Der Fliesenleger gibt die Wohnung zurück, der Vermieter rechnet jedes Bohrloch zum Neupreis ab
kostet der hier durchgerechnete Streit im Verlustfall: beide Anwälte und das Gericht bei 3.400 Euro Streitwert dieser Konstellation, nach den Tabellen von RVG und GKG (Stand 1. Juni 2025). Zuständig wäre der Baustein Wohn-Rechtsschutz (Mietrecht).
Bohrlöcher im Fliesenspiegel: die Fakten auf einen Blick
| Streitwert dieser Konstellation | 3.400,00 Euro |
| Anwalt außergerichtlich (1,3 Geschäftsgebühr, mit MwSt.) | 480,17 Euro |
| Eigener Anwalt, Klage 1. Instanz (1,3 + 1,2) | 901,43 Euro |
| Gerichtskosten 1. Instanz (3,0 Gebühren GKG) | 444,00 Euro |
| Verlustrisiko gesamt: beide Anwälte plus Gericht | 2.246,86 Euro |
| Zuständiger Baustein | Wohn-Rechtsschutz (Mietrecht) |
Schadensersatz nach Auszug trifft jeden Beruf anders, und diese Seite nimmt genau eine Konstellation ernst: Fliesenleger. Wie dieser Streit in diesem Arbeitsalltag entsteht, was er nach den gesetzlichen Tabellen kostet und welcher Baustein der Rechtsschutzversicherung ihn auffängt, Punkt für Punkt.
Das Konfliktmuster dieser Konstellation: Nach der Wohnungsübergabe kommt statt der Kaution eine Abrechnung: Der Vermieter verlangt die komplette Neuverfliesung des Badezimmers, weil im Fliesenspiegel Dübellöcher von Spiegelschrank und Handtuchhaltern sitzen. Der Fliesenleger kennt die Preise, die dort aufgerufen werden, aus eigenen Angeboten, und weiß, dass die Positionen doppelt so hoch angesetzt sind wie marktüblich. Was er als Handwerker nicht wusste: wie kurz die Fristen sind, in denen so ein Streit entschieden wird.
Die Kostenseite beginnt mit dem Streitwert dieser Konstellation, 3.400 Euro: die vom Vermieter mit der Kaution verrechnete Schadenssumme laut Übergabeabrechnung. Daraus ergeben sich Anwalts- und Gerichtsgebühren mechanisch, Position für Position.
Im Einzelnen ergibt die Tabelle: außergerichtliches Mandat 480,17 Euro, eigener Anwalt im Klageverfahren erster Instanz 901,43 Euro, Gerichtskostenvorschuss 444,00 Euro. Drei Posten, alle gesetzlich fixiert.
Das Gesamtrisiko bei verlorenem Prozess liegt in dieser Konstellation bei 2.246,86 Euro: eigener Anwalt, gegnerischer Anwalt, Gerichtskosten. Mit Deckungszusage schrumpft dieselbe Zahl auf die Selbstbeteiligung.
Die Kostenverteilung folgt hier dem Zivilprozessrecht: Die unterlegene Partei trägt nach Paragraf 91 ZPO sämtliche Kosten des Rechtsstreits, auch die des Gegners. Das schneidet in beide Richtungen. Es macht das Verlieren teuer, und es bedeutet umgekehrt, dass Fliesenleger bei vollem Erfolg am Ende nur die eigene Selbstbeteiligung oder gar nichts bezahlt.
Was über Gewinnen und Verlieren hier wirklich entscheidet: Dübellöcher in üblicher Zahl gehören nach ständiger Rechtsprechung zum vertragsgemäßen Gebrauch, ersetzt wird nur Übermaß, und dann mit Abzug neu für alt statt Neupreis: Die schärfste Waffe des Mieters ist aber Paragraf 548 BGB, Ersatzansprüche des Vermieters verjähren sechs Monate nach Rückgabe. Wer die Verjährungseinrede erhebt, gewinnt viele dieser Prozesse, bevor über ein einziges Bohrloch gestritten wird.
Der Haken, den jede ehrliche Seite nennen muss: die Wartezeit. Drei Monate liegen in den meisten Bausteinen zwischen Unterschrift und Schutz, und der Rechtsschutzfall darf nicht älter sein als der Vertrag. Wer dieses Thema erst googelt, wenn der Konflikt da ist, versichert damit den nächsten Fall, nicht diesen.
Dem gegenüber steht der Preis der Absicherung: Kombi-Tarife mit Privat-, Berufs- und Verkehrs-Rechtsschutz kosten am Markt 2026 grob 200 bis 350 Euro jährlich, mit Selbstbeteiligungen zwischen 150 und 300 Euro. Ob der Baustein Wohn-Rechtsschutz (Mietrecht) im Grundpaket steckt oder Aufpreis kostet, unterscheidet die Anbieter.
Für den akuten Fall die Reihenfolge, die sich bewährt hat: Unterlagen und Beweise sichern, Fristen schriftlich festhalten, Deckungsanfrage über den Baustein Wohn-Rechtsschutz (Mietrecht) stellen, anwaltliche Ersteinschätzung einholen. In dieser Reihenfolge, und nichts unterschreiben, bevor die Einschätzung da ist.
Ein Hinweis, der genau hier den Unterschied macht: Das Rückgabedatum beweisbar machen, Schlüsselübergabe mit Zeugen oder Quittung: Von diesem Tag läuft die Sechsmonatsfrist, und jede spätere Forderung des Vermieters lässt sich daran messen.
Einordnung zum Schluss: Die Beträge dieser Seite sind eine Beispielrechnung nach RVG und GKG (Fassung vom 1. Juni 2025) für eine Klage mit einem Termin in erster Instanz, auf Basis des für diese Konstellation typischen Streitwerts. Der eigene Fall kann abweichen. Für die persönliche Rechnung samt Deckungsprüfung gibt es die kostenlose Ersteinschätzung.
Häufige Fragen
Welcher Baustein deckt Bohrlöcher im Fliesenspiegel?
Getragen wird diese Konstellation vom Baustein Wohn-Rechtsschutz (Mietrecht). Ob er im eigenen Vertrag steht, zeigt der Versicherungsschein unter den versicherten Leistungsarten, und im Zweifel die Deckungsanfrage, die der Anwalt kostenlos stellt.
Was kostet dieser Streit ohne Rechtsschutzversicherung?
Nach der Beispielrechnung dieser Seite (3.400 Euro Streitwert): 901,43 Euro für den eigenen Anwalt in erster Instanz, im Verlustfall 2.246,86 Euro insgesamt, nach RVG und GKG, Stand 1. Juni 2025.
Gilt eine Wartezeit?
Die übliche Wartezeit beträgt 3 Monate, und die Streitursache muss nach dem Vertragsbeginn liegen. Ausnahmen ohne Wartezeit gibt es je nach Anbieter etwa im Verkehrs-Rechtsschutz.
Was ist im akuten Fall zuerst zu tun?
Dokumentieren, Fristen festhalten, Deckungsanfrage stellen: Diese drei Schritte kosten wenige Tage und entscheiden über mehr als der spätere Prozess. Die Ersteinschätzung zeigt danach, ob sich der Weg lohnt.
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