Rechtsschutz nach Beruf · Beispielrechnung RVG 2026

Rechtsschutzversicherung für Dachdecker

5.194,76 Euro

beträgt das volle Kostenrisiko des typischen Rechtsstreits als Dachdecker: eigener Anwalt, gegnerischer Anwalt und Gericht bei 10.350 Euro Streitwert, gerechnet nach RVG und GKG (Stand 1. Juni 2025). Das entspricht 1,5 Bruttomonatsverdiensten in diesem Beruf.

Der typische Rechtsstreit als Dachdecker in Zahlen

Typisches Bruttogehalt als Dachdecker (Beispielwert)3.450,00 Euro
Streitwert des Beispielfalls10.350,00 Euro
Anwalt außergerichtlich (1,3 Geschäftsgebühr, mit MwSt.)1.117,53 Euro
Eigener Anwalt, Klage 1. Instanz (1,3 + 1,2)2.127,13 Euro
Gerichtskosten 1. Instanz (3,0 Gebühren GKG)940,50 Euro
Verlustrisiko gesamt: beide Anwälte plus Gericht5.194,76 Euro
Das entspricht Bruttomonatsverdiensten1,5

Braucht man eine Rechtsschutzversicherung als Dachdecker? Die ehrliche Antwort hängt nicht am Beruf selbst, sondern an den Streitigkeiten, die er typischerweise mitbringt. Diese Seite rechnet deshalb nicht mit Durchschnittswerten, sondern mit dem konkreten Konfliktprofil dieses Berufs: Wer verklagt hier wen, um wie viel Geld, und vor welchem Gericht.

Ein Blick in die Praxis dieses Berufs zeigt ein klares Muster: Auf dem Dach wird selten gestritten, danach umso öfter: Kündigung nach einem Arbeitsunfall, Streit mit der Berufsgenossenschaft über die Anerkennung eines Sturzes, ausstehender Lohn nach der Insolvenz eines Betriebs. Gerade im Baugewerbe wechseln Firmen schnell den Namen, und der Lohn für die letzten zwei Monate hängt dann in der Luft.

Gerechnet wird hier mit 10.350 Euro Streitwert. Warum genau dieser Betrag: drei Bruttogehälter zu je 3.450 Euro als Streitwert einer Kündigungsschutzklage, so rechnet Paragraf 42 GKG. Aus diesem Wert ergeben sich alle Gebühren dieser Seite, Cent für Cent nach Gesetz.

Nach den Gebührentabellen (RVG für den Anwalt, GKG für das Gericht, Stand 1. Juni 2025) kostet dieser Streit: außergerichtlich 1.117,53 Euro, als Klage in erster Instanz 2.127,13 Euro für den eigenen Anwalt plus 940,50 Euro Gerichtsvorschuss.

Die entscheidende Zahl ist das Verlustrisiko: Wer verliert, zahlt beide Anwälte und das Gericht, zusammen 5.194,76 Euro. Das entspricht 1,5 Bruttomonatsverdiensten als Dachdecker. Diese Relation, nicht der Streitwert, entscheidet in der Praxis darüber, ob jemand sein Recht durchsetzt oder aufgibt.

Wer als Dachdecker klagt, sollte die Sonderregel des Arbeitsrechts kennen: Erste Instanz, jeder zahlt seinen Anwalt selbst, Sieg hin oder her. Das steht in Paragraf 12a ArbGG und macht den Berufs-Baustein für Dachdecker zur einzigen Möglichkeit, eine Kündigungsschutzklage ohne eigenes Kostenrisiko zu führen.

Zur Auswahl der Bausteine in diesem Beruf: Wichtig sind Berufs-Rechtsschutz (Arbeitsrecht), Verkehrs-Rechtsschutz für den Weg zur Baustelle und Sozialgerichts-Rechtsschutz: Streit mit der Berufsgenossenschaft läuft vor dem Sozialgericht, und genau dieser Baustein fehlt in vielen Billigtarifen.

Der wichtigste Satz dieser Seite steht im Kleingedruckten jeder Police: In den meisten Bausteinen gilt eine Wartezeit von 3 Monaten. Ein Streit, der schon läuft oder sich abzeichnet, ist auch als Dachdecker nicht mehr versicherbar. Die Rechtsschutzversicherung funktioniert nur in eine Richtung: erst abschließen, dann streiten.

Was kostet das Ganze für Dachdecker? Ein Kombi-Tarif mit Privat-, Berufs- und Verkehrs-Rechtsschutz liegt 2026 am Markt bei etwa 200 bis 350 Euro im Jahr, je nach Selbstbeteiligung (üblich sind 150 bis 300 Euro pro Fall). Gemessen am Verlustrisiko von 5.194,76 Euro ist das der Preis von Sicherheit im Promillebereich des Risikos.

Was wir Mandanten in diesem Beruf immer zuerst sagen: Beim Abschluss prüfen, ob der Tarif Sozialgerichtsverfahren in erster Instanz abdeckt. Wer vom Dach fällt, streitet nicht mit dem Chef, sondern mit der Unfallkasse über die Rente.

Alle Zahlen dieser Seite sind Beispielrechnungen auf Basis der gesetzlichen Gebührentabellen (RVG für Anwälte, GKG für Gerichte, Stand 1. Juni 2025) und eines für Dachdecker typischen Streitwerts. Reale Verfahren können abweichen: durch Vergleiche, Beweisaufnahmen, weitere Instanzen. Die Größenordnung des Risikos als Dachdecker treffen sie trotzdem genau.

Häufige Fragen

Was kostet eine Rechtsschutzversicherung für Dachdecker?

Etwa 200 bis 350 Euro jährlich für einen Kombi-Schutz mit Privat, Beruf und Verkehr, Marktstand 2026. Mit höherer Selbstbeteiligung sinkt der Beitrag. Wichtiger als zehn Euro Ersparnis ist für Dachdecker, dass die berufstypischen Bausteine enthalten sind.

Was kostet ein Rechtsstreit als Dachdecker ohne Versicherung?

Gerechnet am Beispielstreitwert dieses Berufs (10.350 Euro): 2.127,13 Euro für den eigenen Anwalt in der ersten Instanz, im Verlustfall insgesamt 5.194,76 Euro inklusive Gegenseite und Gerichtskosten.

Gibt es eine Wartezeit?

Ja, in der Regel 3 Monate für die wichtigsten Bausteine, auch im Arbeitsrecht. Der Verkehrs-Baustein ist bei vielen Anbietern ohne Wartezeit. Wer den Streit als Dachdecker schon hat, bekommt keine Deckung mehr, deshalb zählt der frühe Abschluss.

Übernimmt die Rechtsschutzversicherung alle Kosten?

Ja, nach der Deckungszusage trägt die Versicherung Anwalt, Gericht und bei Niederlage auch die Gegenseite, abzüglich Ihrer Selbstbeteiligung von meist 150 bis 300 Euro. Geprüft wird vorher, ob das Rechtsgebiet für Dachdecker im Vertrag steht und der Streit nach der Wartezeit entstanden ist.

5.194,76 Euro Risiko, oder 150 bis 300 Euro Selbstbeteiligung

Eine Rechtsschutzversicherung übernimmt Anwalt, Gericht und im Verlustfall die Gegenseite. Sie muss nur vor dem Streit da sein: Die Wartezeit beträgt in den meisten Bausteinen 3 Monate.

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