Zwei Jahre Berufsverbot im Umkreis: das Wettbewerbsverbot des angestellten Zahnarztes
kostet der hier durchgerechnete Streit im Verlustfall: beide Anwälte und das Gericht bei 21.000 Euro Streitwert dieser Konstellation, nach den Tabellen von RVG und GKG (Stand 1. Juni 2025). Zuständig wäre der Baustein Berufs-Rechtsschutz (Arbeitsrecht).
Konkurrenzklausel im Zahnarzt-Anstellungsvertrag: die Fakten auf einen Blick
| Streitwert dieser Konstellation | 21.000,00 Euro |
| Anwalt außergerichtlich (1,3 Geschäftsgebühr, mit MwSt.) | 1.372,78 Euro |
| Eigener Anwalt, Klage 1. Instanz (1,3 + 1,2) | 2.618,00 Euro |
| Gerichtskosten 1. Instanz (3,0 Gebühren GKG) | 1.215,00 Euro |
| Verlustrisiko gesamt: beide Anwälte plus Gericht | 6.451,00 Euro |
| Zuständiger Baustein | Berufs-Rechtsschutz (Arbeitsrecht) |
Es gibt allgemeine Seiten zum Thema Wettbewerbsverbot, und es gibt die Frage, wie der Fall konkret aussieht, wenn er als Zahnarzt passiert. Diese Seite beantwortet die zweite Frage: mit dem typischen Ablauf in diesem Beruf, den echten Zahlen und der Deckungsfrage.
Was in dieser Kombination immer wieder passiert: Der Anstellungsvertrag des Zahnarztes im medizinischen Versorgungszentrum liest sich hinten am schärfsten: Nach dem Ausscheiden zwei Jahre keine zahnärztliche Tätigkeit im Umkreis von zwanzig Kilometern, bei Verstoß Vertragsstrafe. Von einer Entschädigung für diese Sperre steht dort kein Wort. Als der Zahnarzt kündigt, um sich zwei Orte weiter niederzulassen, droht das MVZ mit Unterlassung und Vertragsstrafe, und die Bank stellt die Praxisfinanzierung in Frage, solange das Risiko ungeklärt ist. Die Klausel entscheidet damit über Existenzgründung, Patientenbindung und Standort, und genau deshalb lohnt der genaue Blick auf ihre Wirksamkeit.
Nun zur Rechnung. Als Streitwert setzt diese Seite 21.000 Euro an: drei Bruttomonatsgehälter eines angestellten Zahnarztes von 7.000 Euro, der übliche Ansatz für den Streit um die Wirksamkeit des nachvertraglichen Verbots. An diesem Wert hängen sämtliche Gebühren, denn das deutsche Kostenrecht kennt Tabellen, keine Stundensätze.
Die Beträge dieser Konstellation: Wer den Anwalt nur schreiben und verhandeln lässt, zahlt 1.372,78 Euro. Wer klagt, zahlt ihm 2.618,00 Euro und dem Gericht vorab 1.215,00 Euro.
Alles zusammengerechnet steht im Verlustfall 6.451,00 Euro auf dem Zettel. Wer diese Summe nicht übrig hat, braucht entweder sehr gute Nerven oder eine Police, die vor dem Konflikt abgeschlossen wurde.
Der Gerichtsweg läuft in diesem Fall über die Arbeitsgerichtsbarkeit, und die hat eine Kostenfalle eingebaut: Nach Paragraf 12a ArbGG trägt in der ersten Instanz jede Partei die eigenen Anwaltskosten, das Urteil ändert daran nichts. Ohne Rechtsschutz zahlt Zahnarzt den Anwalt also aus eigener Tasche, selbst nach einem vollen Sieg.
Der Blick auf die Entscheidungspraxis: Nachvertragliche Wettbewerbsverbote für Angestellte sind nur bindend, wenn sie eine Karenzentschädigung von mindestens der Hälfte der letzten Bezüge für die gesamte Sperrzeit zusagen: Ohne Entschädigung ist das Verbot nichtig, der Zahnarzt kann sich niederlassen, wo er will. Zugesagt, aber zu knapp, macht die Klausel unverbindlich, dann hat der Angestellte die Wahl. Auch Reichweite und Dauer werden kontrolliert: Mehr als zwei Jahre gehen nie, und ein Radius, der jede Berufsausübung im Lebensumfeld unmöglich macht, scheitert an der Angemessenheit. MVZ-Verträge aus Ketten enthalten auffällig oft entschädigungslose Verbote, die nur auf Einschüchterung bauen. Wer die Rechtslage kennt, verhandelt hier aus einer starken Position, notfalls über eine Feststellungsklage vor der Gründung.
