Arbeitsrecht · Sicherheitsmitarbeiter · Rechtsschutz-Praxis 2026

Überstunden im Sicherheitsdienst: auch die stille Nachtschicht ist volle Arbeitszeit

2.668,38 Euro

kostet der hier durchgerechnete Streit im Verlustfall: beide Anwälte und das Gericht bei 4.980 Euro Streitwert dieser Konstellation, nach den Tabellen von RVG und GKG (Stand 1. Juni 2025). Zuständig wäre der Baustein Berufs-Rechtsschutz (Arbeitsrecht).

Bereitschaft ist Arbeitszeit: die Fakten auf einen Blick

Streitwert dieser Konstellation4.980,00 Euro
Anwalt außergerichtlich (1,3 Geschäftsgebühr, mit MwSt.)572,21 Euro
Eigener Anwalt, Klage 1. Instanz (1,3 + 1,2)1.078,44 Euro
Gerichtskosten 1. Instanz (3,0 Gebühren GKG)511,50 Euro
Verlustrisiko gesamt: beide Anwälte plus Gericht2.668,38 Euro
Zuständiger BausteinBerufs-Rechtsschutz (Arbeitsrecht)

Überstunden nicht bezahlt trifft jeden Beruf anders, und diese Seite nimmt genau eine Konstellation ernst: Sicherheitsmitarbeiter. Wie dieser Streit in diesem Arbeitsalltag entsteht, was er nach den gesetzlichen Tabellen kostet und welcher Baustein der Rechtsschutzversicherung ihn auffängt, Punkt für Punkt.

Das Konfliktmuster dieser Konstellation: Im Wach- und Sicherheitsgewerbe sind Zwölfstundenschichten üblich, und genau dort entsteht der typische Streit: Der Arbeitgeber vergütet nur die aktiven Stunden und behandelt den Rest als unbezahlte Bereitschaft. Die Rechtsprechung ist da eindeutig: Wer sich am Objekt aufhalten und jederzeit eingreifen muss, leistet Arbeitszeit, und für die gilt mindestens der gesetzliche Mindestlohn. Zusammen mit Nachtzuschlägen summieren sich die Differenzen über ein Jahr auf Beträge, die ein Monatsgehalt weit übersteigen.

Die Kostenseite beginnt mit dem Streitwert dieser Konstellation, 4.980 Euro: nachgeforderte Vergütung für unbezahlte Bereitschaftsstunden aus zwölf Monaten, im Beispiel 4.980 Euro. Daraus ergeben sich Anwalts- und Gerichtsgebühren mechanisch, Position für Position.

Daraus folgt: 572,21 Euro kostet die anwaltliche Vertretung, solange kein Gericht beteiligt ist. Mit Klage steigt der eigene Anwalt auf 1.078,44 Euro für die erste Instanz, und die Gerichtskasse verlangt 511,50 Euro, bevor sie überhaupt tätig wird.

Das Gesamtrisiko bei verlorenem Prozess liegt in dieser Konstellation bei 2.668,38 Euro: eigener Anwalt, gegnerischer Anwalt, Gerichtskosten. Mit Deckungszusage schrumpft dieselbe Zahl auf die Selbstbeteiligung.

Eine Eigenheit dieser Konstellation entscheidet mit: Der Streit gehört vor das Arbeitsgericht, und dort erstattet in der ersten Instanz niemand dem Gegner die Anwaltskosten, so will es Paragraf 12a ArbGG. Gewinnen heißt hier also trotzdem zahlen, sofern keine Police dahintersteht. Für Sicherheitsmitarbeiter mit laufenden Fixkosten ist das oft der eigentliche Grund, den Anspruch fallen zu lassen.

Was über Gewinnen und Verlieren hier wirklich entscheidet: Die Hürde im Prozess ist die Darlegungslast: Der Wächter muss aufschlüsseln, an welchen Tagen er von wann bis wann am Objekt war. Dienstpläne, Wachbücher und die elektronischen Kontrollgänge liefern diese Daten, und der Arbeitgeber muss sie im Prozess herausgeben, wenn er sich auf sie beruft. Ausschlussfristen aus dem Manteltarifvertrag des Bewachungsgewerbes kappen dagegen alles, was nicht rechtzeitig schriftlich angemeldet wurde.

Damit die Police das alles trägt, muss eine Bedingung erfüllt sein, und sie ist unerbittlich: Der Vertrag muss vor dem Entstehen des Konflikts bestanden haben, und die Wartezeit von meist 3 Monaten muss vorbei sein. Ein Streit, der sich bereits abzeichnet, lässt sich nicht mehr versichern, bei keinem Anbieter, zu keinem Preis.

Preislich bewegt sich der passende Schutz 2026 zwischen rund 200 und 350 Euro jährlich für die Kombination Privat, Beruf und Verkehr. Verglichen mit den Beträgen weiter oben ist das die kleinste Zahl dieser Seite, vorausgesetzt, der Baustein Berufs-Rechtsschutz (Arbeitsrecht) ist wirklich an Bord.

Drei Schritte bringen Ordnung in den akuten Fall: Dokumente sichern und chronologisch ablegen, Fristen klären, Deckungsanfrage stellen (Baustein Berufs-Rechtsschutz (Arbeitsrecht)). Danach entscheidet sich mit anwaltlicher Ersteinschätzung, ob verhandelt, geklagt oder abgehakt wird.

Aus der Beratung, für genau diesen Fall: Parallel zum Dienstplan ein eigenes Schichtprotokoll führen, handschriftlich reicht. Und die Ausschlussfrist des anwendbaren Tarifvertrags nachschlagen, bevor Ansprüche gesammelt werden: Im Bewachungsgewerbe sind Fristen von wenigen Monaten der Normalfall, gesammelt und am Jahresende gefordert ist meistens verloren.

Methodisch gilt: Beispielrechnung, gesetzliche Tabellen, Standardverlauf erster Instanz, typischer Streitwert dieser Kombination. Kein Kostenvoranschlag für den Einzelfall, aber ein ehrliches Maß für das Risiko. Ob sich Absicherung oder Gegenwehr im konkreten Fall lohnt, klärt die Erstberatung.

Häufige Fragen

Welcher Baustein deckt Bereitschaft ist Arbeitszeit?

Der Fall läuft über den Baustein Berufs-Rechtsschutz (Arbeitsrecht). Bei Neuabschluss gehört er auf die Checkliste, bei bestehenden Verträgen in die Prüfung: Fehlt er, hilft die beste Police dieser Seite nicht.

Was kostet dieser Streit ohne Rechtsschutzversicherung?

Der Beispielfall rechnet mit 4.980 Euro Streitwert: eigener Anwalt erste Instanz 1.078,44 Euro, volles Verlustrisiko 2.668,38 Euro. Mit Police bleibt davon die Selbstbeteiligung.

Gilt eine Wartezeit?

Ja, in den meisten Bausteinen 3 Monate ab Vertragsbeginn. Zusätzlich gilt: Der Rechtsschutzfall darf nicht vor dem Abschluss entstanden sein. Ein bereits laufender Streit dieser Art ist nicht mehr versicherbar.

Was ist im akuten Fall zuerst zu tun?

Dokumentieren, Fristen festhalten, Deckungsanfrage stellen: Diese drei Schritte kosten wenige Tage und entscheiden über mehr als der spätere Prozess. Die Ersteinschätzung zeigt danach, ob sich der Weg lohnt.

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