Rentenversicherung gegen Einmalzahlung: wann sich Kapital in lebenslange Rente verwandeln lohnt
Aus 100.000 EUR werden grob 350 bis 450 EUR Monatsrente, lebenslang. Ob Sofortrente, Auszahlplan oder Kombination: die 3 Zahlen, die im Angebot zählen.

Alessandra Massaro
Versicherungsvermittlerin nach § 34d GewO
Aktualisiert am 08. September 2026
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Kurze Antwort
Eine Rentenversicherung gegen Einmalzahlung verwandelt Kapital in eine lebenslange Rente. Aus 100.000 EUR werden 2026 je nach Alter und Tarif grob 350 bis 450 EUR im Monat, bis ans Lebensende. Ob das besser ist, als das Geld selbst anzulegen, entscheiden drei Zahlen, die in kaum einem Angebot offen nebeneinander stehen: der garantierte Rentenfaktor, die Effektivkosten und die Regelung für Ihre Erben.
50.000 oder 100.000 EUR auf dem Konto: Rente, anlegen oder beides?
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Das Geld ist da: warum diese Entscheidung anders ist als jede Sparentscheidung
Die typische Situation: Eine Lebensversicherung ist abgelaufen, eine Abfindung wurde gezahlt, ein Haus verkauft oder geerbt. Auf dem Konto liegen plötzlich 50.000, 100.000 oder mehr Euro. Dort verlieren sie real jedes Jahr an Wert, bei 2 Prozent Inflation sind das bei 100.000 EUR rund 2.000 EUR Kaufkraft im Jahr.
Anders als beim monatlichen Sparen gibt es hier keinen zweiten Versuch. Wer 30 ist und falsch spart, korrigiert im nächsten Jahr. Wer 62 ist und 100.000 EUR einmal falsch festlegt, lebt mit der Entscheidung. Deshalb lohnt es sich, die drei Wege nüchtern nebeneinanderzulegen: verrenten, selbst anlegen oder kombinieren.
Verrenten heißt: Eine Rentenversicherung gegen Einmalbeitrag zahlt ab sofort (Sofortrente) oder ab einem späteren Termin (aufgeschobene Rente) einen festen Monatsbetrag, lebenslang. Egal ob Sie 85, 95 oder 105 werden. Das ist der einzige Baustein am Markt, der das Risiko absichert, länger zu leben als das eigene Geld.
Die ehrliche Rechnung: was aus 100.000 EUR wird
Marktniveau 2026, grob und je nach Alter: Wer mit 65 einen Einmalbeitrag von 100.000 EUR in eine Sofortrente gibt, bekommt etwa 350 bis 450 EUR im Monat. Garantiert sind davon oft nur gut 300 EUR, der Rest kommt aus Überschüssen und kann schwanken. Wer erst mit 70 startet, bekommt spürbar mehr, weil die Versicherung mit weniger Auszahlungsjahren rechnet.
Die Zahl, die man dagegenhalten muss: 400 EUR im Monat sind 4.800 EUR im Jahr. Das reine Kapital wäre bei dieser Entnahme ohne jede Rendite nach rund 21 Jahren aufgebraucht, also mit etwa 86. Jedes Jahr darüber hinaus zahlt die Versicherung aus der Gemeinschaft der Versicherten weiter. Eine Sofortrente ist deshalb keine Geldanlage, sondern eine Versicherung gegen ein langes Leben. Wer sie als Renditeprodukt vergleicht, rechnet am Zweck vorbei.
Dazu kommt ein Steuervorteil, der oft übersehen wird: Von der Sofortrente besteuert das Finanzamt nur den Ertragsanteil. Bei Rentenbeginn mit 67 sind das 17 Prozent der Rente. Von 400 EUR Monatsrente sind also nur 68 EUR steuerpflichtig, beim persönlichen Steuersatz von 30 Prozent bleiben rund 20 EUR Steuer im Monat. Zinsen und Fondserträge auf dem Depot zahlen dagegen auf jeden Gewinn Abgeltungsteuer.
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Kostenlos fragenSofortrente, Auszahlplan oder Kombination: der nüchterne Vergleich
Der ETF-Auszahlplan ist der übliche Gegenvorschlag: Kapital anlegen, monatlich entnehmen. Er ist flexibel, vererbbar und bei guter Marktentwicklung ertragreicher. Er hat zwei Schwächen, die im Prospekt nicht stehen. Erstens das Langlebigkeitsrisiko: Reicht das Depot bis 92? Zweitens die Reihenfolge der Renditen: Ein Börseneinbruch in den ersten Entnahmejahren reißt ein Loch, das spätere gute Jahre nicht mehr stopfen.
