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Berufsunfähigkeitsversicherung im Bürojob: Warum sie sinnvoll ist und wenig kostet

Berufsunfähigkeitsversicherung im Bürojob sinnvoll? Ja: Psychische Erkrankungen sind Ursache Nr. 1 und treffen auch Schreibtischberufe. Dafür zahlen Büroangestellte besonders niedrige Beiträge. Beispiele und Tipps.

Alessandra Massaro

Alessandra Massaro

Versicherungsvermittlerin nach § 34d GewO

Aktualisiert am 23. Juli 2026

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Berufsunfähigkeitsversicherung für Büroangestellte: sinnvoll trotz Schreibtischjob

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Ja, eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist auch im Bürojob sinnvoll. Der Grund: Die häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit sind heute psychische Erkrankungen wie Depression und Burnout, mit rund 30 Prozent aller Fälle. Diese Krankheiten treffen Menschen am Schreibtisch genauso wie auf der Baustelle. Der große Vorteil: Büroangestellte gelten bei den Versicherern als risikoarm und zahlen deshalb besonders niedrige Beiträge. Ein 25-jähriger Büroangestellter sichert 1.500 € BU-Rente oft schon für 30 bis 45 € im Monat ab.

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Warum auch Büroangestellte berufsunfähig werden

Viele denken bei Berufsunfähigkeit an den Dachdecker, der vom Gerüst fällt. Oder an den Fliesenleger mit kaputten Knien. Das Bild ist veraltet. Die Statistik zeigt ein anderes Muster.

Die häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit in Deutschland sind heute psychische Erkrankungen. Dazu zählen Depression, Burnout (völlige Erschöpfung durch Dauerstress) und Angststörungen. Nach den Auswertungen des Analysehauses Morgen und Morgen gehen rund 30 Prozent aller BU-Fälle auf die Psyche zurück. Und diese Krankheiten fragen nicht, ob jemand am Schreibtisch sitzt oder auf dem Gerüst steht.

Im Gegenteil: Termindruck, ständige Erreichbarkeit, Bildschirmarbeit und wenig Bewegung sind typische Belastungen im Büro. Dazu kommen zwei weitere große Ursachengruppen, die ebenfalls jeden treffen können:

  • Krebs und andere schwere Erkrankungen: rund 17 bis 18 Prozent der BU-Fälle. Eine Krebsdiagnose hängt nicht vom Beruf ab.
  • Erkrankungen des Bewegungsapparats (Rücken, Gelenke, Bandscheiben): rund 20 Prozent. Jahrelanges Sitzen ist für den Rücken keineswegs harmlos.
  • Unfälle: nur rund 7 bis 8 Prozent. Der klassische Arbeitsunfall spielt eine viel kleinere Rolle, als die meisten glauben.

Kurz gesagt: Über 90 Prozent der Berufsunfähigkeit entsteht durch Krankheit, nicht durch Unfälle. Und die drei größten Krankheitsgruppen treffen Büroangestellte genauso wie Handwerker. Warum eine BU-Versicherung grundsätzlich zu den wichtigsten Versicherungen überhaupt zählt, lesen Sie im Ratgeber Ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll?

Der Bürojob-Vorteil: Berufsgruppen und was sie bedeuten

Jetzt die gute Nachricht. Versicherer teilen alle Berufe in sogenannte Berufsgruppen ein (Risikoklassen, je nach Anbieter etwa 1 bis 5 oder A bis E). Je körperlich belastender ein Beruf, desto höher das statistische Risiko und desto teurer der Beitrag.

Büroangestellte, Kaufleute, Controller, Softwareentwickler und ähnliche Schreibtischberufe landen fast immer in der besten oder zweitbesten Berufsgruppe. Das statistische Risiko, dass ein Büroangestellter berufsunfähig wird, ist zwar real, aber deutlich niedriger als bei einem Dachdecker. Die Versicherer geben diesen Vorteil direkt über den Preis weiter.

Das Ergebnis: Ein Büroangestellter zahlt für dieselbe BU-Rente oft nur ein Drittel bis die Hälfte dessen, was ein Handwerker zahlt. Wer im Büro arbeitet, bekommt also einen der wichtigsten Schutzbausteine überhaupt zum kleinen Preis. Genau deshalb ist das Argument "ich sitze doch nur am Schreibtisch" kein Grund gegen die BU, sondern ein Grund dafür: hoher Nutzen, niedriger Beitrag.

Wichtig zu wissen: Die Berufsgruppe wird beim Abschluss festgelegt. Wechseln Sie später in einen riskanteren Beruf, bleibt Ihr günstiger Beitrag in der Regel bestehen. Auch das spricht dafür, den Vertrag in der Bürophase abzuschließen.

