Arbeitsrecht · Sicherheitsmitarbeiter · Rechtsschutz-Praxis 2026

Ausstehender Lohn im Sicherheitsgewerbe: Bereitschaft ist keine Freizeit

2.668,38 Euro

kostet der hier durchgerechnete Streit im Verlustfall: beide Anwälte und das Gericht bei 4.560 Euro Streitwert dieser Konstellation, nach den Tabellen von RVG und GKG (Stand 1. Juni 2025). Zuständig wäre der Baustein Berufs-Rechtsschutz (Arbeitsrecht).

Lohn im Wachdienst: die Fakten auf einen Blick

Streitwert dieser Konstellation4.560,00 Euro
Anwalt außergerichtlich (1,3 Geschäftsgebühr, mit MwSt.)572,21 Euro
Eigener Anwalt, Klage 1. Instanz (1,3 + 1,2)1.078,44 Euro
Gerichtskosten 1. Instanz (3,0 Gebühren GKG)511,50 Euro
Verlustrisiko gesamt: beide Anwälte plus Gericht2.668,38 Euro
Zuständiger BausteinBerufs-Rechtsschutz (Arbeitsrecht)

Zwischen dem Rechtsgebiet Arbeitsrecht und dem Berufsalltag für Sicherheitsmitarbeiter liegt eine sehr konkrete Schnittmenge, und um die geht es hier: der typische Verlauf, die Kosten nach RVG und GKG und die Rolle der Rechtsschutzversicherung in genau dieser Lage.

So entsteht der Streit in diesem Beruf typischerweise: Im Objektschutz sind 24-Stunden-Schichten mit Bereitschaftsanteilen verbreitet: Der Mitarbeiter muss im Wachraum bleiben, darf aber ruhen. Manche Arbeitgeber vergüten diese Stunden gar nicht oder mit einem Abschlag unter dem Mindestlohn. Das Bundesarbeitsgericht hat 2016 entschieden, dass der gesetzliche Mindestlohn auch für Bereitschaftszeit gilt, denn wer sich an einem vom Arbeitgeber bestimmten Ort bereithalten muss, arbeitet. Dazu kommen im Sicherheitsgewerbe tarifliche Branchenmindestlöhne, die je nach Bundesland und Tätigkeit darüber liegen.

Nun zur Rechnung. Als Streitwert setzt diese Seite 4.560 Euro an: zwei Monate nicht vergüteter Bereitschaftsstunden im Objektschutz, zusammen 4.560 Euro brutto. An diesem Wert hängen sämtliche Gebühren, denn das deutsche Kostenrecht kennt Tabellen, keine Stundensätze.

Die Beträge dieser Konstellation: Wer den Anwalt nur schreiben und verhandeln lässt, zahlt 572,21 Euro. Wer klagt, zahlt ihm 1.078,44 Euro und dem Gericht vorab 511,50 Euro.

Alles zusammengerechnet steht im Verlustfall 2.668,38 Euro auf dem Zettel. Wer diese Summe nicht übrig hat, braucht entweder sehr gute Nerven oder eine Police, die vor dem Konflikt abgeschlossen wurde.

Verfahrensrechtlich landet diese Auseinandersetzung beim Arbeitsgericht. Dort gilt eine Regel, die außerhalb des Arbeitsrechts kaum jemand kennt: keine Erstattung der gegnerischen Anwaltskosten in der ersten Instanz (Paragraf 12a ArbGG). Der Anwalt kostet damit immer eigenes Geld oder die Rechtsschutzversicherung, eine dritte Möglichkeit gibt es nicht.

Was über Gewinnen und Verlieren hier wirklich entscheidet: Vor dem Arbeitsgericht gewinnt meist, wer die Anwesenheit belegen kann, und genau das ist im Wachdienst einfacher als anderswo: Wachbücher, Dienstübergabeprotokolle und elektronische Zutrittssysteme dokumentieren jede Stunde. Strittig bleibt oft nur die Einordnung als Bereitschaft oder Vollarbeit, und selbst dann bleibt der Mindestlohn die Untergrenze.

Damit die Police das alles trägt, muss eine Bedingung erfüllt sein, und sie ist unerbittlich: Der Vertrag muss vor dem Entstehen des Konflikts bestanden haben, und die Wartezeit von meist 3 Monaten muss vorbei sein. Ein Streit, der sich bereits abzeichnet, lässt sich nicht mehr versichern, bei keinem Anbieter, zu keinem Preis.

Preislich bewegt sich der passende Schutz 2026 zwischen rund 200 und 350 Euro jährlich für die Kombination Privat, Beruf und Verkehr. Verglichen mit den Beträgen weiter oben ist das die kleinste Zahl dieser Seite, vorausgesetzt, der Baustein Berufs-Rechtsschutz (Arbeitsrecht) ist wirklich an Bord.

Drei Schritte bringen Ordnung in den akuten Fall: Dokumente sichern und chronologisch ablegen, Fristen klären, Deckungsanfrage stellen (Baustein Berufs-Rechtsschutz (Arbeitsrecht)). Danach entscheidet sich mit anwaltlicher Ersteinschätzung, ob verhandelt, geklagt oder abgehakt wird.

Aus der Beratung, für genau diesen Fall: Kopien oder Fotos der Wachbücher und Schichtübergaben sichern, solange der Zugang besteht. Nach dem Ausscheiden verschwinden diese Unterlagen erfahrungsgemäß schnell.

Was die Zahlen können und was nicht: Sie bilden den gesetzlichen Normalverlauf dieser Konstellation ab, gerechnet nach den Gebührentabellen vom 1. Juni 2025. Vergleich, Beweisaufnahme oder zweite Instanz verschieben jede Summe. Die Größenordnung des Risikos treffen sie trotzdem, und dafür sind sie da.

Häufige Fragen

Welcher Baustein deckt Lohn im Wachdienst?

Der Fall läuft über den Baustein Berufs-Rechtsschutz (Arbeitsrecht). Bei Neuabschluss gehört er auf die Checkliste, bei bestehenden Verträgen in die Prüfung: Fehlt er, hilft die beste Police dieser Seite nicht.

Was kostet dieser Streit ohne Rechtsschutzversicherung?

Nach der Beispielrechnung dieser Seite (4.560 Euro Streitwert): 1.078,44 Euro für den eigenen Anwalt in erster Instanz, im Verlustfall 2.668,38 Euro insgesamt, nach RVG und GKG, Stand 1. Juni 2025.

Gilt eine Wartezeit?

In der Regel 3 Monate. Wichtiger noch ist der Zeitpunkt der Streitursache: Liegt er vor Vertragsbeginn oder in der Wartezeit, lehnt der Versicherer die Deckung ab, unabhängig von den Erfolgsaussichten.

Was ist im akuten Fall zuerst zu tun?

Beweise und Schriftverkehr sichern, Fristen notieren, dann die Deckungsanfrage stellen und die anwaltliche Ersteinschätzung einholen. Nichts unterschreiben und nichts zugeben, bevor beides vorliegt.

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