Ein Wort zur zeitlichen Logik der Rechtsschutzversicherung: Sie deckt Zukunft, nie Vergangenheit. Üblich sind 3 Monate Wartezeit ab Vertragsbeginn, und der Versicherer prüft im Ernstfall genau, wann die erste Ursache des Streits gesetzt wurde. Liegt sie vor dem Abschluss, gibt es keine Deckungszusage, egal wie gut der Fall ist.
Preislich bewegt sich der passende Schutz 2026 zwischen rund 200 und 350 Euro jährlich für die Kombination Privat, Beruf und Verkehr. Verglichen mit den Beträgen weiter oben ist das die kleinste Zahl dieser Seite, vorausgesetzt, der Baustein Berufs-Rechtsschutz (Arbeitsrecht) ist wirklich an Bord.
Für den akuten Fall die Reihenfolge, die sich bewährt hat: Unterlagen und Beweise sichern, Fristen schriftlich festhalten, Deckungsanfrage über den Baustein Berufs-Rechtsschutz (Arbeitsrecht) stellen, anwaltliche Ersteinschätzung einholen. In dieser Reihenfolge, und nichts unterschreiben, bevor die Einschätzung da ist.
Ein Hinweis, der genau hier den Unterschied macht: Vor der Standortentscheidung die Klausel anwaltlich auf die Entschädigungsfrage prüfen lassen und das Ergebnis der Bank vorlegen: Eine nichtige Klausel schriftlich als nichtig eingeordnet löst auch das Finanzierungsproblem. Patientendaten beim Wechsel strikt korrekt behandeln, denn dort liegen die echten Angriffsflächen des alten Arbeitgebers.
Einordnung zum Schluss: Die Beträge dieser Seite sind eine Beispielrechnung nach RVG und GKG (Fassung vom 1. Juni 2025) für eine Klage mit einem Termin in erster Instanz, auf Basis des für diese Konstellation typischen Streitwerts. Der eigene Fall kann abweichen. Für die persönliche Rechnung samt Deckungsprüfung gibt es die kostenlose Ersteinschätzung.
Häufige Fragen
Welcher Baustein deckt Konkurrenzklausel im Zahnarzt-Anstellungsvertrag?
Zuständig ist Berufs-Rechtsschutz (Arbeitsrecht). Ältere Verträge und Billigtarife lassen genau solche Bausteine gern weg, deshalb lohnt der Blick in die Police, bevor der Fall eintritt und nicht erst danach.
Was kostet dieser Streit ohne Rechtsschutzversicherung?
Der Beispielfall rechnet mit 21.000 Euro Streitwert: eigener Anwalt erste Instanz 2.618,00 Euro, volles Verlustrisiko 6.451,00 Euro. Mit Police bleibt davon die Selbstbeteiligung.
Gilt eine Wartezeit?
Ja, in den meisten Bausteinen 3 Monate ab Vertragsbeginn. Zusätzlich gilt: Der Rechtsschutzfall darf nicht vor dem Abschluss entstanden sein. Ein bereits laufender Streit dieser Art ist nicht mehr versicherbar.
Was ist im akuten Fall zuerst zu tun?
Beweise und Schriftverkehr sichern, Fristen notieren, dann die Deckungsanfrage stellen und die anwaltliche Ersteinschätzung einholen. Nichts unterschreiben und nichts zugeben, bevor beides vorliegt.
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Für diesen Fall ist es zu spät für eine Police. Für den nächsten nicht.
Rechtsschutz greift erst nach 3 Monaten Wartezeit, ein laufender Streit ist nicht versicherbar. Wer jetzt abschließt, hat beim nächsten Mal Anwalt, Gericht und Gutachter bezahlt. Ich sage Ihnen in 10 Minuten, welcher Baustein für Sie zählt. Nur Name und Nummer.
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