Nach dem Einbruch zahlt die Hausratversicherung des Glasers alles, nur das Glas nicht
kostet der hier durchgerechnete Streit im Verlustfall: beide Anwälte und das Gericht bei 6.300 Euro Streitwert dieser Konstellation, nach den Tabellen von RVG und GKG (Stand 1. Juni 2025). Zuständig wäre der Baustein Privat-Rechtsschutz (Versicherungsvertragsrecht).
Glasbruch ohne Glasbaustein: die Fakten auf einen Blick
| Streitwert dieser Konstellation | 6.300,00 Euro |
| Anwalt außergerichtlich (1,3 Geschäftsgebühr, mit MwSt.) | 756,30 Euro |
| Eigener Anwalt, Klage 1. Instanz (1,3 + 1,2) | 1.432,46 Euro |
| Gerichtskosten 1. Instanz (3,0 Gebühren GKG) | 646,50 Euro |
| Verlustrisiko gesamt: beide Anwälte plus Gericht | 3.511,42 Euro |
| Zuständiger Baustein | Privat-Rechtsschutz (Versicherungsvertragsrecht) |
Es gibt allgemeine Seiten zum Thema Hausratversicherung lehnt ab, und es gibt die Frage, wie der Fall konkret aussieht, wenn er als Glaser passiert. Diese Seite beantwortet die zweite Frage: mit dem typischen Ablauf in diesem Beruf, den echten Zahlen und der Deckungsfrage.
So entsteht der Streit in diesem Beruf typischerweise: Beruflich verglast der Glaser die Schaufenster anderer Leute nach Einbrüchen, dann steigen sie bei ihm selbst ein: Terrassentür zerstört, Hausrat gestohlen, die Vitrine mit der Sammlung zersplittert. Die Regulierung wird zur Lehrstunde im eigenen Fach, der Versicherer zahlt für gestohlene Sachen zunächst nur Abschläge und lehnt die Glasschäden ab, weil kein Glasbaustein vereinbart ist. Dass Einbruchspuren an der Tür etwas anderes sind als zerbrochenes Mobiliarglas, erklärt ihm ein Textbaustein.
Gerechnet wird mit 6.300 Euro Streitwert, und der Wert ist nicht gegriffen: die Differenz zwischen reguliertem Betrag und geltend gemachtem Neuwertschaden nach dem Einbruch, wie im Ablehnungsschreiben beziffert. Alles Weitere liefert das Gebührenrecht von selbst.
Die Beträge dieser Konstellation: Wer den Anwalt nur schreiben und verhandeln lässt, zahlt 756,30 Euro. Wer klagt, zahlt ihm 1.432,46 Euro und dem Gericht vorab 646,50 Euro.
Bleibt der schlimmste Fall: Niederlage, und damit die Rechnung für beide Seiten plus Gericht, in Summe 3.511,42 Euro. Diese eine Zahl erklärt, warum solche Konflikte so oft unausgetragen bleiben.
Juristisch läuft der Streit als Zivilverfahren mit dem klassischen Kostenrisiko des Paragrafen 91 ZPO: Verlieren heißt, den kompletten Apparat zu bezahlen, vom eigenen Anwalt bis zum gegnerischen. Genau dieses Risiko, nicht die Erfolgsaussicht, entscheidet in der Praxis über Klagen oder Schlucken, und genau hier setzt die Police an.
Was über Gewinnen und Verlieren hier wirklich entscheidet: Zu trennen sind die Deckungen sauber: Gebäudeschäden durch den Einbruch selbst, etwa die aufgehebelte Tür, sind über Hausrat- oder Gebäudeversicherung mitversichert, Bruch von Mobiliar- und Gebäudeverglasung ohne Einbruchzusammenhang braucht die Glasversicherung. Beim gestohlenen Hausrat gilt das Neuwertprinzip, Kürzungen auf den Zeitwert sind nur bei wenigen Positionen zulässig, und die Unterversicherung ist bei vereinbartem Verzicht ab 650 Euro je Quadratmeter kein Argument.
Ein Wort zur zeitlichen Logik der Rechtsschutzversicherung: Sie deckt Zukunft, nie Vergangenheit. Üblich sind 3 Monate Wartezeit ab Vertragsbeginn, und der Versicherer prüft im Ernstfall genau, wann die erste Ursache des Streits gesetzt wurde. Liegt sie vor dem Abschluss, gibt es keine Deckungszusage, egal wie gut der Fall ist.
Preislich bewegt sich der passende Schutz 2026 zwischen rund 200 und 350 Euro jährlich für die Kombination Privat, Beruf und Verkehr. Verglichen mit den Beträgen weiter oben ist das die kleinste Zahl dieser Seite, vorausgesetzt, der Baustein Privat-Rechtsschutz (Versicherungsvertragsrecht) ist wirklich an Bord.
Für den akuten Fall die Reihenfolge, die sich bewährt hat: Unterlagen und Beweise sichern, Fristen schriftlich festhalten, Deckungsanfrage über den Baustein Privat-Rechtsschutz (Versicherungsvertragsrecht) stellen, anwaltliche Ersteinschätzung einholen. In dieser Reihenfolge, und nichts unterschreiben, bevor die Einschätzung da ist.
Aus der Beratung, für genau diesen Fall: Die Stehlgutliste doppelt einreichen, bei Polizei und Versicherer, mit Kaufbelegen oder Fotos: Abweichungen zwischen beiden Listen sind der häufigste Anlass, mit dem Regulierer den Neuwert drücken.
Methodisch gilt: Beispielrechnung, gesetzliche Tabellen, Standardverlauf erster Instanz, typischer Streitwert dieser Kombination. Kein Kostenvoranschlag für den Einzelfall, aber ein ehrliches Maß für das Risiko. Ob sich Absicherung oder Gegenwehr im konkreten Fall lohnt, klärt die Erstberatung.
Häufige Fragen
Welcher Baustein deckt Glasbruch ohne Glasbaustein?
Getragen wird diese Konstellation vom Baustein Privat-Rechtsschutz (Versicherungsvertragsrecht). Ob er im eigenen Vertrag steht, zeigt der Versicherungsschein unter den versicherten Leistungsarten, und im Zweifel die Deckungsanfrage, die der Anwalt kostenlos stellt.
Was kostet dieser Streit ohne Rechtsschutzversicherung?
Ohne Versicherung kostet der durchgerechnete Fall 1.432,46 Euro an eigenen Anwaltsgebühren in erster Instanz; verliert man, werden daraus 3.511,42 Euro mit Gegenseite und Gericht.
Gilt eine Wartezeit?
Die übliche Wartezeit beträgt 3 Monate, und die Streitursache muss nach dem Vertragsbeginn liegen. Ausnahmen ohne Wartezeit gibt es je nach Anbieter etwa im Verkehrs-Rechtsschutz.
Was ist im akuten Fall zuerst zu tun?
Beweise und Schriftverkehr sichern, Fristen notieren, dann die Deckungsanfrage stellen und die anwaltliche Ersteinschätzung einholen. Nichts unterschreiben und nichts zugeben, bevor beides vorliegt.
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