Strafrecht und Gewaltschutz · Rechtsschutz-Praxis 2026

Stalking: wie stoppe ich Nachstellung rechtlich, und wer zahlt das?

Straf-Rechtsschutz (Opferschutz)

Solche Verfahren rechnen nicht nach Streitwert-Tabelle, sondern nach eigenen Kostenregeln. Was sie typischerweise kosten und welcher Baustein sie trägt (Straf-Rechtsschutz (Opferschutz)), steht auf dieser Seite mit konkreten Zahlen.

Stalking und Nachstellung: die Fakten auf einen Blick

RechtsgebietStrafrecht und Gewaltschutz
Zuständiger BausteinStraf-Rechtsschutz (Opferschutz)
KostenlogikRahmengebühren, keine Streitwerttabelle

Beim Thema Stalking und Nachstellung scheitert die Rechtsdurchsetzung häufiger am Geld als am Gesetz: Die Ansprüche existieren, aber das Kostenrisiko schreckt ab. Diese Seite rechnet das Risiko konkret vor und zeigt, unter welchen Bedingungen die Rechtsschutzversicherung es komplett übernimmt.

Was in diesen Fällen typischerweise passiert: Nachstellung ist seit der Reform 2021 leichter zu verfolgen: Paragraf 238 StGB verlangt nur noch wiederholtes Nachstellen, das geeignet ist, die Lebensgestaltung nicht unerheblich zu beeinträchtigen, und zählt ausdrücklich auch digitales Stalking auf, vom Ausspähen des Kontos über Fake-Profile bis zur bestellten Ware im Namen des Opfers. Die Strafe reicht bis zu drei Jahren, in schweren Fällen mehr. Parallel dazu, und oft wichtiger, läuft der zivile Gewaltschutz: Das Familiengericht verbietet per einstweiliger Anordnung Kontakt, Annäherung und Kommunikation, häufig binnen Tagen und ohne mündliche Verhandlung. Der Verstoß gegen diese Anordnung ist nach Paragraf 4 GewSchG selbst eine Straftat, die Polizei kann also sofort einschreiten, statt erst den langen Weg über Paragraf 238 zu gehen. Entscheidend ist in beiden Verfahren die Dokumentation: ein Stalking-Tagebuch mit Datum, Uhrzeit, Ort und Zeugen, gesicherte Nachrichten und Screenshots. Ohne diese Chronik bleibt es Aussage gegen Aussage, mit ihr tragen auch Vorfälle, die einzeln harmlos wirken.

Der schnellste Schutz läuft über das Familiengericht, und dort sind die Kosten überschaubar geregelt: Für Gewaltschutzsachen nach Paragraf 1 GewSchG setzt Paragraf 49 FamGKG einen Verfahrenswert von 1.500 Euro an, geht es um die Überlassung der gemeinsamen Wohnung, sind es 2.000 Euro. Aus diesen Werten errechnen sich Gerichts- und Anwaltskosten im niedrigen dreistelligen bis vierstelligen Bereich, für die einstweilige Anordnung samt Anhörung meist deutlich unter 1.000 Euro auf der eigenen Seite. Die Strafanzeige selbst kostet nichts. Wer sich dem Strafverfahren als Nebenklägerin oder Nebenkläger anschließt, zahlt den eigenen Anwalt zunächst selbst, bei einer Verurteilung trägt der Täter diese Kosten, und bei Nachstellung kann das Gericht schon im Ermittlungsverfahren einen Opferanwalt beiordnen.

Die Rolle der Police in diesen Fällen: Hier zeigt sich, was ein Tarif wirklich kann: Der klassische Straf-Baustein ist für Beschuldigte gebaut, nicht für Opfer. Was Betroffene brauchen, ist der Opfer-Rechtsschutz, den neuere Tarife als eigenen Baustein führen: Er zahlt den Antrag nach dem Gewaltschutzgesetz, die Nebenklage und teils psychologische Erstberatung. Wer einen älteren Vertrag hat, sollte die Deckungsanfrage trotzdem stellen, das Gewaltschutzverfahren läuft als Familiensache und ist in manchen Policen über diesen Weg gedeckt. Die Wartezeit gilt auch hier, der Schutz muss vor dem ersten Vorfall bestanden haben.

Bevor Rechnungen Hoffnung machen, die Grundbedingung: Der Vertrag muss vor dem Streit da gewesen sein, und die Wartezeit von meist 3 Monaten muss abgelaufen sein. Rechtsschutzversicherer prüfen gerade bei Stalking und Nachstellung den Zeitpunkt der Streitursache genau, denn er entscheidet über die Deckungszusage, das schriftliche Ja zur Kostenübernahme.

