Arbeitsrecht · Masseur · Rechtsschutz-Praxis 2026

Kündigung wegen Krankheit als Masseur: erst BEM, dann darf überhaupt gekündigt werden

4.354,48 Euro

kostet der hier durchgerechnete Streit im Verlustfall: beide Anwälte und das Gericht bei 8.100 Euro Streitwert dieser Konstellation, nach den Tabellen von RVG und GKG (Stand 1. Juni 2025). Zuständig wäre der Baustein Berufs-Rechtsschutz (Arbeitsrecht).

Krankheitskündigung: Masseur: die Fakten auf einen Blick

Streitwert dieser Konstellation8.100,00 Euro
Anwalt außergerichtlich (1,3 Geschäftsgebühr, mit MwSt.)940,40 Euro
Eigener Anwalt, Klage 1. Instanz (1,3 + 1,2)1.786,49 Euro
Gerichtskosten 1. Instanz (3,0 Gebühren GKG)781,50 Euro
Verlustrisiko gesamt: beide Anwälte plus Gericht4.354,48 Euro
Zuständiger BausteinBerufs-Rechtsschutz (Arbeitsrecht)

Wer als Masseur arbeitet und mit dem Thema Kündigung wegen Krankheit konfrontiert ist, braucht keine Grundsatzartikel, sondern die eigene Rechnung. Sie steht auf dieser Seite: Konfliktverlauf, Kostenrisiko und Deckung, zugeschnitten auf diese eine Kombination.

Das Konfliktmuster dieser Konstellation: Die Sehnenscheiden entzünden sich immer wieder, die Hände sind das Kapital, und nach dem dritten langen Ausfall kündigt die Praxis wegen Krankheit. Masseure trifft das doppelt, weil das Leiden gerade durch die Arbeit entstanden ist. Eine krankheitsbedingte Kündigung verlangt aber viel: eine negative Gesundheitsprognose, erhebliche betriebliche Beeinträchtigungen und eine Interessenabwägung. Vorher muss der Betrieb regelmäßig ein betriebliches Eingliederungsmanagement nach Paragraf 167 Absatz 2 SGB IX versucht haben.

Gerechnet wird mit 8.100 Euro Streitwert, und der Wert ist nicht gegriffen: drei Bruttogehälter zu je 2.700 Euro nach Paragraf 42 GKG für die Kündigungsschutzklage. Alles Weitere liefert das Gebührenrecht von selbst.

Im Einzelnen ergibt die Tabelle: außergerichtliches Mandat 940,40 Euro, eigener Anwalt im Klageverfahren erster Instanz 1.786,49 Euro, Gerichtskostenvorschuss 781,50 Euro. Drei Posten, alle gesetzlich fixiert.

Bleibt der schlimmste Fall: Niederlage, und damit die Rechnung für beide Seiten plus Gericht, in Summe 4.354,48 Euro. Diese eine Zahl erklärt, warum solche Konflikte so oft unausgetragen bleiben.

Der Gerichtsweg läuft in diesem Fall über die Arbeitsgerichtsbarkeit, und die hat eine Kostenfalle eingebaut: Nach Paragraf 12a ArbGG trägt in der ersten Instanz jede Partei die eigenen Anwaltskosten, das Urteil ändert daran nichts. Ohne Rechtsschutz zahlt Masseur den Anwalt also aus eigener Tasche, selbst nach einem vollen Sieg.

Der Blick auf die Entscheidungspraxis: Ohne BEM trägt der Arbeitgeber im Prozess eine deutlich schwerere Darlegungslast, viele Kündigungen scheitern genau daran. Gerichte fragen außerdem nach milderen Mitteln: leidensgerechter Umbau des Arbeitsplatzes, Wechsel zu gerätegestützten Anwendungen, stufenweise Wiedereingliederung nach dem Hamburger Modell. Häufig endet der Streit mit Weiterbeschäftigung in angepasster Tätigkeit oder Abfindung.

Damit die Police das alles trägt, muss eine Bedingung erfüllt sein, und sie ist unerbittlich: Der Vertrag muss vor dem Entstehen des Konflikts bestanden haben, und die Wartezeit von meist 3 Monaten muss vorbei sein. Ein Streit, der sich bereits abzeichnet, lässt sich nicht mehr versichern, bei keinem Anbieter, zu keinem Preis.

Preislich bewegt sich der passende Schutz 2026 zwischen rund 200 und 350 Euro jährlich für die Kombination Privat, Beruf und Verkehr. Verglichen mit den Beträgen weiter oben ist das die kleinste Zahl dieser Seite, vorausgesetzt, der Baustein Berufs-Rechtsschutz (Arbeitsrecht) ist wirklich an Bord.

Drei Schritte bringen Ordnung in den akuten Fall: Dokumente sichern und chronologisch ablegen, Fristen klären, Deckungsanfrage stellen (Baustein Berufs-Rechtsschutz (Arbeitsrecht)). Danach entscheidet sich mit anwaltlicher Ersteinschätzung, ob verhandelt, geklagt oder abgehakt wird.

Der spezifische Tipp für diese Konstellation: Nehmen Sie eine BEM-Einladung an und bringen Sie eine Vertrauensperson mit. Ein dokumentierter BEM-Verlauf mit abgelehnten Anpassungsvorschlägen des Betriebs ist im Kündigungsschutzprozess bares Geld wert.

Methodisch gilt: Beispielrechnung, gesetzliche Tabellen, Standardverlauf erster Instanz, typischer Streitwert dieser Kombination. Kein Kostenvoranschlag für den Einzelfall, aber ein ehrliches Maß für das Risiko. Ob sich Absicherung oder Gegenwehr im konkreten Fall lohnt, klärt die Erstberatung.

Häufige Fragen

Welcher Baustein deckt Krankheitskündigung: Masseur?

Getragen wird diese Konstellation vom Baustein Berufs-Rechtsschutz (Arbeitsrecht). Ob er im eigenen Vertrag steht, zeigt der Versicherungsschein unter den versicherten Leistungsarten, und im Zweifel die Deckungsanfrage, die der Anwalt kostenlos stellt.

Was kostet dieser Streit ohne Rechtsschutzversicherung?

Der Beispielfall rechnet mit 8.100 Euro Streitwert: eigener Anwalt erste Instanz 1.786,49 Euro, volles Verlustrisiko 4.354,48 Euro. Mit Police bleibt davon die Selbstbeteiligung.

Gilt eine Wartezeit?

In der Regel 3 Monate. Wichtiger noch ist der Zeitpunkt der Streitursache: Liegt er vor Vertragsbeginn oder in der Wartezeit, lehnt der Versicherer die Deckung ab, unabhängig von den Erfolgsaussichten.

Was ist im akuten Fall zuerst zu tun?

Zuerst die Frist klären, sie ist in dieser Fallgruppe der einzige nicht reparierbare Fehler. Parallel Unterlagen komplett machen und über die Police die Deckungszusage anfordern, das erledigt der Anwalt mit.

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