Im Dezember gekündigt, im März wieder gefragt: die Winterkündigung des Straßenbauers
kostet der hier durchgerechnete Streit im Verlustfall: beide Anwälte und das Gericht bei 10.500 Euro Streitwert dieser Konstellation, nach den Tabellen von RVG und GKG (Stand 1. Juni 2025). Zuständig wäre der Baustein Berufs-Rechtsschutz (Arbeitsrecht).
Winterkündigung auf dem Bau: die Fakten auf einen Blick
| Streitwert dieser Konstellation | 10.500,00 Euro |
| Anwalt außergerichtlich (1,3 Geschäftsgebühr, mit MwSt.) | 1.117,53 Euro |
| Eigener Anwalt, Klage 1. Instanz (1,3 + 1,2) | 2.127,13 Euro |
| Gerichtskosten 1. Instanz (3,0 Gebühren GKG) | 940,50 Euro |
| Verlustrisiko gesamt: beide Anwälte plus Gericht | 5.194,76 Euro |
| Zuständiger Baustein | Berufs-Rechtsschutz (Arbeitsrecht) |
Es gibt allgemeine Seiten zum Thema Kündigung erhalten, und es gibt die Frage, wie der Fall konkret aussieht, wenn er als Straßenbauer passiert. Diese Seite beantwortet die zweite Frage: mit dem typischen Ablauf in diesem Beruf, den echten Zahlen und der Deckungsfrage.
Was in dieser Kombination immer wieder passiert: Mit dem ersten Frost kommt im Straßenbau das alte Ritual: Der Betrieb kündigt einem Teil der Kolonne zum Jahresende, verbunden mit dem Halbsatz, im Frühjahr melde man sich wieder. Für den Betrieb ist das ein Kostenhebel, für den Straßenbauer vier Monate Arbeitslosengeld, Rentenlücke und die vage Hoffnung auf Wiedereinstellung zu alten Bedingungen oder schlechteren. Dabei hat die Branche für genau diese Monate ein eigenes Instrument, das die Kündigung überflüssig macht: das Saison-Kurzarbeitergeld der Schlechtwetterzeit von Dezember bis März, finanziert über die Winterbeschäftigungs-Umlage, die der Betrieb ohnehin zahlt.
Nun zur Rechnung. Als Streitwert setzt diese Seite 10.500 Euro an: drei Bruttomonatsgehälter zu 3.500 Euro, der gesetzliche Streitwert der Kündigungsschutzklage. An diesem Wert hängen sämtliche Gebühren, denn das deutsche Kostenrecht kennt Tabellen, keine Stundensätze.
Die Beträge dieser Konstellation: Wer den Anwalt nur schreiben und verhandeln lässt, zahlt 1.117,53 Euro. Wer klagt, zahlt ihm 2.127,13 Euro und dem Gericht vorab 940,50 Euro.
Das Gesamtrisiko bei verlorenem Prozess liegt in dieser Konstellation bei 5.194,76 Euro: eigener Anwalt, gegnerischer Anwalt, Gerichtskosten. Mit Deckungszusage schrumpft dieselbe Zahl auf die Selbstbeteiligung.
Eine Eigenheit dieser Konstellation entscheidet mit: Der Streit gehört vor das Arbeitsgericht, und dort erstattet in der ersten Instanz niemand dem Gegner die Anwaltskosten, so will es Paragraf 12a ArbGG. Gewinnen heißt hier also trotzdem zahlen, sofern keine Police dahintersteht. Für Straßenbauer mit laufenden Fixkosten ist das oft der eigentliche Grund, den Anspruch fallen zu lassen.