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Was kostet die BU im Bürojob? Beitragsbeispiele

Die folgenden Werte sind realistische Marktbeispiele für eine monatliche BU-Rente von 1.500 €, Laufzeit bis zum 67. Lebensjahr, guter Gesundheitszustand, Nichtraucher. Zum Vergleich steht daneben ein handwerklicher Beruf (zum Beispiel Elektriker oder Schreiner) mit gleicher Absicherung:

EintrittsalterBürojob (Berufsgruppe 1 bis 2)Handwerklicher Beruf
25 Jahreca. 30 bis 45 € / Monatca. 70 bis 110 € / Monat
30 Jahreca. 40 bis 55 € / Monatca. 85 bis 130 € / Monat
35 Jahreca. 50 bis 70 € / Monatca. 100 bis 160 € / Monat
40 Jahreca. 65 bis 90 € / Monatca. 130 bis 200 € / Monat

Die Spanne entsteht durch Anbieter, Tarifdetails und Gesundheitsfragen. Die Richtung ist aber eindeutig: Der Bürojob halbiert den Beitrag ungefähr, und jedes Jahr früher Abschluss spart zusätzlich. Wer mit 25 statt mit 40 startet, zahlt über die gesamte Laufzeit oft mehrere tausend Euro weniger und ist dabei 15 Jahre länger geschützt.

Eine ausführliche Kostenübersicht mit allen Einflussfaktoren finden Sie im Ratgeber Was kostet eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Reicht nicht die staatliche Absicherung?

Nein, leider nicht. Wer nach 1961 geboren ist, hat keinen Anspruch mehr auf eine gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente. Es gibt nur noch die Erwerbsminderungsrente. Die zahlt der Staat aber erst, wenn Sie in gar keinem Beruf mehr arbeiten können, nicht nur in Ihrem eigenen.

Ein Beispiel: Eine Controllerin kann wegen einer schweren Depression ihren anspruchsvollen Job nicht mehr ausüben. Könnte sie theoretisch noch drei Stunden am Tag einfache Tätigkeiten verrichten, bekommt sie vom Staat höchstens die halbe Erwerbsminderungsrente. Die volle Rente liegt im Schnitt ohnehin nur bei rund 1.000 € im Monat, oft weniger. Davon lassen sich Miete, Krankenversicherung und Lebenshaltung in einer deutschen Stadt kaum bezahlen.

Die private BU-Versicherung setzt früher an: Sie zahlt bereits, wenn Sie Ihren zuletzt ausgeübten Beruf zu mindestens 50 Prozent voraussichtlich für sechs Monate nicht mehr ausüben können. Genau diese Lücke zwischen staatlicher Minimalabsicherung und echtem Einkommensschutz schließt die BU.

Zu kompliziert? Ich erkläre es Ihnen in Ruhe, Schritt für Schritt. Ganz ohne Fachchinesisch.

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Worauf Büroangestellte beim Vertrag achten sollten

Nicht jeder BU-Tarif ist gut. Diese Punkte entscheiden im Ernstfall darüber, ob die Versicherung wirklich zahlt:

  1. Verzicht auf abstrakte Verweisung: Der Versicherer darf Sie nicht auf einen anderen, theoretisch möglichen Beruf verweisen. Ohne diesen Verzicht könnte er sagen: "Sie können ja noch Pförtner werden" und die Zahlung verweigern. Details erklärt der Ratgeber Abstrakte Verweisung in der BU.
  2. Ausreichende BU-Rente: Als Faustregel gelten 60 bis 70 Prozent des Nettoeinkommens. Bei 2.400 € netto sind das etwa 1.500 bis 1.700 € BU-Rente. Zu niedrig angesetzte Renten von 500 oder 800 € helfen im Ernstfall nicht.
  3. Nachversicherungsgarantie: Damit können Sie die Rente später ohne neue Gesundheitsprüfung erhöhen, etwa bei Gehaltssprung, Heirat, Hauskauf oder Geburt eines Kindes. Gerade für junge Büroangestellte mit Karriere vor sich ist das zentral.
  4. Laufzeit bis 67: Der Vertrag sollte bis zum gesetzlichen Rentenalter laufen. Tarife, die mit 60 enden, lassen die teuersten Jahre ungeschützt.
  5. Ehrliche Gesundheitsfragen: Beantworten Sie alle Fragen vollständig und wahrheitsgemäß. Falsche Angaben können den Schutz Jahre später zerstören (Anzeigepflichtverletzung).

Ein besonderer Hinweis zum Thema Psyche: Wer bereits eine Psychotherapie hinter sich hat, bekommt nicht automatisch eine Absage, sollte den Antrag aber strategisch stellen, am besten über eine anonyme Risikovoranfrage. Mehr dazu im Ratgeber BU und psychische Erkrankungen.

Wann ist der beste Zeitpunkt für den Abschluss?

So früh wie möglich, aus zwei Gründen. Erstens der Preis: Der Beitrag richtet sich nach dem Eintrittsalter und bleibt dann über die Laufzeit stabil. Wer mit 25 abschließt, sichert sich den niedrigen Beitrag für Jahrzehnte.

