Rahmengebühren, keine Streitwerttabelle |
Privatinsolvenz trifft jeden Beruf anders, und diese Seite nimmt genau eine Konstellation ernst: Friseur. Wie dieser Streit in diesem Arbeitsalltag entsteht, was er nach den gesetzlichen Tabellen kostet und welcher Baustein der Rechtsschutzversicherung ihn auffängt, Punkt für Punkt.
Was in dieser Kombination immer wieder passiert: Eine Friseurmeisterin hat ihren Salon nach zwanzig Jahren aufgegeben, geblieben sind Mietrückstände, offene Sozialversicherungsbeiträge für zwei frühere Angestellte und eine Nachzahlung ans Finanzamt, zusammen 48.000 Euro bei neun Gläubigern. Sie beantragt die Verbraucherinsolvenz und lernt Paragraf 304 InsO kennen: Wer selbständig war, darf diesen Weg nur gehen, wenn die Vermögensverhältnisse überschaubar sind, weniger als 20 Gläubiger, und wenn keine Forderungen aus Arbeitsverhältnissen offen sind. Die Beitragsschulden für ihre Ex-Mitarbeiterinnen sind genau solche Forderungen, also führt ihr Weg trotz nur neun Gläubigern in die Regelinsolvenz. Das ist kein Nachteil, aber ein anderes Verfahren mit anderen Regeln, und wer es falsch beantragt, verliert Monate.
Ein erklärtes Rechenbeispiel: Bei einem kleinen Verfahren ohne verwertbares Vermögen liegen Gerichtskosten und Vergütung des Treuhänders zusammen meist bei 2.000 bis 2.500 Euro. Wer das nicht aufbringen kann, beantragt die Stundung nach Paragraf 4a InsO, dann wird das Verfahren eröffnet und die Kosten werden nach der Restschuldbefreiung in Raten abgetragen, notfalls erlassen. Die kommunalen und kirchlichen Schuldnerberatungen arbeiten kostenlos, haben aber Wartelisten von Monaten, die Erstberatung beim Anwalt gibt es mit Beratungshilfeschein für 15 Euro Eigenanteil.
Vor dem Zivilgericht gilt in dieser Konstellation die klare Regel: Wer verliert, zahlt alles, beide Anwälte und die Gerichtskasse (Paragraf 91 ZPO). Das diszipliniert beide Seiten und macht die Deckungszusage der Rechtsschutzversicherung zum Verhandlungsargument, denn eine Partei, die das Kostenrisiko nicht fürchten muss, verhandelt aus einer anderen Position.
Wie diese Fälle in der Praxis ausgehen: Die Regelinsolvenz hat für Ex-Selbständige zwei handfeste Vorteile. Der außergerichtliche Einigungsversuch, der bei der Verbraucherinsolvenz Pflicht ist, entfällt, das Verfahren startet schneller. Und wer wieder auf eigene Rechnung arbeiten will, kann das mitten im Verfahren: Der Insolvenzverwalter gibt die selbständige Tätigkeit nach Paragraf 35 Absatz 2 InsO frei, danach gehören die neuen Einnahmen der Schuldnerin, abführen muss sie nur den Betrag, der pfändbar wäre, wenn sie angestellt arbeiten würde, Paragraf 295a InsO. Der Meisterbrief ist von der Insolvenz ohnehin unberührt, und Paragraf 12 GewO schützt während des laufenden Verfahrens vor einer Gewerbeuntersagung wegen ungeordneter Vermögensverhältnisse. Die Restschuldbefreiung kommt wie bei allen nach drei Jahren, nur Schulden aus einer Steuerstraftat blieben nach Paragraf 302 InsO außen vor, gewöhnliche Rückstände beim Finanzamt nicht.
Damit die Police das alles trägt, muss eine Bedingung erfüllt sein, und sie ist unerbittlich: Der Vertrag muss vor dem Entstehen des Konflikts bestanden haben, und die Wartezeit von meist 3 Monaten muss vorbei sein. Ein Streit, der sich bereits abzeichnet, lässt sich nicht mehr versichern, bei keinem Anbieter, zu keinem Preis.
Preislich bewegt sich der passende Schutz 2026 zwischen rund 200 und 350 Euro jährlich für die Kombination Privat, Beruf und Verkehr. Verglichen mit den Beträgen weiter oben ist das die kleinste Zahl dieser Seite, vorausgesetzt, der Baustein Privat-Rechtsschutz (Vertragsrecht) ist wirklich an Bord.
Drei Schritte bringen Ordnung in den akuten Fall: Dokumente sichern und chronologisch ablegen, Fristen klären, Deckungsanfrage stellen (Baustein Privat-Rechtsschutz (Vertragsrecht)). Danach entscheidet sich mit anwaltlicher Ersteinschätzung, ob verhandelt, geklagt oder abgehakt wird.
Aus der Beratung, für genau diesen Fall: Die Gläubigerliste vollständig machen, auch Krankenkassen, Berufsgenossenschaft und die Vermieterin von damals, denn eine vergessene Forderung nimmt an der Restschuldbefreiung nicht teil und lebt danach weiter. Vor dem Antrag das Girokonto in ein Pfändungsschutzkonto umwandeln und keine einzelnen Gläubiger mehr bevorzugt bedienen, solche Zahlungen holt der Verwalter zurück und sie kosten Vertrauen bei Gericht.
Was die Angaben können und was nicht: Sie zeigen die Kostenlogik dieser Verfahrensart mit ihren gesetzlichen Rahmen, keine Prognose für den Einzelfall. Ob sich Gegenwehr lohnt und ob die eigene Police den Fall trägt, gehört in die anwaltliche Ersteinschätzung, mit Deckungsanfrage vorweg.
Häufige Fragen
Welcher Baustein deckt Privatinsolvenz nach Salonaufgabe Friseur?
Der Fall läuft über den Baustein Privat-Rechtsschutz (Vertragsrecht). Bei Neuabschluss gehört er auf die Checkliste, bei bestehenden Verträgen in die Prüfung: Fehlt er, hilft die beste Police dieser Seite nicht.
Was kostet dieser Streit ohne Rechtsschutzversicherung?
Die Kosten folgen in diesen Verfahren gesetzlichen Rahmen, nicht dem Streitwert; Details nennt der Kostenabschnitt. Für Versicherte bleibt am Ende die Selbstbeteiligung von meist 150 bis 300 Euro.
Gilt eine Wartezeit?
Ja, in den meisten Bausteinen 3 Monate ab Vertragsbeginn. Zusätzlich gilt: Der Rechtsschutzfall darf nicht vor dem Abschluss entstanden sein. Ein bereits laufender Streit dieser Art ist nicht mehr versicherbar.
Was ist im akuten Fall zuerst zu tun?
Beweise und Schriftverkehr sichern, Fristen notieren, dann die Deckungsanfrage stellen und die anwaltliche Ersteinschätzung einholen. Nichts unterschreiben und nichts zugeben, bevor beides vorliegt.
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Für diesen Fall ist es zu spät für eine Police. Für den nächsten nicht.
Rechtsschutz greift erst nach 3 Monaten Wartezeit, ein laufender Streit ist nicht versicherbar. Wer jetzt abschließt, hat beim nächsten Mal Anwalt, Gericht und Gutachter bezahlt. Ich sage Ihnen in 10 Minuten, welcher Baustein für Sie zählt. Nur Name und Nummer.
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