Der Jahresbeitrag eines soliden Kombi-Tarifs (Privat, Beruf, Verkehr) liegt 2026 zwischen etwa 200 und 350 Euro, je nach Selbstbeteiligung. Ob der hier nötige Baustein Straf-Rechtsschutz (Opferschutz) zum Grundpaket gehört oder extra kostet, unterscheidet sich je nach Anbieter, genau das prüfen wir in der Beratung.

Die ersten Schritte in der richtigen Reihenfolge: erstens alle Unterlagen zum Thema Stalking und Nachstellung sichern und chronologisch ordnen, zweitens die laufenden Fristen notieren, drittens die Deckungsanfrage für den Baustein Straf-Rechtsschutz (Opferschutz) stellen und die anwaltliche Ersteinschätzung einholen. Erst danach fallen Entscheidungen, nicht unter Druck am ersten Tag.

Was in diesen Fällen den Unterschied macht: Ab dem ersten ungewollten Kontakt dokumentieren, nicht erst, wenn es unerträglich wird: Tagebuch, Screenshots, Zeugen. Auf keine Nachricht antworten, auch nicht ein einziges Mal, denn jede Reaktion füttert das Muster und schwächt vor Gericht das Bild der ernsthaften Abwehr. Der Antrag nach dem Gewaltschutzgesetz braucht keine Strafanzeige und kein abgeschlossenes Verfahren, er steht eigenständig und wirkt schnell. Und bei akuter Bedrohung zählt die 110, nicht der Anwaltstermin.

Zur Einordnung: Die genannten Beträge sind typische Größenordnungen aus Bußgeldkatalog, Gebührenrahmen und veröffentlichter Praxis zum Thema Stalking und Nachstellung, keine Zusage für den Einzelfall. Verfahren dieser Art folgen eigenen Kostenregeln, und genau deshalb lohnt vor jedem Schritt die Deckungsanfrage beim Rechtsschutzversicherer samt anwaltlicher Ersteinschätzung.

Häufige Fragen

Welcher Baustein der Rechtsschutzversicherung deckt Stalking und Nachstellung?

Diese Fälle laufen über den Baustein Straf-Rechtsschutz (Opferschutz). Nicht jeder Tarif enthält ihn automatisch, gerade ältere Verträge haben Lücken. Ein Blick in den Versicherungsschein oder eine Deckungsanfrage schafft in wenigen Tagen Klarheit.

Gilt eine Wartezeit, wenn der Streit schon läuft?

Die Regel-Wartezeit beträgt 3 Monate, einzelne Bausteine (etwa Verkehr) sind je nach Anbieter sofort versichert. Wer beim Thema Stalking und Nachstellung den Abschluss aufschiebt, bis der Streit da ist, kommt zu spät, das ist die häufigste und teuerste Fehleinschätzung.

Was kostet so ein Verfahren ohne Rechtsschutz?

Diese Verfahren rechnen nach eigenen Regeln (Rahmengebühren, teils gerichtskostenfrei), die typischen Größenordnungen stehen oben auf dieser Seite. Mit Deckungszusage bleibt beim Versicherten nur die vereinbarte Selbstbeteiligung.

Was sollte ich als Erstes tun?

Erst die Frist sichern, dann in Ruhe entscheiden: Verstrichene Fristen sind bei Stalking und Nachstellung der einzige Fehler, der sich nicht mehr reparieren lässt. Die Deckungsanfrage beim Versicherer stellt der Anwalt, das kostet Sie weder Zeit noch Geld.

Vorbereitet sein, bevor der Fall eintritt

Eine Rechtsschutzversicherung übernimmt Anwalt, Verfahren und im Verlustfall die Gegenseite. Sie muss nur vor dem Streit da sein: Die Wartezeit beträgt in den meisten Bausteinen 3 Monate.

Rechtsschutz kostenlos prüfen lassen
Kostenloser Rückruf

Für diesen Fall ist es zu spät für eine Police. Für den nächsten nicht.

Rechtsschutz greift erst nach 3 Monaten Wartezeit, ein laufender Streit ist nicht versicherbar. Wer jetzt abschließt, hat beim nächsten Mal Anwalt, Gericht und Gutachter bezahlt. Ich sage Ihnen in 10 Minuten, welcher Baustein für Sie zählt. Nur Name und Nummer.

Oder direkt auf WhatsApp schreiben

Vertraulich, kostenlos, unverbindlich.

Rückruf-Service

Sag mir dein Problem, ich rufe dich kostenlos zurück

Wähle deinen Fall, hinterlasse Name und Nummer. Alessandra ruft binnen 24 Stunden zurück, auf Deutsch oder Italienisch.

Schritt 1 / 2

Was ist dein Problem?

Verwandte Streitfälle