Die aufgeschobene Rente gegen Einmalbeitrag ist der dritte Weg, den kaum jemand kennt: Das Kapital bleibt 5 bis 10 Jahre in der Police investiert, die Rente startet später und fällt deutlich höher aus. Läuft der Vertrag mindestens 12 Jahre und sind Sie bei Auszahlung über 62, ist bei Kapitalentnahme nur die Hälfte der Erträge steuerpflichtig. Sie behalten also bis zuletzt die Wahl zwischen Rente und Kapital.
In der Beratungspraxis gewinnt am häufigsten die Kombination: So viel verrenten, dass die lebenslange Rente zusammen mit der gesetzlichen die Fixkosten deckt (Miete, Versicherungen, Lebensmittel). Der Rest bleibt flexibel angelegt für Reisen, Reparaturen und die Erben. Wie groß Ihre Fixkostenlücke ist, zeigt die Rechnung aus dem Ratgeber Rente reicht nicht: was tun.
Die 3 Zahlen, die im Angebot zählen
Erstens der garantierte Rentenfaktor: wie viel Monatsrente pro 10.000 EUR Kapital vertraglich zugesichert ist, egal wie sich Zinsen und Sterbetafeln entwickeln. Ein Angebot, das nur mit der prognostizierten Rente wirbt und keinen belastbaren garantierten Faktor nennt, ist die Katze im Sack.
Zweitens die Effektivkosten. Auch bei Einmalbeiträgen ziehen Abschluss- und Verwaltungskosten an der Rente. Zwischen einem Tarif mit 0,5 und einem mit 1,5 Prozent Effektivkosten liegen über 25 Jahre Rentenbezug mehrere tausend Euro. Die Zahl steht verpflichtend im Basisinformationsblatt, man muss sie nur vergleichen.
Drittens die Regelung für die Erben. Ohne Zusatzbaustein endet die Rente mit dem Tod, auch nach zwei Jahren. Eine Rentengarantiezeit von 10 oder 20 Jahren oder eine Kapitalrückgewähr sichert die Familie ab und kostet ein paar Euro Monatsrente. Welcher Baustein sinnvoll ist, hängt von Familie und Gesundheit ab, nicht vom Prospekt. Für die Todesfallseite des bestehenden Vertrags lohnt der Blick in den Ratgeber Lebensversicherung Auszahlung.
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Beratung anfragenFür wen sich das lohnt, für wen nicht
Sinnvoll ist die Rente gegen Einmalbeitrag typischerweise zwischen 55 und 70, wenn Kapital da ist und die gesetzliche Rente die Fixkosten nicht deckt. Auch für Italienerinnen und Italiener, die in Deutschland leben und eine Abfindung, eine ausgezahlte Lebensversicherung oder den Erlös aus einem Hausverkauf in Italien auf dem Konto haben: Die Beratung und der Vertrag funktionieren auf Deutsch und Italienisch, gerechnet wird mit beiden Renten, der deutschen und der italienischen.
Nicht sinnvoll ist sie unter etwa 50, dort schlägt ein Sparplan mit Zeit und Zinseszins jede Einmalverrentung. Nicht sinnvoll ist sie auch, wenn das Geld in den nächsten Jahren gebraucht werden könnte: Aus einer laufenden Sofortrente kommt man nicht mehr heraus. Und wer ernsthafte gesundheitliche Gründe hat, mit einem kurzen Rentenbezug zu rechnen, fährt ohne Rentengarantiezeit schlecht und sollte den Baustein oder den Auszahlplan wählen.
Die Entscheidung selbst ist in einer halben Stunde vorbereitet: Fixkosten aufschreiben, gesetzliche Rente daneben, die Lücke ist der Betrag, der lebenslang gedeckt sein muss. Erst dann lohnt der Blick auf Tarife.
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Einmalbeitrag festlegen heißt: einmal richtig rechnen
Fixkosten, gesetzliche Rente, Lücke: daraus ergibt sich, wie viel verrentet werden sollte und was flexibel bleibt. Die Rechnung dauert eine halbe Stunde, auf Deutsch oder Italienisch, ohne Verkaufsdruck.
Häufige Fragen
Wie viel Rente bekomme ich für 100.000 EUR Einmalzahlung?
Lohnt sich eine Sofortrente überhaupt?
Wie wird die Sofortrente versteuert?
Was passiert mit dem Geld, wenn ich früh sterbe?
Ist ein ETF-Auszahlplan nicht besser als eine Rentenversicherung?
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