Die Rente reicht nicht: was Sie jetzt tun können, mit 35, mit 50 und kurz vor dem Ruhestand
Die gesetzliche Rente reicht nicht? Was Sie mit 35, 50 oder kurz vor der Rente konkret tun können: Lücke berechnen, richtige Reihenfolge, ehrliche Optionen.

Alessandra Massaro
Versicherungsvermittlerin nach § 34d GewO
Aktualisiert am 07. September 2026
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Kurze Antwort
Die gesetzliche Rente sichert nur rund 48 Prozent des Durchschnittslohns ab. Bei den meisten fehlen im Ruhestand mehrere hundert Euro im Monat zum gewohnten Netto. Was Sie dagegen tun können, hängt fast nur von einer Zahl ab: den Jahren bis zur Rente. Mit 20 und mehr Jahren schließen schon 150 bis 250 Euro im Monat die Lücke, mit 10 Jahren braucht es andere Hebel, und wer schon in Rente ist, hat Ansprüche, die viele nie beantragen. Welcher Hebel bei Ihnen wirkt, steht aber in keiner Renteninformation.
Rente reicht nicht: welcher Hebel bei Ihnen noch wirkt
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Erst die Zahl, dann die Entscheidung: so groß ist Ihre Lücke wirklich
"Die Rente wird nicht reichen" ist ein Gefühl. Entscheiden kann man nur mit einer Zahl. Die steht zur Hälfte in Ihrer Renteninformation: die hochgerechnete Bruttorente. Die andere Hälfte müssen Sie selbst rechnen, denn von der Bruttorente gehen noch Kranken- und Pflegeversicherung ab, dazu je nach Höhe Steuern.
Ein typisches Beispiel: 3.500 EUR brutto im Monat, durchgehend gearbeitet. Daraus werden nach heutigem Stand grob 1.700 EUR gesetzliche Bruttorente, nach Abzügen bleiben rund 1.400 bis 1.500 EUR. Das letzte Nettogehalt lag bei etwa 2.400 EUR. Es fehlen 900 bis 1.000 EUR, jeden Monat, zwanzig Jahre oder länger. Wer Jahre im Ausland gearbeitet hat, Teilzeitphasen oder Lücken in der Erwerbsbiografie hat, liegt meist noch deutlich darunter.
Diese Rechnung dauert eine halbe Stunde und ist die Grundlage für alles Weitere. Wie sie Schritt für Schritt geht, steht im Ratgeber zum Thema Rentenlücke berechnen. Ab hier gilt: Die richtige Antwort auf "was tun" hängt fast nur davon ab, wie viele Jahre Ihnen bis zur Rente bleiben.
Mit 25 bis 45: die Lücke ist groß, aber billig zu schließen
Wer noch 20 oder mehr Jahre hat, sitzt am längsten Hebel, den es in der Altersvorsorge gibt: Zeit. 200 EUR im Monat, angelegt mit 6 Prozent Marktrendite vor Kosten, ergeben vom 30. bis zum 67. Lebensjahr rund 320.000 EUR. Wer erst mit 45 anfängt, kommt mit demselben Beitrag auf gut 100.000 EUR und müsste über 600 EUR im Monat sparen, um das aufzuholen. Jedes Jahr Aufschub macht dieselbe Lücke teurer.
Wichtig ist die Reihenfolge. Zuerst das geschenkte Geld: Wer vom Arbeitgeber einen Zuschuss zur betrieblichen Altersvorsorge von 20 Prozent oder mehr bekommt, nimmt den zuerst mit. Selbstständige prüfen die Basisrente, weil der Staat dort den vollen Beitrag als Sonderausgabe anerkennt. Der flexibelste Baustein ist danach die private Rentenversicherung mit ETF, heute der Standard statt der alten Klassik. Für wen sie sich wirklich lohnt, steht im Check zur privaten Rentenversicherung.
Zwei Dinge kommen in der Reihenfolge noch davor: ein Notgroschen von drei Nettogehältern und die Absicherung der Arbeitskraft. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung schützt das Einkommen, aus dem jeder Sparplan erst bezahlt wird. Wer erst mit 30 oder 35 nach Deutschland gekommen ist, etwa aus Italien, sollte beides besonders ernst nehmen: Die fehlenden Beitragsjahre holt die gesetzliche Rente nie wieder auf, die private Vorsorge muss entsprechend mehr tragen.
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Kostenlos fragenMit 45 bis 55: jetzt zählen Beitrag und Steuer, nicht mehr nur die Zeit
Ab Mitte 40 arbeitet der Zinseszins nur noch halb so stark. Das heißt nicht, dass sich nichts mehr lohnt. Es heißt, dass die Hebel andere sind: höhere monatliche Beiträge, Einmalzahlungen aus Boni, Abfindungen oder Erbschaften und der Steuerhebel. Gutverdiener und Selbstständige holen über die Basisrente in dieser Lebensphase oft mehr heraus als über jeden anderen Vertrag, weil der Sonderausgabenabzug bei hohem Steuersatz am meisten wirkt.