Was über Gewinnen und Verlieren hier wirklich entscheidet: Vor dem Arbeitsgericht steht die witterungsbedingte Kündigung schlechter da, als Baubetriebe glauben: Die Kündigung muss dauerhaft fehlende Beschäftigung belegen, und das Saison-Kurzarbeitergeld nach Paragraf 101 SGB III ist das gesetzlich vorgesehene mildere Mittel für bloße Witterungslücken. Wer im Dezember kündigt und im April dieselben Leute anruft, dokumentiert selbst, dass der Arbeitsplatz nie weggefallen ist. Solche Verfahren enden oft mit Weiterbeschäftigung über den Winter in Kurzarbeit oder mit Abfindungen, die den Winterverlust ausgleichen. Die Klagefrist von drei Wochen gilt auch dann, wenn die Wiedereinstellung mündlich versprochen wurde.
Ein Wort zur zeitlichen Logik der Rechtsschutzversicherung: Sie deckt Zukunft, nie Vergangenheit. Üblich sind 3 Monate Wartezeit ab Vertragsbeginn, und der Versicherer prüft im Ernstfall genau, wann die erste Ursache des Streits gesetzt wurde. Liegt sie vor dem Abschluss, gibt es keine Deckungszusage, egal wie gut der Fall ist.
Preislich bewegt sich der passende Schutz 2026 zwischen rund 200 und 350 Euro jährlich für die Kombination Privat, Beruf und Verkehr. Verglichen mit den Beträgen weiter oben ist das die kleinste Zahl dieser Seite, vorausgesetzt, der Baustein Berufs-Rechtsschutz (Arbeitsrecht) ist wirklich an Bord.
Wenn der Konflikt schon läuft, zählt Struktur: erst die Beweislage komplett machen, dann jede Frist notieren, dann über Berufs-Rechtsschutz (Arbeitsrecht) die Deckungszusage anfordern und mit der Ersteinschätzung des Anwalts weiterplanen. Schnellschüsse am ersten Tag kosten in diesen Fällen regelmäßig mehr als jede Gebühr.
Ein Hinweis, der genau hier den Unterschied macht: Das mündliche Frühjahrsversprechen ist nichts wert, solange es nicht schriftlich als Wiedereinstellungszusage mit Datum und Konditionen vorliegt. Innerhalb der drei Wochen klagen kostet die Zusage nicht, verschafft aber die Verhandlungsposition, falls der Anruf im März ausbleibt.
Was die Zahlen können und was nicht: Sie bilden den gesetzlichen Normalverlauf dieser Konstellation ab, gerechnet nach den Gebührentabellen vom 1. Juni 2025. Vergleich, Beweisaufnahme oder zweite Instanz verschieben jede Summe. Die Größenordnung des Risikos treffen sie trotzdem, und dafür sind sie da.
Häufige Fragen
Welcher Baustein deckt Winterkündigung auf dem Bau?
Getragen wird diese Konstellation vom Baustein Berufs-Rechtsschutz (Arbeitsrecht). Ob er im eigenen Vertrag steht, zeigt der Versicherungsschein unter den versicherten Leistungsarten, und im Zweifel die Deckungsanfrage, die der Anwalt kostenlos stellt.
Was kostet dieser Streit ohne Rechtsschutzversicherung?
Ohne Versicherung kostet der durchgerechnete Fall 2.127,13 Euro an eigenen Anwaltsgebühren in erster Instanz; verliert man, werden daraus 5.194,76 Euro mit Gegenseite und Gericht.
Gilt eine Wartezeit?
Die übliche Wartezeit beträgt 3 Monate, und die Streitursache muss nach dem Vertragsbeginn liegen. Ausnahmen ohne Wartezeit gibt es je nach Anbieter etwa im Verkehrs-Rechtsschutz.
Was ist im akuten Fall zuerst zu tun?
Beweise und Schriftverkehr sichern, Fristen notieren, dann die Deckungsanfrage stellen und die anwaltliche Ersteinschätzung einholen. Nichts unterschreiben und nichts zugeben, bevor beides vorliegt.
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Für diesen Fall ist es zu spät für eine Police. Für den nächsten nicht.
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