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Private Pflegeversicherung: Was sie kostet und wann sie sich für Sie lohnt

Private Pflegeversicherung einfach erklärt: Wie groß die Pflegelücke ist, welche Tarife es gibt, was sie kosten und für wen sich der Abschluss wirklich lohnt.

Alessandra Massaro

Alessandra Massaro

Versicherungsvermittlerin nach § 34d GewO

Aktualisiert am 18. Juli 2026

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Die private Pflegeversicherung ist eine freiwillige Zusatzversicherung. Sie zahlt Geld, wenn Sie pflegebedürftig werden. Die gesetzliche Pflegeversicherung deckt nämlich nur einen Teil der Kosten. Den Rest zahlen Sie oder Ihre Familie selbst. Je nach Alter und Tarif kostet der Schutz meist rund 20 bis 60 Euro im Monat.

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Was ist die private Pflegeversicherung?

Die private Pflegeversicherung ist eine freiwillige Zusatzversicherung. Sie zahlt Ihnen Geld, wenn Sie pflegebedürftig werden. Pflegebedürftig heißt: Sie schaffen den Alltag nicht mehr allein.

Jeder Mensch in Deutschland hat bereits eine gesetzliche Pflegeversicherung. Diese ist Pflicht und läuft über die Krankenkasse. Sie zahlt aber nur einen festen Zuschuss, nicht die echten Kosten.

Die private Police kommt oben drauf. Sie schließt die Lücke zwischen dem Zuschuss und der Rechnung, die am Ende wirklich kommt. Mehr Grundlagen finden Sie auf unserer Seite zur Pflegeversicherung in Deutschland.

Warum reicht die gesetzliche Pflegeversicherung nicht?

Die gesetzliche Pflegeversicherung war nie als Vollversicherung gedacht. Sie ist eine Teilkasko. Das bedeutet: Sie übernimmt einen Teil, den Rest tragen Sie selbst.

Ein Platz im Pflegeheim kostet in Nordrhein-Westfalen oft rund 2.500 bis 3.500 Euro im Monat. Die Kasse zahlt davon einen festen Betrag, abhängig vom Pflegegrad. Was übrig bleibt, nennt man Eigenanteil.

Dieser Eigenanteil liegt in vielen Heimen bei rund 2.000 Euro im Monat. Reicht die Rente nicht, springt oft die Familie ein. Erwachsene Kinder können ab einem bestimmten Einkommen zur Kasse gebeten werden.

Genau diese Lücke nennt man Pflegelücke. Sie ist der Hauptgrund, warum viele Menschen zusätzlich privat vorsorgen.

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Welche Arten von privater Pflegeversicherung gibt es?

Es gibt drei gängige Modelle. Sie unterscheiden sich vor allem darin, wie das Geld ausgezahlt wird.

  • Pflegetagegeld: Sie bekommen für jeden Tag der Pflege einen festen Betrag. Das Geld ist frei verwendbar. Sie müssen keine Rechnungen einreichen.
  • Pflegekostenversicherung: Der Versicherer erstattet einen Prozentsatz der echten Pflegekosten. Sie reichen dafür Rechnungen ein. Pflege durch Angehörige wird meist schlechter abgedeckt.
  • Pflegerentenversicherung: Sie erhalten im Pflegefall eine monatliche Rente. Der Beitrag ist höher, bleibt aber in der Regel stabil.

Für die meisten Familien ist das Pflegetagegeld die einfachste Lösung. Es ist flexibel und funktioniert auch, wenn die Tochter oder der Sohn zu Hause pflegt.

Was kostet eine private Pflegeversicherung?

Der Beitrag hängt vor allem vom Eintrittsalter ab. Je früher Sie starten, desto günstiger bleibt es. Auch Ihr Gesundheitszustand spielt eine Rolle.

EintrittsalterBeitrag pro MonatHinweis
30 Jahrerund 15 bis 25 EuroSehr günstiger Einstieg
45 Jahrerund 25 bis 45 EuroKlassisches Abschlussalter
55 Jahrerund 45 bis 80 EuroGesundheitsfragen werden strenger
65 Jahrerund 80 bis 130 EuroAufnahme oft nur eingeschränkt möglich

Die Werte sind Richtwerte für einen Tarif mit rund 50 Euro Pflegetagegeld im höchsten Pflegegrad. Ihr persönlicher Beitrag kann deutlich abweichen. Ein Vergleich mehrerer Anbieter lohnt sich immer.

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Worauf sollten Sie bei der Auswahl achten?

