Arbeitsrecht · Rechtsschutz-Praxis 2026

Kündigung erhalten: was tun?

5.194,76 Euro

beträgt das volle Kostenrisiko im typischen Fall: eigener Anwalt, gegnerischer Anwalt und Gericht bei 10.500 Euro Streitwert, nach RVG und GKG (Stand 1. Juni 2025). Gedeckt über den Baustein Berufs-Rechtsschutz (Arbeitsrecht).

Kündigung erhalten: die Fakten auf einen Blick

Typischer Streitwert10.500,00 Euro
Anwalt außergerichtlich (1,3 Geschäftsgebühr, mit MwSt.)1.117,53 Euro
Eigener Anwalt, Klage 1. Instanz (1,3 + 1,2)2.127,13 Euro
Gerichtskosten 1. Instanz (3,0 Gebühren GKG)940,50 Euro
Verlustrisiko gesamt: beide Anwälte plus Gericht5.194,76 Euro
Zuständiger BausteinBerufs-Rechtsschutz (Arbeitsrecht)

Kündigung erhalten: ein Rechtsproblem, das jedes Jahr tausendfach vor deutschen Gerichten landet, und eines, bei dem die Kostenfrage oft früher entscheidet als die Rechtsfrage. Diese Seite erklärt, wie der Streit typischerweise verläuft, was er nach den gesetzlichen Regeln kostet und welcher Baustein der Rechtsschutzversicherung ihn trägt.

Die rechtliche Ausgangslage: Ab Zugang der Kündigung läuft eine einzige Frist, und sie entscheidet alles: drei Wochen für die Kündigungsschutzklage. Wer sie verstreichen lässt, macht auch eine fehlerhafte Kündigung wirksam. Die Statistik der Arbeitsgerichte spricht eine klare Sprache: Die große Mehrheit der Kündigungsschutzverfahren endet mit einem Vergleich, meist gegen Abfindung, weil viele Kündigungen formale oder inhaltliche Fehler haben.

Was kostet so ein Verfahren? Der Rechenansatz: 10.500 Euro Streitwert, denn drei Bruttogehälter zu 3.500 Euro, der gesetzliche Streitwert einer Kündigungsschutzklage nach Paragraf 42 GKG. Mit diesem Wert lassen sich Anwalts- und Gerichtsgebühren exakt bestimmen, das Gebührenrecht kennt keine Verhandlungssache.

Die drei Posten der Beispielrechnung: anwaltliches Schreiben und Verhandlung außergerichtlich 1.117,53 Euro, Klage in erster Instanz beim eigenen Anwalt 2.127,13 Euro, Gerichtskosten 940,50 Euro, als Vorschuss fällig.

Und der Ernstfall: Wer den Prozess verliert, trägt beide Anwälte und das Gericht, zusammen 5.194,76 Euro. Diese Summe, nicht die Erfolgsaussicht, ist der Grund, warum so viele berechtigte Ansprüche nie geltend gemacht werden.

Die Rolle der Police in diesen Fällen: Der Arbeitsrechts-Baustein übernimmt Anwalt und Verfahren ab der ersten Beratung. Wichtig: Die Police muss vor Zugang der Kündigung bestanden haben, der Kündigungszugang selbst ist bereits der Rechtsschutzfall.

Die wichtigste Bedingung steht in jedem Vertrag: die Wartezeit. In den meisten Bausteinen liegen 3 Monate zwischen Abschluss und Versicherungsschutz, und ein Streit, der schon schwelt, ist nirgendwo mehr versicherbar. Für das Thema Kündigung erhalten heißt das: Die Police muss stehen, bevor sich der Konflikt abzeichnet, danach ist es zu spät.

Was die Absicherung kostet: Ein Kombi-Tarif aus Privat-, Berufs- und Verkehrs-Rechtsschutz liegt 2026 bei etwa 200 bis 350 Euro im Jahr, mit Selbstbeteiligungen von üblicherweise 150 bis 300 Euro pro Fall. Erweiterte Bausteine wie Berufs-Rechtsschutz (Arbeitsrecht) sind teils enthalten, teils Zusatz, das regelt der Tarifvergleich.

Was jetzt konkret zu tun ist: Beweise und Schriftverkehr zu Kündigung erhalten sammeln, bevor etwas verschwindet, jede Frist schriftlich festhalten und über den Baustein Berufs-Rechtsschutz (Arbeitsrecht) die Deckungszusage anfordern. Mit der Zusage in der Hand verhandelt es sich anders, das spürt auch die Gegenseite.

Der Praxistipp: Nicht unterschreiben, nichts quittieren außer dem Empfang, und noch in derselben Woche die Deckungszusage anfordern. Die Abfindung ist kein gesetzlicher Anspruch, sondern das Ergebnis von Verhandlungsdruck, und der entsteht nur durch die fristgerechte Klage.

Alle Zahlen sind Beispielrechnungen auf gesetzlicher Basis (Gebührentabellen Stand 1. Juni 2025) und dienen der Orientierung über die Größenordnung bei Kündigung erhalten. Reale Verfahren weichen ab, nach oben wie nach unten. Ob sich Ihr konkreter Fall lohnt und ob er gedeckt wäre, klärt die Ersteinschätzung schneller als jede Tabelle.

Häufige Fragen

Welcher Baustein der Rechtsschutzversicherung deckt Kündigung erhalten?

Der passende Baustein heißt Berufs-Rechtsschutz (Arbeitsrecht). Bei Neuabschlüssen gehört er in den Vergleich, bei bestehenden Verträgen lohnt die Prüfung, ob er mitversichert ist, das entscheidet im Ernstfall über Deckung oder Eigenrisiko.

Gilt eine Wartezeit, wenn der Streit schon läuft?

Ja, üblicherweise 3 Monate. Entscheidend ist außerdem der Zeitpunkt der Streitursache: Liegt sie vor Vertragsbeginn oder in der Wartezeit, gibt es keine Deckung. Deshalb gilt auch bei Kündigung erhalten: Die Police schützt den nächsten Konflikt, nicht den aktuellen.

Was kostet so ein Verfahren ohne Rechtsschutz?

Die Beispielrechnung dieser Seite: eigener Anwalt erste Instanz 2.127,13 Euro, volles Verlustrisiko 5.194,76 Euro. Grundlage ist der typische Streitwert von 10.500 Euro und die gesetzlichen Gebührentabellen.

Was sollte ich als Erstes tun?

Erst die Frist sichern, dann in Ruhe entscheiden: Verstrichene Fristen sind bei Kündigung erhalten der einzige Fehler, der sich nicht mehr reparieren lässt. Die Deckungsanfrage beim Versicherer stellt der Anwalt, das kostet Sie weder Zeit noch Geld.

5.194,76 Euro Risiko, oder 150 bis 300 Euro Selbstbeteiligung

Eine Rechtsschutzversicherung übernimmt Anwalt, Verfahren und im Verlustfall die Gegenseite. Sie muss nur vor dem Streit da sein: Die Wartezeit beträgt in den meisten Bausteinen 3 Monate.

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