Dazu kommt ein Hebel, der nichts kostet: die eigenen Daten prüfen. Im Rentenkonto fehlen oft Zeiten, etwa Ausbildung, Kindererziehung oder Beschäftigung im Ausland. Eine Kontenklärung bei der Deutschen Rentenversicherung ist kostenlos und bringt in manchen Fällen spürbar mehr Rente. Wer in Italien oder einem anderen EU-Land gearbeitet hat, sollte prüfen lassen, wie diese Jahre angerechnet werden.
Ehrlich ist auch: Wer mit 50 noch 800 EUR Lücke hat und 200 EUR sparen kann, wird die Lücke nicht komplett schließen. Dann geht es um Prioritäten. Welcher Teil der Lücke muss lebenslang gedeckt sein, welcher lässt sich über längeres Arbeiten oder kleinere Ausgaben abfangen? Diese Abwägung ist der Kern einer guten Beratung in dieser Altersgruppe.
Kurz vor oder schon in der Rente: die ehrlichen Optionen
Wer kurz vor der Rente steht oder schon Rente bezieht, dem hilft kein neuer Sparvertrag mehr. Es gibt trotzdem Hebel, und einige werden erstaunlich selten genutzt. Weiterarbeiten neben der Rente ist seit 2023 ohne Hinzuverdienstgrenze möglich: Die Rente wird nicht mehr gekürzt, egal wie viel dazuverdient wird. Wer den Rentenbeginn aufschiebt, bekommt für jeden Monat 0,5 Prozent Zuschlag, ein volles Jahr Aufschub bringt also 6 Prozent mehr Rente, lebenslang.
Dazu kommen Ansprüche, die viele aus Scham oder Unwissen nie beantragen. Die Grundsicherung im Alter stockt niedrige Renten auf, ohne dass die Kinder dafür zahlen müssen, solange deren Einkommen unter 100.000 EUR im Jahr liegt. Das Wohngeld wurde mehrfach erhöht und erreicht auch Rentner mit kleiner Rente und Mietwohnung. Der Grundrentenzuschlag kommt bei 33 und mehr Beitragsjahren automatisch, aber nur, wenn die Zeiten im Konto vollständig sind. Ein Antrag kostet nichts außer Überwindung.
Wer eine abbezahlte Immobilie besitzt, hat einen weiteren Baustein: vermieten, verkleinern oder Modelle wie Teilverkauf und Immobilienverrentung, die man aber nie ohne unabhängige Prüfung unterschreiben sollte. In dieser Lebensphase verkaufen wir Ihnen nichts: Die Beratung besteht darin, Ansprüche zu sortieren und teure Fehler zu verhindern.
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Beratung anfragenDie drei Fehler, die die Lücke größer machen
Der erste Fehler ist Warten. "Erst mal das Haus, erst mal die Kinder, nächstes Jahr fange ich an": Jedes Jahr Aufschub kostet bei 200 EUR Sparrate und 6 Prozent Rendite im Schnitt einen fünfstelligen Betrag an Endkapital. Die Lücke wartet nicht mit.
Der zweite Fehler ist Sparen ohne Zahl. Wer irgendeinen Betrag in irgendeinen Vertrag zahlt, hat ein gutes Gewissen, aber keinen Plan. Erst die Lücke berechnen, dann die Sparrate daraus ableiten, dann den Vertrag wählen. Die umgekehrte Reihenfolge ist der Normalfall und der Grund, warum viele mit 60 zwei Verträge und trotzdem eine Lücke haben.
Der dritte Fehler ist die falsche Reihenfolge der Sicherheiten: Altersvorsorge besparen, aber keine Absicherung der Arbeitskraft und kein Notgroschen. Wird das Einkommen krankheitsbedingt wegfallen, wird der Vorsorgevertrag als Erstes gekündigt, meist mit Verlust. Und der vierte, inoffizielle Fehler: alte Verträge im Affekt kündigen. Ein Altvertrag mit hohem Garantiezins ist manchmal das beste Papier im Ordner. Erst prüfen lassen, dann entscheiden.
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Renteninformation mitbringen, gemeinsam durchrechnen: echte Lücke, der Hebel, der in Ihrem Alter noch wirkt, und die Reihenfolge, in der Vorsorge Sinn ergibt. Auf Deutsch oder Italienisch, ohne Verkaufsdruck.
Häufige Fragen
Wie viel bleibt von meiner gesetzlichen Rente netto übrig?
Reichen 45 Beitragsjahre für eine auskömmliche Rente?
Ich bin schon in Rente und das Geld reicht nicht. Was kann ich tun?
Lohnt sich private Vorsorge mit 50 noch?
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