Zweitens die Gesundheit: Mit jedem Lebensjahr steigt die Wahrscheinlichkeit von Vorerkrankungen, die zu Risikozuschlägen, Ausschlüssen oder einer Ablehnung führen. Rückenprobleme durch Bürositzen, eine erste Therapie wegen Erschöpfung, erhöhte Blutwerte: All das macht den Abschluss später schwerer oder teurer. Der junge, gesunde Büroangestellte ist für den Versicherer der Wunschkunde und bekommt die besten Konditionen.

Auch Berufseinsteiger und Werkstudenten im Büro sollten nicht warten. Viele Tarife bieten Einsteigerkonditionen mit reduzierten Anfangsbeiträgen, die später ansteigen. Ob sich das lohnt, hängt vom Einzelfall ab und gehört in eine unabhängige Beratung. Einen Gesamtüberblick über Leistungen und Tarife gibt die Seite Berufsunfähigkeitsversicherung.

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Für Italiener in Deutschland: Beratung auf Italienisch

Arbeiten Sie als Italienerin oder Italiener in einem deutschen Büro? Dann gilt alles oben Gesagte auch für Sie, mit einer Besonderheit: Die deutschen BU-Bedingungen sind selbst für Muttersprachler schwer zu lesen. Begriffe wie abstrakte Verweisung, Nachversicherungsgarantie oder vorvertragliche Anzeigepflicht entscheiden aber über Zehntausende Euro.

Wichtig außerdem: Eine in Deutschland abgeschlossene BU-Rente wird in der Regel auch gezahlt, wenn Sie später nach Italien zurückkehren. Der Schutz wandert also mit, sofern der Tarif weltweiten Versicherungsschutz vorsieht. Genau solche Punkte prüfen wir im Vergleich.

Alessandra Massaro berät als unabhängige Versicherungsvermittlerin auf Italienisch und Deutsch. Sie vergleicht die Tarife mehrerer Gesellschaften, stellt bei Vorerkrankungen anonyme Voranfragen und erklärt jede Klausel in Ihrer Sprache. Die Erstberatung ist kostenfrei und unverbindlich: jetzt Kontakt aufnehmen.

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Häufige Fragen

Ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung im Bürojob sinnvoll?

Ja. Die Hauptursache für Berufsunfähigkeit sind psychische Erkrankungen mit rund 30 Prozent der Fälle, gefolgt von Erkrankungen des Bewegungsapparats und Krebs. Alle drei treffen Büroangestellte genauso wie Handwerker. Gleichzeitig zahlen Büroangestellte wegen der günstigen Berufsgruppe besonders niedrige Beiträge.

Was kostet eine BU-Versicherung für Büroangestellte?

Ein 25-jähriger gesunder Büroangestellter zahlt für 1.500 € Monatsrente bis Alter 67 etwa 30 bis 45 € im Monat. Mit 35 sind es etwa 50 bis 70 €. Handwerkliche Berufe zahlen für dieselbe Absicherung oft das Doppelte bis Dreifache.

Welche Berufsgruppe hat ein Bürojob in der BU?

Reine Schreibtischberufe wie Büroangestellte, Kaufleute, Controller oder Softwareentwickler werden fast immer in die beste oder zweitbeste Berufsgruppe eingestuft. Das bedeutet das niedrigste Beitragsniveau am Markt. Die Einstufung beim Abschluss bleibt in der Regel auch bei einem späteren Berufswechsel bestehen.

Zahlt die BU auch bei Burnout und Depression?

Ja, sofern die Erkrankung dazu führt, dass Sie Ihren Beruf voraussichtlich für mindestens sechs Monate zu mindestens 50 Prozent nicht ausüben können. Psychische Erkrankungen sind heute die häufigste anerkannte BU-Ursache. Wichtig ist ein Tarif ohne abstrakte Verweisung und eine saubere ärztliche Dokumentation.

Reicht die gesetzliche Erwerbsminderungsrente nicht aus?

Nein. Die volle Erwerbsminderungsrente liegt im Schnitt nur bei rund 1.000 € im Monat und wird erst gezahlt, wenn Sie in keinem Beruf mehr als drei Stunden täglich arbeiten können. Wer nur seinen eigenen Beruf nicht mehr ausüben kann, bekommt oft gar nichts. Diese Lücke schließt nur die private BU.

Wie hoch sollte die BU-Rente im Bürojob sein?

Als Faustregel 60 bis 70 Prozent des Nettoeinkommens. Bei 2.400 € netto also etwa 1.500 bis 1.700 € Monatsrente. Eine Nachversicherungsgarantie sorgt dafür, dass Sie die Rente bei Gehaltssteigerungen ohne neue Gesundheitsprüfung anheben können.

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Quellen und weiterführende Informationen