Arbeitsrecht · Rechtsschutz-Praxis 2026

Arbeitgeber zahlt Lohn nicht: wie komme ich an mein Geld?

3.511,42 Euro

beträgt das volle Kostenrisiko im typischen Fall: eigener Anwalt, gegnerischer Anwalt und Gericht bei 6.800 Euro Streitwert, nach RVG und GKG (Stand 1. Juni 2025). Gedeckt über den Baustein Berufs-Rechtsschutz (Arbeitsrecht).

Lohn nicht gezahlt: die Fakten auf einen Blick

Typischer Streitwert6.800,00 Euro
Anwalt außergerichtlich (1,3 Geschäftsgebühr, mit MwSt.)756,30 Euro
Eigener Anwalt, Klage 1. Instanz (1,3 + 1,2)1.432,46 Euro
Gerichtskosten 1. Instanz (3,0 Gebühren GKG)646,50 Euro
Verlustrisiko gesamt: beide Anwälte plus Gericht3.511,42 Euro
Zuständiger BausteinBerufs-Rechtsschutz (Arbeitsrecht)

Lohn nicht gezahlt: ein Rechtsproblem, das jedes Jahr tausendfach vor deutschen Gerichten landet, und eines, bei dem die Kostenfrage oft früher entscheidet als die Rechtsfrage. Diese Seite erklärt, wie der Streit typischerweise verläuft, was er nach den gesetzlichen Regeln kostet und welcher Baustein der Rechtsschutzversicherung ihn trägt.

So sieht die Lage rechtlich aus: Beim ausstehenden Lohn ist Geschwindigkeit alles, aus zwei Gründen: Tarifliche Ausschlussfristen lassen Ansprüche oft schon nach drei Monaten verfallen, und ein Arbeitgeber, der nicht zahlt, ist häufig ein Arbeitgeber kurz vor der Insolvenz. Die Lohnklage vor dem Arbeitsgericht ist schnell und formlos möglich, ab zwei Monaten Rückstand darf zudem die Arbeit verweigert werden.

Zu den Kosten. Die Beispielrechnung dieser Seite arbeitet mit 6.800 Euro Streitwert: zwei ausstehende Monatsgehälter zu 3.400 Euro brutto als eingeklagte Forderung. Aus diesem Wert folgen alle Gebühren, denn Anwalts- und Gerichtskosten richten sich in Deutschland nach festen Tabellen, nicht nach Aufwand.

Konkret: Die außergerichtliche Vertretung kostet 756,30 Euro (1,3 Geschäftsgebühr mit Auslagen und Mehrwertsteuer). Vor Gericht verlangt der eigene Anwalt für die erste Instanz 1.432,46 Euro, das Gericht 646,50 Euro als Vorschuss.

Verlieren kostet 3.511,42 Euro, alle Positionen zusammengerechnet. Erst diese Zahl macht verständlich, warum die Gegenseite auf Zermürbung setzen kann, und was eine Deckungszusage psychologisch verändert.

Zur Deckungsfrage: Die Zahlungsklage deckt der Arbeitsrechts-Baustein. Bei Insolvenz übernimmt der Sozial-Baustein den Streit um Insolvenzgeld, das die letzten drei Monatslöhne ersetzt, wenn der Antrag rechtzeitig gestellt wird.

Eine Regel entscheidet über die Deckung: Versichern lässt sich nur die Zukunft. Die Wartezeit beträgt in den meisten Bausteinen 3 Monate, und der Rechtsschutzfall darf nicht vor dem Abschluss entstanden sein. Wer beim Thema Lohn nicht gezahlt schon mitten im Konflikt steckt, sollte trotzdem den Anwalt anrufen, aber für die Police ist dieser Fall verloren, sie schützt den nächsten.

Der Jahresbeitrag eines soliden Kombi-Tarifs (Privat, Beruf, Verkehr) liegt 2026 zwischen etwa 200 und 350 Euro, je nach Selbstbeteiligung. Ob der hier nötige Baustein Berufs-Rechtsschutz (Arbeitsrecht) zum Grundpaket gehört oder extra kostet, unterscheidet sich je nach Anbieter, genau das prüfen wir in der Beratung.

Die ersten Schritte in der richtigen Reihenfolge: erstens alle Unterlagen zum Thema Lohn nicht gezahlt sichern und chronologisch ordnen, zweitens die laufenden Fristen notieren, drittens die Deckungsanfrage für den Baustein Berufs-Rechtsschutz (Arbeitsrecht) stellen und die anwaltliche Ersteinschätzung einholen. Erst danach fallen Entscheidungen, nicht unter Druck am ersten Tag.

Aus der Beratungspraxis: Lohnansprüche immer erst schriftlich mit Frist geltend machen, das stoppt die Ausschlussfrist. Bei wiederholtem Zahlungsverzug das Zurückbehaltungsrecht anwaltlich absichern, wer eigenmächtig zu Hause bleibt, riskiert sonst die Kündigung.

Zur Einordnung: Alle Beträge sind eine Beispielrechnung nach den gesetzlichen Gebührentabellen (RVG und GKG, Stand 1. Juni 2025) für eine Klage mit einem Termin in erster Instanz und den typischen Streitwert beim Thema Lohn nicht gezahlt. Ihr Fall kann davon abweichen, durch Vergleich, Gutachten, Instanzen. Die Größenordnung stimmt trotzdem, und für den Einzelfall gibt es die kostenlose Ersteinschätzung.

Häufige Fragen

Welcher Baustein der Rechtsschutzversicherung deckt Lohn nicht gezahlt?

Diese Fälle laufen über den Baustein Berufs-Rechtsschutz (Arbeitsrecht). Nicht jeder Tarif enthält ihn automatisch, gerade ältere Verträge haben Lücken. Ein Blick in den Versicherungsschein oder eine Deckungsanfrage schafft in wenigen Tagen Klarheit.

Gilt eine Wartezeit, wenn der Streit schon läuft?

Ja, üblicherweise 3 Monate. Entscheidend ist außerdem der Zeitpunkt der Streitursache: Liegt sie vor Vertragsbeginn oder in der Wartezeit, gibt es keine Deckung. Deshalb gilt auch bei Lohn nicht gezahlt: Die Police schützt den nächsten Konflikt, nicht den aktuellen.

Was kostet so ein Verfahren ohne Rechtsschutz?

Die Beispielrechnung dieser Seite: eigener Anwalt erste Instanz 1.432,46 Euro, volles Verlustrisiko 3.511,42 Euro. Grundlage ist der typische Streitwert von 6.800 Euro und die gesetzlichen Gebührentabellen.

Was sollte ich als Erstes tun?

Erst die Frist sichern, dann in Ruhe entscheiden: Verstrichene Fristen sind bei Lohn nicht gezahlt der einzige Fehler, der sich nicht mehr reparieren lässt. Die Deckungsanfrage beim Versicherer stellt der Anwalt, das kostet Sie weder Zeit noch Geld.

3.511,42 Euro Risiko, oder 150 bis 300 Euro Selbstbeteiligung

Eine Rechtsschutzversicherung übernimmt Anwalt, Verfahren und im Verlustfall die Gegenseite. Sie muss nur vor dem Streit da sein: Die Wartezeit beträgt in den meisten Bausteinen 3 Monate.

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