Arbeitsrecht · Glaser · Rechtsschutz-Praxis 2026

Schnittwunde in der Werkstatt, Arbeitgeber zahlt nicht: Entgeltfortzahlung für den Glaser

2.668,38 Euro

kostet der hier durchgerechnete Streit im Verlustfall: beide Anwälte und das Gericht bei 4.360 Euro Streitwert dieser Konstellation, nach den Tabellen von RVG und GKG (Stand 1. Juni 2025). Zuständig wäre der Baustein Berufs-Rechtsschutz (Arbeitsrecht).

Verweigerte Lohnfortzahlung nach Schnittverletzung: die Fakten auf einen Blick

Streitwert dieser Konstellation4.360,00 Euro
Anwalt außergerichtlich (1,3 Geschäftsgebühr, mit MwSt.)572,21 Euro
Eigener Anwalt, Klage 1. Instanz (1,3 + 1,2)1.078,44 Euro
Gerichtskosten 1. Instanz (3,0 Gebühren GKG)511,50 Euro
Verlustrisiko gesamt: beide Anwälte plus Gericht2.668,38 Euro
Zuständiger BausteinBerufs-Rechtsschutz (Arbeitsrecht)

Zwischen dem Rechtsgebiet Arbeitsrecht und dem Berufsalltag für Glaser liegt eine sehr konkrete Schnittmenge, und um die geht es hier: der typische Verlauf, die Kosten nach RVG und GKG und die Rolle der Rechtsschutzversicherung in genau dieser Lage.

Was in dieser Kombination immer wieder passiert: Beim Zuschnitt einer Isolierglasscheibe rutscht der Glaser ab, die Sehne am Daumen ist durchtrennt, sechs Wochen Ausfall mit Operation. Der Betrieb meldet den Arbeitsunfall der Berufsgenossenschaft, verweigert aber die Entgeltfortzahlung: Der Geselle habe entgegen der Unterweisung ohne Schnittschutzhandschuhe gearbeitet, den Ausfall habe er sich selbst zuzuschreiben. Was bleibt, ist das kleinere Verletztengeld, und ein Vorwurf, der die Realität der Werkstatt ausblendet: Beim Feinzuschnitt arbeiten viele Glaser phasenweise ohne Handschuh, weil das Gefühl für die Kante fehlt, und der Meister sieht es täglich.

Nun zur Rechnung. Als Streitwert setzt diese Seite 4.360 Euro an: sechs Wochen Entgeltfortzahlung bei 3.150 Euro brutto, rund 4.360 Euro eingeklagte Vergütung für den gesetzlichen Fortzahlungszeitraum. An diesem Wert hängen sämtliche Gebühren, denn das deutsche Kostenrecht kennt Tabellen, keine Stundensätze.

Die Beträge dieser Konstellation: Wer den Anwalt nur schreiben und verhandeln lässt, zahlt 572,21 Euro. Wer klagt, zahlt ihm 1.078,44 Euro und dem Gericht vorab 511,50 Euro.

Das Gesamtrisiko bei verlorenem Prozess liegt in dieser Konstellation bei 2.668,38 Euro: eigener Anwalt, gegnerischer Anwalt, Gerichtskosten. Mit Deckungszusage schrumpft dieselbe Zahl auf die Selbstbeteiligung.

Der Gerichtsweg läuft in diesem Fall über die Arbeitsgerichtsbarkeit, und die hat eine Kostenfalle eingebaut: Nach Paragraf 12a ArbGG trägt in der ersten Instanz jede Partei die eigenen Anwaltskosten, das Urteil ändert daran nichts. Ohne Rechtsschutz zahlt Glaser den Anwalt also aus eigener Tasche, selbst nach einem vollen Sieg.

Wie diese Fälle in der Praxis ausgehen: Das Entgeltfortzahlungsgesetz kennt kein Mitverschulden nach Verkehrsrecht-Art: Der Anspruch aus Paragraf 3 EFZG entfällt nur bei Verschulden gegen sich selbst, und die Rechtsprechung meint damit einen groben, leichtfertigen Verstoß gegen das eigene Sicherheitsinteresse, nicht jede Unachtsamkeit oder jeden Verstoß gegen eine Arbeitsanweisung. Die Beweislast für dieses Verschulden trägt vollständig der Arbeitgeber. Eine im Betrieb geduldete Praxis entlastet den Verletzten zusätzlich, denn was der Meister täglich sieht und nicht unterbindet, kann er schlecht als grobe Selbstgefährdung des Einzelnen darstellen. Vor den Arbeitsgerichten halten solche Verweigerungen selten.

