Überstunden als Koch: der Dienstplan endet um 22 Uhr, die Küche nicht
kostet der hier durchgerechnete Streit im Verlustfall: beide Anwälte und das Gericht bei 3.120 Euro Streitwert dieser Konstellation, nach den Tabellen von RVG und GKG (Stand 1. Juni 2025). Zuständig wäre der Baustein Berufs-Rechtsschutz (Arbeitsrecht).
Überstunden als Koch: die Fakten auf einen Blick
| Streitwert dieser Konstellation | 3.120,00 Euro |
| Anwalt außergerichtlich (1,3 Geschäftsgebühr, mit MwSt.) | 480,17 Euro |
| Eigener Anwalt, Klage 1. Instanz (1,3 + 1,2) | 901,43 Euro |
| Gerichtskosten 1. Instanz (3,0 Gebühren GKG) | 444,00 Euro |
| Verlustrisiko gesamt: beide Anwälte plus Gericht | 2.246,86 Euro |
| Zuständiger Baustein | Berufs-Rechtsschutz (Arbeitsrecht) |
Es gibt allgemeine Seiten zum Thema Überstunden nicht bezahlt, und es gibt die Frage, wie der Fall konkret aussieht, wenn er als Koch passiert. Diese Seite beantwortet die zweite Frage: mit dem typischen Ablauf in diesem Beruf, den echten Zahlen und der Deckungsfrage.
Das Konfliktmuster dieser Konstellation: Mise en place ab 9 Uhr, Service bis 23 Uhr, danach Küche putzen: Auf dem Dienstplan eines Kochs stehen trotzdem oft nur acht Stunden. Der Teildienst mit unbezahlter Zwischenpause verschärft das noch. Dabei ist die Rechtslage klar: Seit dem Beschluss des Bundesarbeitsgerichts vom 13. September 2022 muss der Arbeitgeber die Arbeitszeit erfassen, und für die Gastronomie verlangt Paragraf 17 Mindestlohngesetz ohnehin Aufzeichnungen über Beginn, Ende und Dauer. Wo trotzdem nichts dokumentiert wird, streiten die Parteien später über jede einzelne Stunde.
Gerechnet wird mit 3.120 Euro Streitwert, und der Wert ist nicht gegriffen: 150 nachgeforderte Überstunden zum Stundenlohn von 20,80 Euro, eingeklagt als Zahlungsklage vor dem Arbeitsgericht. Alles Weitere liefert das Gebührenrecht von selbst.
Die Beträge dieser Konstellation: Wer den Anwalt nur schreiben und verhandeln lässt, zahlt 480,17 Euro. Wer klagt, zahlt ihm 901,43 Euro und dem Gericht vorab 444,00 Euro.
Bleibt der schlimmste Fall: Niederlage, und damit die Rechnung für beide Seiten plus Gericht, in Summe 2.246,86 Euro. Diese eine Zahl erklärt, warum solche Konflikte so oft unausgetragen bleiben.
Der Gerichtsweg läuft in diesem Fall über die Arbeitsgerichtsbarkeit, und die hat eine Kostenfalle eingebaut: Nach Paragraf 12a ArbGG trägt in der ersten Instanz jede Partei die eigenen Anwaltskosten, das Urteil ändert daran nichts. Ohne Rechtsschutz zahlt Koch den Anwalt also aus eigener Tasche, selbst nach einem vollen Sieg.
Was über Gewinnen und Verlieren hier wirklich entscheidet: Wer zahlt, entscheidet die Darlegungslast: Der Koch muss aufschreiben, an welchen Tagen er wie lange gearbeitet hat und dass der Chef das angeordnet oder zumindest geduldet hat. Stand der Küchenchef daneben, ist die Duldung kaum zu bestreiten. Viele Verfahren enden im Vergleich, gefährlich sind allein die kurzen Ausschlussfristen im Arbeitsvertrag.
Der Haken, den jede ehrliche Seite nennen muss: die Wartezeit. Drei Monate liegen in den meisten Bausteinen zwischen Unterschrift und Schutz, und der Rechtsschutzfall darf nicht älter sein als der Vertrag. Wer dieses Thema erst googelt, wenn der Konflikt da ist, versichert damit den nächsten Fall, nicht diesen.
Dem gegenüber steht der Preis der Absicherung: Kombi-Tarife mit Privat-, Berufs- und Verkehrs-Rechtsschutz kosten am Markt 2026 grob 200 bis 350 Euro jährlich, mit Selbstbeteiligungen zwischen 150 und 300 Euro. Ob der Baustein Berufs-Rechtsschutz (Arbeitsrecht) im Grundpaket steckt oder Aufpreis kostet, unterscheidet die Anbieter.
Wenn der Konflikt schon läuft, zählt Struktur: erst die Beweislage komplett machen, dann jede Frist notieren, dann über Berufs-Rechtsschutz (Arbeitsrecht) die Deckungszusage anfordern und mit der Ersteinschätzung des Anwalts weiterplanen. Schnellschüsse am ersten Tag kosten in diesen Fällen regelmäßig mehr als jede Gebühr.
Der spezifische Tipp für diese Konstellation: Jeden Abend privat notieren, wann die Schicht wirklich anfing und endete, mit Foto vom Aushangdienstplan. Und die Ausschlussfrist im Vertrag prüfen: Drei Monate sind üblich, danach ist die Stunde weg.
Bleibt der übliche Vorbehalt: Alle Summen sind nach den gesetzlichen Gebührentabellen (Stand 1. Juni 2025) für den Regelfall gerechnet und dienen der Orientierung in genau dieser Konstellation. Echte Verfahren streuen nach oben und unten. Die Deckungsfrage für den eigenen Vertrag beantwortet die kostenlose Prüfung schneller als jede Tabelle.
Häufige Fragen
Welcher Baustein deckt Überstunden als Koch?
Getragen wird diese Konstellation vom Baustein Berufs-Rechtsschutz (Arbeitsrecht). Ob er im eigenen Vertrag steht, zeigt der Versicherungsschein unter den versicherten Leistungsarten, und im Zweifel die Deckungsanfrage, die der Anwalt kostenlos stellt.
Was kostet dieser Streit ohne Rechtsschutzversicherung?
Nach der Beispielrechnung dieser Seite (3.120 Euro Streitwert): 901,43 Euro für den eigenen Anwalt in erster Instanz, im Verlustfall 2.246,86 Euro insgesamt, nach RVG und GKG, Stand 1. Juni 2025.
Gilt eine Wartezeit?
Ja, in den meisten Bausteinen 3 Monate ab Vertragsbeginn. Zusätzlich gilt: Der Rechtsschutzfall darf nicht vor dem Abschluss entstanden sein. Ein bereits laufender Streit dieser Art ist nicht mehr versicherbar.
Was ist im akuten Fall zuerst zu tun?
Dokumentieren, Fristen festhalten, Deckungsanfrage stellen: Diese drei Schritte kosten wenige Tage und entscheiden über mehr als der spätere Prozess. Die Ersteinschätzung zeigt danach, ob sich der Weg lohnt.
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Für diesen Fall ist es zu spät für eine Police. Für den nächsten nicht.
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