Zwei Monatsmieten offen nach dem Winter auf dem Bau: die Kündigung wegen Zahlungsverzugs kommt im April
kostet der hier durchgerechnete Streit im Verlustfall: beide Anwälte und das Gericht bei 9.600 Euro Streitwert dieser Konstellation, nach den Tabellen von RVG und GKG (Stand 1. Juni 2025). Zuständig wäre der Baustein Wohn-Rechtsschutz (Mietrecht).
Mietschulden nach dem Bau-Winter: die Fakten auf einen Blick
| Streitwert dieser Konstellation | 9.600,00 Euro |
| Anwalt außergerichtlich (1,3 Geschäftsgebühr, mit MwSt.) | 1.032,44 Euro |
| Eigener Anwalt, Klage 1. Instanz (1,3 + 1,2) | 1.963,50 Euro |
| Gerichtskosten 1. Instanz (3,0 Gebühren GKG) | 849,00 Euro |
| Verlustrisiko gesamt: beide Anwälte plus Gericht | 4.776,00 Euro |
| Zuständiger Baustein | Wohn-Rechtsschutz (Mietrecht) |
Es gibt allgemeine Seiten zum Thema Kündigung wegen Zahlungsverzugs, und es gibt die Frage, wie der Fall konkret aussieht, wenn er als Betonbauer passiert. Diese Seite beantwortet die zweite Frage: mit dem typischen Ablauf in diesem Beruf, den echten Zahlen und der Deckungsfrage.
Was in dieser Kombination immer wieder passiert: Von Dezember bis März ruht auf vielen Baustellen der Rohbau, und der Betonbauer lebt vom Saison-Kurzarbeitergeld nach Paragraf 101 SGB III. Das ersetzt einen Teil des Lohns, aber nicht die Überstundenzuschläge und nicht das Auslösegeld, mit dem die Familie kalkuliert hat. Im Februar bleibt die Miete erstmals liegen, im März reicht es nur für die Hälfte, dazu kommt die Betriebskostennachzahlung. Als im April wieder voll gearbeitet wird, liegt die fristlose Kündigung nach Paragraf 543 Absatz 2 BGB im Briefkasten: Rückstand von mehr als zwei Monatsmieten, Räumung angedroht.
Nun zur Rechnung. Als Streitwert setzt diese Seite 9.600 Euro an: die Jahresnettokaltmiete von 800 Euro im Monat, an der das Kostenrecht den Streit um den Fortbestand des Mietverhältnisses bemisst. An diesem Wert hängen sämtliche Gebühren, denn das deutsche Kostenrecht kennt Tabellen, keine Stundensätze.
Die Beträge dieser Konstellation: Wer den Anwalt nur schreiben und verhandeln lässt, zahlt 1.032,44 Euro. Wer klagt, zahlt ihm 1.963,50 Euro und dem Gericht vorab 849,00 Euro.
Bleibt der schlimmste Fall: Niederlage, und damit die Rechnung für beide Seiten plus Gericht, in Summe 4.776,00 Euro. Diese eine Zahl erklärt, warum solche Konflikte so oft unausgetragen bleiben.
Die Kostenverteilung folgt hier dem Zivilprozessrecht: Die unterlegene Partei trägt nach Paragraf 91 ZPO sämtliche Kosten des Rechtsstreits, auch die des Gegners. Das schneidet in beide Richtungen. Es macht das Verlieren teuer, und es bedeutet umgekehrt, dass Betonbauer bei vollem Erfolg am Ende nur die eigene Selbstbeteiligung oder gar nichts bezahlt.
Der Blick auf die Entscheidungspraxis: Die Schonfristzahlung nach Paragraf 569 Absatz 3 Nummer 2 BGB heilt die fristlose Kündigung, wenn der komplette Rückstand binnen zwei Monaten nach Zustellung der Räumungsklage ausgeglichen wird, auch durch eine Verpflichtungserklärung des Jobcenters. Der Haken steht seit dem Bundesgerichtshof 2022 fest: Eine gleichzeitig ausgesprochene ordentliche Kündigung bleibt von der Schonfristzahlung unberührt, über die wird dann vor Gericht weitergestritten. Wer früh zahlt oder zahlen lässt, steht deutlich besser da als wer auf die Klage wartet.
Damit die Police das alles trägt, muss eine Bedingung erfüllt sein, und sie ist unerbittlich: Der Vertrag muss vor dem Entstehen des Konflikts bestanden haben, und die Wartezeit von meist 3 Monaten muss vorbei sein. Ein Streit, der sich bereits abzeichnet, lässt sich nicht mehr versichern, bei keinem Anbieter, zu keinem Preis.
Preislich bewegt sich der passende Schutz 2026 zwischen rund 200 und 350 Euro jährlich für die Kombination Privat, Beruf und Verkehr. Verglichen mit den Beträgen weiter oben ist das die kleinste Zahl dieser Seite, vorausgesetzt, der Baustein Wohn-Rechtsschutz (Mietrecht) ist wirklich an Bord.
Drei Schritte bringen Ordnung in den akuten Fall: Dokumente sichern und chronologisch ablegen, Fristen klären, Deckungsanfrage stellen (Baustein Wohn-Rechtsschutz (Mietrecht)). Danach entscheidet sich mit anwaltlicher Ersteinschätzung, ob verhandelt, geklagt oder abgehakt wird.
Ein Hinweis, der genau hier den Unterschied macht: Beim ersten Engpass im Winter sofort schriftlich beim Vermieter melden und eine Ratenzusage anbieten, parallel beim Jobcenter die Übernahme der Mietschulden als Darlehen nach Paragraf 22 Absatz 8 SGB II beantragen: Ein dokumentiertes Bemühen vor der Kündigung entkräftet später die ordentliche Kündigung, die die Schonfristzahlung nicht heilt.
Einordnung zum Schluss: Die Beträge dieser Seite sind eine Beispielrechnung nach RVG und GKG (Fassung vom 1. Juni 2025) für eine Klage mit einem Termin in erster Instanz, auf Basis des für diese Konstellation typischen Streitwerts. Der eigene Fall kann abweichen. Für die persönliche Rechnung samt Deckungsprüfung gibt es die kostenlose Ersteinschätzung.
Häufige Fragen
Welcher Baustein deckt Mietschulden nach dem Bau-Winter?
Getragen wird diese Konstellation vom Baustein Wohn-Rechtsschutz (Mietrecht). Ob er im eigenen Vertrag steht, zeigt der Versicherungsschein unter den versicherten Leistungsarten, und im Zweifel die Deckungsanfrage, die der Anwalt kostenlos stellt.
Was kostet dieser Streit ohne Rechtsschutzversicherung?
Ohne Versicherung kostet der durchgerechnete Fall 1.963,50 Euro an eigenen Anwaltsgebühren in erster Instanz; verliert man, werden daraus 4.776,00 Euro mit Gegenseite und Gericht.
Gilt eine Wartezeit?
In der Regel 3 Monate. Wichtiger noch ist der Zeitpunkt der Streitursache: Liegt er vor Vertragsbeginn oder in der Wartezeit, lehnt der Versicherer die Deckung ab, unabhängig von den Erfolgsaussichten.
Was ist im akuten Fall zuerst zu tun?
Beweise und Schriftverkehr sichern, Fristen notieren, dann die Deckungsanfrage stellen und die anwaltliche Ersteinschätzung einholen. Nichts unterschreiben und nichts zugeben, bevor beides vorliegt.
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Für diesen Fall ist es zu spät für eine Police. Für den nächsten nicht.
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