Die Tarife unterscheiden sich stark. Der Preis allein sagt wenig aus. Diese Punkte sind in der Praxis am wichtigsten.

  • Leistung ab Pflegegrad 1: Viele günstige Tarife zahlen erst ab Pflegegrad 3. Gute Tarife leisten früher.
  • Höhe in allen Pflegegraden: Prüfen Sie, wie viel Prozent des vollen Tagegelds in jedem Grad gezahlt wird.
  • Wartezeit: Manche Verträge zahlen erst nach einigen Monaten oder Jahren. Kurze Wartezeiten sind besser.
  • Beitragsfreiheit im Pflegefall: Ein guter Tarif stellt Sie beitragsfrei, sobald Sie Leistungen bekommen.
  • Dynamik: Der Schutz sollte mit der Inflation steigen können, ohne neue Gesundheitsfragen.
  • Weltweiter Schutz: Wichtig, wenn Sie im Alter zurück nach Italien möchten. Nicht jeder Tarif zahlt im Ausland.

Der letzte Punkt wird oft vergessen. Wer plant, die Rente teilweise in Italien zu verbringen, sollte das vorher klären.

Für wen lohnt sich der Abschluss?

Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Es hängt von Ihrem Vermögen, Ihrer Rente und Ihrer Familie ab.

Sinnvoll ist der Schutz meist für Menschen zwischen 30 und 55 Jahren mit normalem Einkommen. Also für alle, die im Pflegefall weder genügend Erspartes haben noch die Kinder belasten möchten.

Weniger dringend ist er, wenn Sie ein großes Vermögen oder eine sehr hohe Rente haben. Dann können Sie den Eigenanteil selbst tragen.

Für italienische Familien in Deutschland kommt ein Punkt dazu: Viele Verträge und Bedingungen sind sprachlich schwer. Bei Massaro Versicherungen beraten wir deshalb auf Deutsch und auf Italienisch, so dass Sie jede Klausel wirklich verstehen. Eine persönliche Beratung ist bei diesem Thema wichtig, weil Gesundheitsfragen und Wartezeiten individuell wirken. Schreiben Sie uns gerne über unser Kontaktformular für eine unverbindliche Einschätzung.

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Häufige Fragen

Ist die private Pflegeversicherung Pflicht?

Nein. Pflicht ist nur die gesetzliche Pflegeversicherung über die Kranken oder Privatkasse. Die private Pflegezusatzversicherung ist freiwillig. Sie ergänzt den gesetzlichen Schutz und schließt die finanzielle Lücke im Pflegefall.

Ab welchem Alter sollte man abschließen?

Je früher, desto günstiger. Viele Menschen schließen zwischen 40 und 50 Jahren ab. Zu diesem Zeitpunkt sind die Beiträge noch moderat und die Gesundheitsfragen meist unproblematisch. Ein Abschluss mit 65 Jahren ist teurer und oft nur eingeschränkt möglich.

Was passiert, wenn ich bereits krank bin?

Vor Vertragsabschluss stellt der Versicherer Gesundheitsfragen. Bestehende Erkrankungen können zu einem Zuschlag oder zu einer Ablehnung führen. Beantworten Sie die Fragen immer wahrheitsgemäß, sonst riskieren Sie den Schutz. Eine Beratung hilft, den passenden Anbieter zu finden.

Zahlt die private Pflegeversicherung auch im Ausland?

Das hängt vom Tarif ab. Manche Verträge zahlen weltweit und zeitlich unbegrenzt, andere nur in Europa oder nur für eine begrenzte Dauer. Wenn Sie planen, im Alter nach Italien zurückzukehren, prüfen Sie diesen Punkt vor dem Abschluss.

Wie hoch sollte das Pflegetagegeld sein?

Als Orientierung dient die erwartete Versorgungslücke. Viele wählen ein Tagegeld, das im höchsten Pflegegrad rund 1.500 bis 2.000 Euro im Monat ergibt. Das entspricht ungefähr dem üblichen Eigenanteil im Pflegeheim. Ihre Rente und Ihr Vermögen beeinflussen den passenden Wert.

Kann ich den Vertrag später anpassen?

Viele Tarife bieten eine Dynamik. Damit können Sie den Schutz in festen Abständen erhöhen, ohne neue Gesundheitsprüfung. Das ist wichtig, weil Pflegekosten mit den Jahren steigen. Prüfen Sie diese Option bereits beim Abschluss.

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Quellen und weiterführende Informationen