Damit die Police das alles trägt, muss eine Bedingung erfüllt sein, und sie ist unerbittlich: Der Vertrag muss vor dem Entstehen des Konflikts bestanden haben, und die Wartezeit von meist 3 Monaten muss vorbei sein. Ein Streit, der sich bereits abzeichnet, lässt sich nicht mehr versichern, bei keinem Anbieter, zu keinem Preis.

Dem gegenüber steht der Preis der Absicherung: Kombi-Tarife mit Privat-, Berufs- und Verkehrs-Rechtsschutz kosten am Markt 2026 grob 200 bis 350 Euro jährlich, mit Selbstbeteiligungen zwischen 150 und 300 Euro. Ob der Baustein Berufs-Rechtsschutz (Arbeitsrecht) im Grundpaket steckt oder Aufpreis kostet, unterscheidet die Anbieter.

Für den akuten Fall die Reihenfolge, die sich bewährt hat: Unterlagen und Beweise sichern, Fristen schriftlich festhalten, Deckungsanfrage über den Baustein Berufs-Rechtsschutz (Arbeitsrecht) stellen, anwaltliche Ersteinschätzung einholen. In dieser Reihenfolge, und nichts unterschreiben, bevor die Einschätzung da ist.

Der spezifische Tipp für diese Konstellation: Kollegen als Zeugen für die gelebte Praxis beim Feinzuschnitt benennen und die Unterweisungsunterlagen anfordern: Steht dort nur der Pauschalsatz zur Schutzausrüstung ohne konkrete Regel für den Arbeitsschritt, fällt der Verschuldensvorwurf in sich zusammen. Das Verletztengeld der BG parallel beantragen, es sichert die Lücke während des Streits.

Bleibt der übliche Vorbehalt: Alle Summen sind nach den gesetzlichen Gebührentabellen (Stand 1. Juni 2025) für den Regelfall gerechnet und dienen der Orientierung in genau dieser Konstellation. Echte Verfahren streuen nach oben und unten. Die Deckungsfrage für den eigenen Vertrag beantwortet die kostenlose Prüfung schneller als jede Tabelle.

Häufige Fragen

Welcher Baustein deckt Verweigerte Lohnfortzahlung nach Schnittverletzung?

Getragen wird diese Konstellation vom Baustein Berufs-Rechtsschutz (Arbeitsrecht). Ob er im eigenen Vertrag steht, zeigt der Versicherungsschein unter den versicherten Leistungsarten, und im Zweifel die Deckungsanfrage, die der Anwalt kostenlos stellt.

Was kostet dieser Streit ohne Rechtsschutzversicherung?

Ohne Versicherung kostet der durchgerechnete Fall 1.078,44 Euro an eigenen Anwaltsgebühren in erster Instanz; verliert man, werden daraus 2.668,38 Euro mit Gegenseite und Gericht.

Gilt eine Wartezeit?

In der Regel 3 Monate. Wichtiger noch ist der Zeitpunkt der Streitursache: Liegt er vor Vertragsbeginn oder in der Wartezeit, lehnt der Versicherer die Deckung ab, unabhängig von den Erfolgsaussichten.

Was ist im akuten Fall zuerst zu tun?

Beweise und Schriftverkehr sichern, Fristen notieren, dann die Deckungsanfrage stellen und die anwaltliche Ersteinschätzung einholen. Nichts unterschreiben und nichts zugeben, bevor beides vorliegt.

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Rechtsschutz greift erst nach 3 Monaten Wartezeit, ein laufender Streit ist nicht versicherbar. Wer jetzt abschließt, hat beim nächsten Mal Anwalt, Gericht und Gutachter bezahlt. Ich sage Ihnen in 10 Minuten, welcher Baustein für Sie zählt. Nur Name und Nummer.

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